KULTUR
„Froschkönigin“ hüpfte im Stadtteilhaus
Wiehl – „La Signora“ sorgte in Drabenderhöhe für viele Schmunzler und laute Lacher.
Von Vera Marzinski
Im ausverkauften Stadtteilhaus Drabenderhöhe blickte „La Signora“ in ihrer Show „Froschkönigin“ auf 20 Jahre Bühnenkarriere zurück und zeigte als Showgirl ihr Jubiläumsprogramm wahlweise mit ihrem Akkordeon, verbal oder auch mal wild tanzend und hüpfend. Die italienischstämmige Carmela De Feo ist Musikerin, Sängerin und Comedian. In ihrer Rolle der „La Signora“ gibt sie ein singendes und Akkordeon spielendes „Italo-Ruhrpott-Weib auf Männersuche“ und das seit 2006, also mittlerweile 20 Jahre – und das, wie sie sagte, „ganz ohne Sexskandale“. Ob es an ihrem Erscheinungsbild ganz in Schwarz und mit Haarnetz liegt? Auf alle Fälle sind es bisher 20 Jahre Lachen mit La Signora … bis der Prinz kütt.
Den Prinzen suche sie noch und hoffe, er sei im Publikum in Drabenderhöhe, wo über 300 Gäste begeistert ihr Programm verfolgten – und auch schon mal mit einbezogen wurden. „Tut Dir was weh?“, wollte sie von einigen wissen. Sowohl die Antwort „Alles“ als auch „Nichts“ waren für sie ein gefundenes Fressen, denn dazu hatte sie so manche Kommentare und kam immer wieder gerne darauf zurück. Auch auf das kleine Auto des Herrn in der ersten Reihe, das wohl eher deshalb unauffällig sei, weil seine Frau mit Diamanten arbeite.
Für die Presse wollte sie gerne langsamer sprechen, damit man beim Mitschreiben mitkomme – oder man solle wie in einem Interview kürzlich einfach alles aufnehmen und dann mit KI zu einem Text verwandeln. Wobei sie dafür wohl noch deutlicher sprechen müsse, kommentierte sie dies schmunzelnd. Zum Schmunzeln und herzhaftem Lachen kam das Publikum durchweg. Wie auch in den Besuchen in Wiehl zuvor – mittlerweile gastierte sie zum sechsten Mal bei einer Veranstaltung des Kulturkreises Wiehl. Wobei dies das erste Mal im Stadtteilhaus war – da müsse man aber noch an der Deko arbeiten, fand sie.
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[Singend, tanzend, hüpfend und erzählend zog sie die Zuschauer im Drabenderhöher Stadtteilhaus in ihre Welt aus Anekdoten und energiegeladener Resolutheit.]
Im Rückblick auf 20 Jahre erzählte sie, dass sie am Anfang in jedem Kaff gespielt habe – auch in Wiehl. Als Froschkönigin sei sie Königin einer Pfütze und habe sogar ein Lied dazu mit viel Hüpfaktion und Hüftschwung dabei. Sie sei 20 Jahre Showgirl auf der Bühne mit dem Instrument des Jahres, dem Akkordeon. Das sei nicht auf der schwarzen Liste der Orchesterinstrumente wie die Tuba oder das des holländischen Kastraten mit dem Eierschneider.
Das Akkordeon seufzte wie ein Rentner bei seinem letzten Atemzug und „das muss man streicheln und natürlich besingen!“ Heute müsse sie mehr bieten als zu Beginn ihrer Bühnenaktivität, denn „die Leute sind von Social Media verwöhnt“. Dabei ist sie online selbst sehr aktiv. Da kann sie sich auch nicht anstecken. In Drabenderhöhe schon, denn alle würden ja in ihre Richtung atmen und sie hoffte, dass ein Arzt im Saal sei – Tierarzt reiche auch. Passend dazu ein Lied auf die Melodie „Baby don’t hurt me“. Spätestens beim Lied „Ich bin dein Alibi“ bemerkte man ihre grandiose Stimme.
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[Die "Kakerlake of Kalauer" feiert derzeit ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum, bei dem das Publikum so manches Mal mit eingebaut wird.]
Vertraglich wurde ihr für den Kulturkreis-Abend ein Mann versprochen. Da wolle sie eine original italienische Hochzeit und dazu durfte das Publikum „Ich will ein Kind von dir“ oder „Rucke di gu“ wie die Tauben oder ein “Piff paff puff“ rufen. Und zudem wolle sie lieber Vater werden. So einer wie Bob der Baumeister und dann müsse sie auch nicht duschen. Und wenn es Probleme gebe – da sage der Papa: „Ah, passt schon.“ Das Publikum war begeistert von ihrem vielfältigen Programm, bei dem sie auch auf das Thema „Kurschatten“ kam. Denn „Die Liebe ist wie eine Einbauküche – nach ein paar Jahren schämst du dich dafür“ und so wollte sie wissen: „Was machen Paare in Drabenderhöhe, wenn es mal etwas schwierig wird?“
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[Sie posierte sich extra für ein Pressefoto auf der Bühne mitten im Programm und betonte, sie habe keinen Kardashian-Körper - das sei ein Ruhrgebietsbody.]
Es stellte sich bei ihrer spontanen Umfrage heraus: mit den Hunden oder in den Keller gehen oder in den Wald flüchten – oder wie in ihrem Lied „Jetzt geh'n wir Bier holen“. Die Kabarettistin Carmela de Feo ist nicht nur mit ihrem grandiosen „Froschkönigin“-Programm unterwegs, ab März übernimmt sie im Radio den beliebten SR-Gesellschaftsabend. Mit ihrer Erfahrung, ihrem Esprit und ihrer sympathischen Persönlichkeit wird sie ihm neue Impulse verleihen. Und irgendwann wird sie sicher zum siebten Mal bei einem Kulturkreis-Wiehl-Abend gastieren.