KULTUR
Jubiläum auf Schloss Homburg: Eintauchen in Playmobil-Welten
Nümbrecht – Zum 100-jährigen Bestehen des Museums in Schloss Homburg ist dort ab heute eine Playmobil-Sonderausstellung zu sehen.
Schloss Homburg in Nümbrecht ist eines der Wahrzeichen des Oberbergischen Kreises. Viele Jahrhunderte gehörte das Gelände der Familie Sayn-Wittgenstein. Als der letzte Graf 1743 verstarb, wurde das Schloss als Herrschersitz aufgegeben – und verfiel im 19. Jahrhundert zu einer Ruine. Doch in den 1920er Jahren wurde den alten Gemäuern neues Leben eingehaucht: vor 100 Jahren, im Jahr 1926, zog das Oberbergische Heimatmuseum in das historische Gebäude ein. Anlässlich dieses Jubiläums des Museums wird dort ab heute eine ganz besondere Sonderausstellung gezeigt: „Geschichte(n) erleben 2 auf Schloss Homburg – Playmobil Diorama Artist Oliver Schaffer“.
[Verteilt im Museum stehen übergroße Playmobil-Figuren.]
Bereits 2019 waren in dem Museum Playmobilfiguren zu sehen. Damals war der Hamburger Ausstellungskünstler Oliver Schaffer zum ersten Mal mit seinen Dioramen in Schloss Homburg zu Gast. Ob die Welt der Dinosaurier, Ritterburgen oder auch wichtige Epochen der Menschheitsgeschichte: schon vor sieben Jahren beeindruckt die Ausstellung nicht zuletzt durch ihre Großinstallationen und Details. Das ist diesmal nicht anders. Eingebettet in die Sammlungspräsentation des Schlosses sind die Ausstellungsstücke nicht an einem zentralen Ort zu sehen, sondern im Museum verteilt. Wie viele Teile dabei aufgestellt wurden, ist unmöglich zu sagen.
Ein Highlight befindet sich in der Orangerie. Auf einer Fläche von 180 Quadratmetern ist dort das größte Diorama der Schau zu sehen. Und nicht nur das: auch wenn es nicht ganz originalgetreu nachgebaut werden konnte, ist inmitten der grünen Landschaft Schloss Homburg zu sehen – gebaut aus Playmobil-Steinchen, die es so nicht allesamt zu kaufen gibt. Um die Fassade des Schlosses in ihrem typischen Gelbton erstrahlen zu lassen, seien die Steinchen laut Museumsleiter Steffen Müller extra farblich angepasst worden – mit einem Gelbton namens „Pudding“.
Elf Tage soll Oliver Schaffer im Museum gewesen sein, um die zahlreichen Figuren und Dioramen aufzustellen. In den Wochen davor hat das Museumsteam die Flächen vorbereitet. Ob das Schlossgespenst HomBuh, das Leben auf einer Burg, wie aus der Burg ein Schloss wurde oder auch Landwirtschaft, Hexen im Oberbergischen und der Siegburger Vergleich: Im Mittelpunkt stehen diesmal die Geschichten, die rund um Schloss Homburg geschrieben wurden. „Und dabei entdeckt man immer wieder etwas Neues“, freute sich Müller.
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[Einen Tag vor der offiziellen Öffnung der Sonderausstellung waren schon drei Schulklassen zu Gast, die unter anderem von Kuratorin Dr. Birgit Langhanke empfangen worden sind.]
Seit 1968 finden auf Schloss Homburg Sonderausstellungen statt. Wurden diese in den ersten Jahren noch in verschiedenen Räumen des Schlosses und im ehemaligen Forsthaus gezeigt, wurde 1973 mit der Orangerie ein eigener Raum für große Sonderausstellungen geschaffen. Mit dem Neubau der Orangerie im Jahr 2014 kam mit dem sogenannten White Cube ein weiterer Raum dazu. Bislang wurden in dem Museum 132 Sonderausstellungen gezeigt; mit „Geschichte(n) erleben 2 auf Schloss Homburg“ kommt nun die 133. Sonderschau dazu.
Die ersten Objekte des Museums wurden 1926 nach einem Aufruf des Bergischen Geschichtsverein zusammengetragen. Damals bat der Verein die Menschen im Oberbergischen, Objekte zu spenden, die typisch für das Leben in der Region waren – darunter Möbel und auch Werkzeuge. 1936 hat der Oberbergische Kreis vom Bergischen Geschichtsverein die Trägerschaft des Museums übernommen. Heute soll die Sammlung des Museums mehr als 20.000 Objekte umfassen. Einige davon sind auch zu sehen, wenn man sich die Jubiläumsausstellung anschaut – darunter auch der neue Raum „1926“ zu „100 Jahre, 100 Exponate“.
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[Schloss Homburg aus Playmobil-Steinchen gebaut (oben). Schülerinnen und Schüler schauen sich die Burgen in der Orangerie an (unten).]
Möglich gemacht wurde die Ausstellung mit Unterstützung der Kulturstiftung Oberberg der Kreissparkasse Köln. Diese fördert die Schau mit 10.000 Euro. Die Jubiläumsausstellung wird bis zum 24. Januar 2027 zu sehen sein. Darüber hinaus ist anlässlich des 100. Geburtstags des Museums noch ein Museumsfest geplant. Stattfinden soll das am Sonntag, 13. September. Weitere Informationen dazu werden folgen.
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