KULTUR
Kindertheater mit ernstem Hintergrund
Gummersbach – Die Opernwerkstatt am Rhein brachte mit dem Musiktheater „Ente, Tod und Tulpe“ unbefangen und auf einfühlsame Weise das Thema Tod näher.
Von Vera Marzinski
Grundlage des Stückes, das in der Halle 32 in Gummersbach aufgeführt wurde, ist der Kinderbuchbestseller “Ente, Tod und Tulpe” von Wolf Erlbruch, Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises und des Hans Christian Andersen-Preises. Es ist ein ansprechendes Musiktheater entstanden, das die Angst vor dem Unbekannten nimmt und zeigt, dass das Sterben ein natürlicher Teil des Lebens ist. Das Stück wurde inszeniert, um Kindern ab fünf Jahren das Thema Sterben und Abschiednehmen behutsam und tröstlich näherzubringen.
[Die lustige Ente (Lara Zauske) watschelt, schwimmt, gründelt, singt - und stirbt am Schluss.]
Der Tod (Steffi Brummond) bringt zu Beginn immerhin ein kleines Gastgeschenk mit – die Tulpe ist die Lieblingsblume der Ente (Lara Zauske). So beginnt die Freundschaft zwischen Tod und Ente. Sie zeigt dem Tod das Leben und fragt ihn dabei, was eigentlich nach dem Tod passiere – Fragen, die Erwachsene wie Kinder gerne beantwortet hätten, auf die aber auch der Tod keine Antwort weiß. Auf der Bühne eine grüne Wiese, zwei „Teiche“ und Pflanzen – mehr brauchte es nicht. „Warum muss man eigentlich sterben?“, will die Ente wissen. „Alles was lebt, verändert sich - wie die Tulpe“, erklärt ihr der Tod. „Jeder verändert sich im Laufe des Lebens - und die letzte Veränderung ist der Tod“. Die Ente erzählt aus ihrem Leben und das sie Angst im Dunkeln habe - deshalb kämen die Glühwürmchen vorbei.
Noch eine Nacht wird ihr geschenkt - in der sie über Entensterne singt, die es noch nicht gibt. Und da wurde auch die Bühne in der Halle 32 ganz dunkel und es leuchteten viele bunte kleine Lämpchen. Morgens hieß es dann „Wetter checken, Flügel recken und weg mit den Zecken“ und die Ente versucht, den Tod abzulenken. Schickte ihn zum Spazieren gehen, zum Einkaufen und wollte im Teich wegtauchen. Doch der Tod ließ sich nicht „ver-erpeln“. So erlebten die Gäste die Morgenroutine der Ente, das Tauchen nach fetten Würmern und anderen tollen Sachen, das Balzlied und weitere Stücke, die sich zu einem kleinen, poppigen Requiem zusammensetzten.
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[Um den Tod (Steffi Brummond) nicht als unheimliches Wesen zu präsentieren, hat sich die Opernwerkstatt für eine liebenswürdige Darstellung entschieden.]
Auf behutsame Art und Weise zeigt das Stück, wie die Ente die Stadien der Trauer durchlebt. Von der Verweigerung, über Wut und Verhandlung – „Ich will aber nicht sterben! Hol dir eine alte Ente oder einen fiesen Fuchs oder sonst wen, aber nicht mich!“ – Trauer und Akzeptanz. Das rund einstündige Musical entstand nach dem Buch von Erlbruch, aus dem die Wiener Dramaturgin Nora Dirisamer ein halbstündiges Theaterstück entwickelte. Der Opernwerkstatt-Regisseur sorgte für die Erweiterung mit Musik. Dafür beauftragte er die Komponistinnen Alisson Bonnefoy und Verena Guido – die Lieder können auch auf den gängigen Streamingportalen angehört werden.
Nach dem Stück konnten die kleinen und großen Gäste die beiden Darsteller am Eingang treffen für Fotos und Fragen. Eine Mutter aus Engelskirchen war mit ihrem Sohn da, der letztes Jahr als Fünfjähriger seine Oma verloren hat. „Wir haben ihn auch da schon immer mit dazu genommen und sind ganz offen damit umgegangen.“ Sie findet es sehr wichtig, dass nichts verschwiegen wird, denn „das gehört zum Leben und Kinder können damit oft viel besser umgehen als Erwachsene.“

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