KULTUR
Begeistertes Publikum beim 6. Gummersbacher Poetry Slam
Gummersbach – Fünf Slam-Poeten aus ganz Deutschland traten beim 6. Gummersbacher Poetry Slam in der Halle 32 gegeneinander an.
Ein tolles Literaturevent mit bekannten Slam-Poeten hatten die Halle 32 und Andreas Klein von slam_kultur auf die Beine gestellt. In einem Wettstreit traten Bernard Hoffmeister (Düsseldorf), Björn Rosenbaum (Dortmund), Lara Koe (Kierspe), Malte Küppers (Duisburg) und Paul Bokowski (Berlin) gegeneinander an. Vorab erklärte Moderator Tristan Kunkel die Regeln für das Publikum. So durften die Künstler beim modernen Dichterwettstreit nur mit eigenen Texten und ohne Hilfsmittel antreten und hatten lediglich zweimal sechs Minuten zur Verfügung, um die Zuhörer zu überzeugen. Sieben Jurytafeln wurden im Publikum verteilt und während der zwei Durchgänge wurden nach jedem Vortrag die Tafeln mit den Punkten von eins bis zehn hochgehalten, um die Slam-Poeten zu bewerten, wobei die beste und schlechteste Punktzahl gestrichen wurde. Der Fairness halber, falls durch Zufall Freund oder Feind dabei sein sollte.
[Tristan Kunkel führte das Publikum durch einen breit gefächerten, extrem unterhaltsamen Abend.]
Viele aktuelle Themen, witzig, ernst, kritisch und bewegend kamen auf die Bühne. So hatte Paul Bokowski, mit seinem witzigen Text zu „Game of Thrones“ und Drachen, die Zuhörer sofort in seinem Bann und auch in seinen Alltagsgeschichten mit rollenden Flaschen auf dem Supermarktband und Veganern erkannten sich viele im Publikum wieder und es gab laute Zustimmungsrufe. Beim „Sofa-Kauf“ von Bernard Hoffmeister kamen viele Gäste aus dem Lachen nicht mehr heraus, stellte sich doch die Frage, ob der Kauf eines Sofas, gemeinsam mit der Freundin, um stilecht und lifestylemäßig Netflix schauen zu können, schon einer Verlobung gleichkommt.
Malte Küppers erzählte wortreich und mit vielen Gesten untermalt von seiner Kindheit, in der seine Mutter ihn ermahnte, nicht zu Lügen und er festgestellt hatte, dass viele Menschen die Wahrheit gar nicht hören wollten. Ebenso das Publikum, dem er grinsend mitteilte, dass er lieber zu Hause Playstation spielend auf dem Sofa geblieben wäre, anstatt nun hier in Gummersbach auf der Bühne zu stehen. Auch in seinem hervorragenden Vortrag über seine Fußballkarriere als Kind blieb kein Auge trocken. Lara Koe hingegen kam eher mit leisen Tönen daher und faszinierte mit ihren ruhigen und nachdenklichen Worten, in einem Liebesbrief an sich und „Dich“ selbst, mit der Aufforderung: „Sei lieb zu Dir und vergöttere Dich selbst!“
[Mit seinen mitreißenden und wortgewaltigen abgedrehten Kurzgeschichten entschied Björn Rosenbaum den Dichterwettstreit für sich.]
Die Halle 32 zum Toben brachte Björn Rosenbaum mit seinen Beiträgen. Er untermalte seine „Liebeserklärung“ und „Plädoyer“ mit fesselnder Performance. Das Publikum erkannte sich vielleicht in einigen Dingen der Hassliebe, von liegen gebliebenen Socken, falsch zugeschraubter Zahnpastatube und unmöglicher Lache wieder. Als friedliebender Mensch versuchte Rosenbaum zu erklären, wie es möglich war, dass er seine Frau mit 27 Stichen mit dem Kuchenmesser erdolcht hatte, sie wahrscheinlich in das Messer getanzt sei. Seine abgedrehten Kurzgeschichten kamen bei dem Publikum so gut an, dass er auch im Finale gegen Malte Küppers die Nase vorn hatte und das Applausometer für ihn entschied.
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Björn Rosenbaum erhielt einen prall gefüllten Stoffbeutel, der zu Beginn von Tristan Kunkel durch das Publikum gereicht wurde, mit der Bitte, etwas aus der Handtasche, für den Sieger hineinzutun. So befanden sich neben Geldbeträgen ebenfalls Dinge wie Pralinen, Glückwunschkarten und Parkscheiben darin.
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