KULTUR
„Feuer frei“: Völkerball lässt es in der Halle 32 krachen
Gummersbach - Die Rammstein-Tribute-Band verwandelt mit ihrer energiegeladenen Show und brachialen Sounds die Halle 32 in ein flammendes Inferno.
Von Peter Notbohm
Hier werden keine Gefangenen gemacht. Schon in den ersten Sekunden zieht die Rammstein-Tribute-Band Völkerball alle Sinne ihrer Fans in ihren Bann. Ein Knall, ein lauter Schrei, Feuer frei. Mit einer brachialen Wucht zelebrieren die Rocker sofort zu Beginn einen der bekanntesten Rammstein-Songs, der durch den Film Triple X Anfang des Jahrtausends weltweite Aufmerksamkeit bekam. Und der Titel ist auch bei Völkerball Programm: Pyros schießen im Takt der harten Gitarrenriffs, immer wieder regnen Funken auf die Bühne, die Hitze ist bis in die hinteren Reihen zu spüren und schnell liegt ein intensiver Geruch von Benzin in der Luft.
[Völkerball-Frontmann René Anlauff heizte die Fans immer wieder an.]
Die 2008 gegründete Tribute-Band aus Koblenz ist nicht zum ersten Mal in der Halle 32 zu Gast. Am Mittwochabend ließ Völkerball mit ihrer „Engel Tour 2026“ die Grundfeste der ehemaligen Produktionshalle erzittern. Der authentische Industrial-Look der Halle 32 bietet das perfekte Setting für das Genre der Neuen Deutschen Härte, mit der Rammstein zu einer der weltweit erfolgreichsten deutschen Bands geworden ist.
Auch in Gummersbach beweisen die Rocker von Völkerball, warum sie seit vielen Jahren als Nonplusultra der Rammstein-Tribute-Bands gelten. Die Bühnenshow mag kleiner und auch weniger spektakulär als die ihrer Vorbilder sein. Das ist aber auch kein Wunder, schließlich sind Rammstein-Konzerte ein grandioses Erlebnis für die Sinne und füllen weltweit riesige Stadien. Doch die Choreografie von Völkerball ist ebenso energiegeladen, detailverliebt und aufwendig inszeniert.
Beim Song „Pussy“ darf die „Peniskanone“, eine überdimensionierte Schaumkanone, genauso wenig fehlen wie das blutverschmierte Metzger-Kostüm, die überdimensionierte Messerattrappe am Mikrofon und der Kochtopf, in dem sich Keyboarder Andreas Schanowski vor dem Flammenwerfer im Song „Mein Teil“ versteckt. Die Provokation wird auch hier gelebt. Und spätestens, wenn beim Song „Ausländer“ ein Bandmitglied im Schlauchboot von den fast durchweg in schwarz gekleideten Zuschauern durch den Saal getragen wird, fühlen sich Rammstein-Fans angesichts solch liebevoller Details abgeholt. Nicht umsonst verspricht die Band in ihrem Motto: „99,9 Prozent Rammstein – 100 Prozent Völkerball“.
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[Mit einer beeindruckenden Pyroshow begeisterte die Band ihr Publikum.]
Auch Sänger René Anlauff weiß mit seiner Präsenz zu überzeugen. Das „R“ mag nicht ganz so stark rollen wie bei Till Lindemann, seine Stimme ist aber ähnlich rau wie ein Reibeisen und transportiert den brachialen Sound perfekt. Auch seine Tanzbewegungen imitieren Rammstein-Frontmann Lindemann immer wieder makellos. Dass die Halle 32 am Mittwoch nur etwa zu zwei Drittel gefüllt ist, stört die Band überhaupt nicht. Sie zieht ihr Programm leidenschaftlich durch, während das Gummersbacher Publikum im Takt headbangt.
[Die Bühne mutiert zum Höllenofen.]
Musikalisch lassen Völkerball ihren Fans kaum Luft zum Atmen. Während Rammstein ihre Lieder auf Konzerten geradezu ausladend zelebriert, reiht sich bei der Tribute-Band ein Song an den nächsten – kurz unterbrochen höchstens von einem schnellen Kostümwechsel. Die Setlist ist eine wilde Reise durch die acht Studioalben von Rammstein. Von „Asche zu Asche“ aus dem ersten Album Herzeleid über weltbekannte Hits wie „Du Hast“, „Ich Will“ oder „Engel“ bis hin zu „Dicke Titten“ oder „Zeit“ vom gleichnamigen Album „Zeit“, dem bislang letzten Studioalbum Rammsteins aus dem Jahr 2022. Auch gefühlvolle Balladen wie „Ohne dich“ oder „Donaukinder“ gehören zum Repertoire.
„Ein Hexenkessel, wie man ihn sich wünscht“, lobt Anlauff das Gummersbacher Publikum nach der letzten Zugabe nach über zwei Stunden. Völkerball bewies einmal mehr, warum sie zu Recht als eine der besten Rammstein-Tribute-Bands gelten. Bühnenshow, Performance und Musik zogen die Fans in ein flammendes Inferno.
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