KULTUR
„Todsicher“ zum Lachen und Nachdenken
Bergneustadt - Das Schauspielhaus zeigt die Komödie „Todsicher“ von und mit Rita Winter über Leben, Tod und allem dazwischen.
Von Vera Marzinski
Über 20-mal stand Rita Winter mit dem Stück schon auf der Bühne im Schauspielhaus Bergneustadt. Nach der Aufführung Ende Oktober heißt es am 8. November und 5. Dezember wieder „Todsicher“. Nach „Die Irrungen der weiblichen Hysterie“ präsentiert die Schauspielerin ihr zweites selbst geschriebenes Solostück, erneut unter der Regie von Christine Bretz. „Todsicher“ hat Winter es betitelt, und ein bisschen geht es auch um den Tod.
[Mit den großen Lebensfragen beschäftigt sich Sophie (Rita Winter) bei der Planung ihrer Abschiedsparty.]
Todsicher ins Leben. Mitten im Leben plant Sophie ihre eigene Abschiedsparty – doch kann man sterben, wenn man vorher gar nicht gelebt hat? Die Idee zu der Komödie entstand, als Rita Winter selbst darüber nachdachte, wie ihre eigene Beerdigung aussehen sollte. Zum einen, weil andere gar nicht wissen, was und wie da sein könnte und sollte, sowie durch einen Artikel in einer Zeitschrift über Beerdigung – und zum anderen nach einem Termin bei einem Bestatter. „Der Tod gehört zum Leben. Viele wollen nicht darüber reden“, sagt sie. Sie selbst ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin bei den Maltesern.
Auch dadurch ist das Thema Sterben bei ihr präsent. Auf ihrer Beerdigung wird gelacht, denn sie findet das so wichtig und das kommt auch im Stück rüber. Mit „Die Irrungen der weiblichen Hysterie“ stand sie oft solo auf der Bühne – davon sollte es keine Fortsetzung geben. Es sollte etwas ganz Anderes, auch Lustiges und zum Nachdenken sein. Etwas, mit dem sie sich selbst beschäftigt – und im Grunde genommen jeder, denn der Tod gehört zum Leben. Gemeinsam mit Christine Bretz, die Regie führt, entwickelte sie das neue Stück „Todsicher“.
Sophie ist eine Frau, die feststellt, dass sie ihre Beerdigung planen muss, und sucht einen Final-Event-Manager, der alles für den letzten großen Auftritt organisiert. Was muss man bei so einer Abschiedsparty bedenken? Wen muss man informieren? Habe ich noch eine Bucket-Liste? Selber war Sophiel schon auf vielen Beerdigungen. Bei manchen gab es besonders leckere Häppchen danach, und sie hat sogar schon einen Kranz hinter sich geschmissen. Es gibt viel zu lachen in dem Stück. „Ernste Themen muss man überspitzen“, so Rita Winter – und das gelingt ihr brillant.
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[Zusätzlich zum Geschehen in der farbenfrohen Kulisse gehören zum Stück Filmeinspielungen mit „Bella“, die süchtig nach Followern ist.]
Zudem kommt im Stück noch Bella ins Spiel. Die hat einen Social-Media-Kanal und plappert oberflächlich über das Leben und über Beziehungen, mit denen sie selber nicht klarkommt, und ist süchtig nach Followern. Nicht nur durch die kurzen Einspielungen von Bella können die Theaterbesucher viel lachen. Ein Abend, bei dem man todsicher übers Leben nachdenkt. Denn: „Das Planen der eigenen Beerdigung macht immer lebendiger“, lässt die Autorin und Schauspielerin ihre Figur Sophie sagen.
Karten für die nächsten Aufführungen können unter anderem direkt über das Schauspielhaus Bergneustadt reserviert werden (Tel.: 02261/47 03 89).