KULTUR

Klavierfestival mit mehr als Klassik

vma; 28.07.2026, 09:00 Uhr
Fotos: Vera Marzinski --- „Classic meets Rock“ – auch im Mix wie bei „I have nothing“ mit Gabriel Landstedt am Klavier und Rock-Pop-Sängerin Katja Sigona.
KULTUR

Klavierfestival mit mehr als Klassik

vma; 28.07.2026, 09:00 Uhr
Lindlar – Das Verbindende zwischen Klassik und Rock-Pop stand beim Konzert „Classic meets Rock“ im Rahmen des Lindlarer Klavierfestivals im Mittelpunkt.

Von Vera Marzinski

 

Das „Internationale Klavierfestival Lindlar“ findet in diesem Jahr vom 19. bis 31. Juli mit Konzerten in sieben oberbergischen Kommunen statt. „Classic meets Rock“-Moderator Stefan Barde verriet: „Wir wollen den ganzen Kreis bespielen“. Das Konzept des Festivals hat drei Säulen: Bildung, Begegnung und Kultur. Und dabei wird die Musik für das interessierte Publikum mit täglichen Konzerten erlebbar gemacht. Zum dritten Mal findet das Highlight „Classic meets Rock“ im Rahmen des Festivals statt, das seit 2009 unter der Leitung von Professor Falko Steinbach mit internationalen Talenten jährlich in Lindlar angesiedelt ist. „Es macht klassische Musik unmittelbar erlebbar“, so Barde.

 

[Mit „Bohemian Rhapsody“ – einem Rock-Klassiker – überzeugte Joshua Rupley, dessen Spiel auch auf dem großen Bildschirm zu verfolgen war.]

 

Viel Rock und Pop gab es an diesem Abend im Kulturzentrum Lindlar, aber es mischte sich auch die Klassik in das Programm. So spielte Joshua Rupley „Zug der Zwerge“ von Edvard Grieg und Queens „Bohemian Rhapsody“. Der 33-jährige US-amerikanische Pianist ist bekannt und geschätzt für eine scheinbar endlose Palette an musikalischen Farben und Schattierungen des Ausdrucks. Nach Studien bei Falko Steinbach in den USA wanderte Rupley nach Deutschland aus und lernte weiter an der Hochschule für Musik Würzburg.

 

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„VAN“ von Hanna Kulenty spielten die Brüder Daniel (15) und Sean (18) Choi vierhändig am Flügel. Die beiden US-Amerikaner sind erstmalig als Meisterschüler beim Klavierfestival Lindlar dabei, traten aber auch schon bei einem Weihnachtskonzert im Weißen Haus auf. Den Anfang des Konzertes gestaltete Dr. Yuri Chayama mit einem speziellen Arrangement von John Legends „All of me“. Eine besonders feinfühlige Version des Guns ’n’ Roses-Hits „Sweet Child O’ Mine“ boten die Lindlarer Pianistin Romy Meyer und Gesangs-Meisterschülerin Katharina Fehr.

 

 

[Zwei besondere Highlights: die Brüder Daniel und Sean Choi aus den USA mit dem vierhändigen Stück „VAN“ und Sänger Elias Tebroke, der bei dem Amy Winehouse-Stück „Back to Black“ Gänsehaut erzeugte.]

 

Gabriel Landstedt erhielt zahlreiche Preise in seinem Heimatstaat New Mexico und gab im Alter von 16 Jahren sein Orchesterdebüt mit dem New Mexico Philharmonic. In dieser Saison wird der Pianist unter anderem in der Carnegie Hall auftreten. Bei „Classic meets Rock“ begleitete er Elias Tebroke, der trotz Krücken mitwirkte und eine grandiose Gesangsdarbietung präsentierte, bei „Back To Black“ von Amy Winehouse und Katja Sigona bei „I Have Nothing“ von Whitney Houston. Sigona trat auch in weiter Konstellationen auf, wie mit dem Herz-Schmerz-Stück „My Mind“ zur Akustik-Gitarre von Thomas Tretschock oder mit Marc Dentley zu „I Wanna Dance With Somebody“ – begleitet von Andreas Jansen am Keyboard, der wiederum bei der Lindlarer Band „Power House“ mitspielte und das gemeinsame Abschlussstück „We Are The World“ mit allen Mitwirkenden auf der Bühne managte.

 

Es gab Uraufführungen wie „That’s What I Wish You“ von Andreas Jansen, gesungen von Marc Dentley, und Eigenkompositionen wie „Ghosted“ von der Bergneustädter Band „Some Good Moments“. Aber auch kölsche Töne, denn Lindlar sei eine der großen Karnevalsstandorte im Oberbergischen, betonte Stefan Barde. Das Höhner-Lied „Die schönste Stroß“ wurde von Elias Tebroke vorgetragen und Wolfgang Börsch mit der Band „RoPop“ hatte „Alles im Lot“ von BAP dabei.

 

[Durch das Programm führte Stefan Barde, der bei dem Coldplay-Stück „Fix You“ selbst am Flügel mitwirkte.]

 

Ein rundum facettenreiches Konzert mit den unterschiedlichsten Genres und Künstlern. „Classic meets Rock“ ist aber nur ein Teil der Festivalkonzerte, die die Meisterschüler neben dem Unterricht absolvieren – und das sehr offensichtlich mit viel Freude. Weitere Konzerte gibt es beispielsweise am heutigen Dienstag, 28. Juli – jeweils um 19 Uhr im Kulturzentrum Lindlar und im Burghaus Wiehl-Bielstein  - sowie am Mittwoch und Donnerstag in der Halle 32. Am Freitagabend ist der große Abschluss geplant. Informationen unter https://www.klavierfestival-lindlar.de/veranstaltungen/.

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