Wiehl - Zwei Tage vor Weihnachten kommt keiner zu einer Autorenlesung – von wegen; Buchhändler Mike Altwicker hatte den richtigen Riecher: 250 Raabe-Fans kamen zur Lesung des neuen Thrillers von und mit Melanie Raabe in das Forum der Volksbank Oberberg in Wiehl.
Von Vera Marzinski
„Die Wälder“ – tagsüber findet Melanie Raabe Wälder wunderschön, nachts eher „Horror“. Über Wälder wusste auch Buchhändler Mike Altwicker von Hansen&Kröger einiges. So gebe es derzeit 60 lieferbare Titel über „Waldbaden“ und der älteste derzeit nachweisbare Wald sei wahrhaftig ganz in der Nähe: in Lindlar. Er moderierte den spannenden Buchvorstellungstermin und so erfuhren die Gäste einiges über andere Projekte wie der Podcast „Raabe & Kampf“ mit Freundin Laura Kampf, wie Melanie Raabe an das Schreiben herangeht und dass sie „wirklich, wirklich chaotisch“, wie sie sagt, ein Buch beginnt.
Der Thriller „Die Wälder“ spielt in zwei Ebenen – zum einen in den Wäldern und zum andern in einem kleinen Dorf. Eine kleine Einführung gab der Prolog, den Raabe zu Beginn las - bei Totenstille im Saal. So leise, dass man kaum wagte mit dem Stift etwas aufs Papier zu kritzeln – geschweige denn zu fotografieren. Die Hauptfigur ist Nina. Der Name passte irgendwie am besten, fand die Autorin. Nina ist Ärztin und hat gerade einen 48-Stunden-Dienst, obwohl sie viel lieber zu einer Halloween-Party gegangen wäre. Da ruft eine Frau aus ihrem kleinen Heimatdorf an und teilt ihr mit, dass ihr bester Freund Tim gerade gestorben sei. Das ist das erste Puzzleteil, dass die Autorin Raabe dem Publikum mitgibt.
[Melanie Raabe liebt Weihnachten, verriet sie – Tradition, Rituale, Weihnachtsfilme und derzeit besonders „Santa Claus is comming to town“ in der Version von Harry Connick Jr..]
Ein zweites folgt mit einem Einblick in die Geschichte des Kennenlernens von Nina und Tim in Kindertagen. Gloria ist eine weitere wichtige Figur – die Schwester von Tim, die als Kind plötzlich verschwand. Kurz vor seinem Tod versuchte Tim seine Freundin zu erreichen und hinterlässt ihr eine geheimnisvolle Nachricht. Schon beim ersten Kapitel habe er Angst bekommen, gesteht Mike Altwicker. Nach diesem Geständnis freut sich Raabe: „Das ist mein idealer Leser“.
Dass es sehr, sehr spannend in dem neusten Buch wird, erspürten die Gäste schnell. Und der Cliffhanger zum Ende der Buchvorstellung ließ viele Spekulation offen, bereitete ein düsteres Kopfkino und wirkte schon sehr horrormäßig. Ein typischer Melanie-Raabe-Thriller – den nahmen sich auch viele mit und ließen sich nach der Lesung „Die Wälder“ von der Autorin signieren. Eigentlich hatte Melanie Raabe schon ein anderes Buch halb fertig, erzählte sie. Doch mitten in New York poppten Gedanken für „Die Wälder“ auf.
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[Auch über „Die Falle“ sprachen Raabe und Altwicker – die Rechte sind erneut verkauft, die Verfilmung steht noch aus, wird aber kommen.]
Kurz fasste sie zusammen, wohin die Reise bei dieser Idee hingehen sollte und schickte sie per WhatsApp an ihre Agentin. „Leg das andere beiseite und leg los“, kam als Antwort. Und das nächste Buch? Das muss im April fertig sein. Diesmal etwas ganz anderes - es wird ein Sachbuch, bei dem es unter anderem um Ideenfindung geht. Darauf habe sie richtig Lust und müsse jetzt wohl ein wenig Gas geben. So vor Weihnachten kamen da Kartenschreiben und Plätzchenessen dazwischen. Sie erzählt dies so, als ob man mit einer guten Freundin zusammensitzt. Melanie Raabe ist sehr authentisch, plaudert gerne über die Entstehung ihrer Bücher und bezieht auch Stellung, wenn es nötig wird.
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