KULTUR
„Alles hat seine Zeit“ in einer facettenreichen Ausstellung
Engelskirchen – „Tempus fugit“ ist ab morgen im Alten Baumwolllager zu sehen.
Von Vera Marzinski
Der Titel der Ausstellung „Tempus fugit – Alles hat seine Zeit“ findet sich in unterschiedlicher Weise in den ausgestellten Exponaten der EngelsArt-Künstler wieder, die ab der Vernissage am 2. August um 11 Uhr im Alten Baumwolllager zu sehen sind. Der Ausspruch „Tempus fugit“ geht auf den römischen Dichter Vergil zurück und bedeutet übersetzt „Die Zeit flieht“ oder im alltäglichen Sprachgebrauch „Die Zeit vergeht wie im Flug“. Die Idee, die aktuelle Ausstellung so zu nennen, entstand beim Künstlerstammtisch EngelsArt, der alle zwei Wochen mittwochs im Alten Baumwolllager stattfindet.
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[Beim Windhauch flattern die Exponate der Serie „Time to...(grow/remember/flow)" von Elke Erben im ersten Stockwerk des Alten Baumwolllagers.]
Von „Tempus fugit“ ließen sich die sieben Künstler inspirieren und jeder hat versucht, zum Thema etwas zu finden. Ninón Kucharczak nennt ihre digital bearbeiteten historischen Fotos „Ahnen-Kunst“. Damit versucht sie, Emotionen aus dem Alltag einzufangen und die Momente und auch die Vergangenheit in die moderne Zukunft zu transportieren. Joachim Lahr stammt aus Köln und lebt in Engelskirchen. Viele seiner Bilder – hauptsächlich in Acryl – haben Bezug zum Wasser. Das Thema „Zeit und Vergänglichkeit“ beschäftigt ihn schon länger.
In der Ausstellung sind Bilder von Venedig zu sehen, wohin er seit über 30 Jahren reist und sich inspirieren lässt. Auch sie zeigen den Lauf der Zeit. Katharina Rebecca Hake arbeitet mit nachhaltigen und organischen Materialien in Verbindung mit Kerzenwachs in Collagen und Assemblagen. „The News Today“ entstand aus Karton, Zeitungspapier und ein wenig Acrylfarbe, mit Kerzenwachs bearbeitet. Bei „Sunflower“ wurde unter anderem eine Blüte mit Wachs fixiert und konserviert. Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ gestaltet Elke Erben Licht und Schatten mit ihren fotografischen Arbeiten – Momentaufnahmen, wie die Zeit flieht. „Oft sind es die kleinen Dinge, die mich begeistern. Details und Fragmente im Alltag und in der Natur“, betont Erben. Sie stellt grundsätzlich für jede Ausstellung alles neu zusammen. Die Bilder „Zeit flieht“ haben etwas Luftiges. Deshalb sind sie auf Textil gedruckt und beim Windzug flattern die Exponate leicht.
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[Gemeinsam gestalteten die Künstlerinnen und Künstler die Ausstellung und halfen tatkräftig beim Aufbau gegenseitig mit, wie hier Elke Erben und Nicole Elsenbach.]
Die Exponate in der Gemeinschaftsausstellung könnten unterschiedlicher nicht sein. So hat Michael Hensel für die Ausstellung Bilder aus seiner 2024 geschaffenen Serie „Stadt in den Wolken“ ausgewählt. Pastellbunt, teilweise mit Glitzer sind diese Bilder im Untergeschoss, die angelehnt an die Offenbarung der Bibel entstanden sind. Sie sind eine Reduktion als Wahrnehmung zwischen Struktur, Vergänglichkeit und Transformation. Er möchte mit den Bildern Hoffnung machen, wie auch mit dem Sternentor auf einem der Bilder, als Übergang von der einen Zeitlinie in die andere.
Seit Ihr Kindheit begleitet Silvia Kallabis die Malerei. Die Autodidaktin arbeitet mit leuchtenden Farben und abstrakten Formen. 2009 hat sie die sieben Todsünden als Thema für sich entdeckt. Bilder wie Neid und Wut entstehen aus dem Gefühl heraus und dabei wird schwarze Tusche mit Feder auf den Grundstoff Acryl aufgetragen. Sie verarbeitet dabei ihre Lebensgeschichte wie Trennung, Todesfälle und Krankheit, erzählt sie, dennoch sind die Bilder in Teilbereichen farbenfroh. So zeigt das leuchtende Gelb die Leichtigkeit der Kindheit. Nicole Elsenbach studierte Grafikdesign und zeigt in der Ausstellung serielle Arbeiten, die mit Formen und Typografien der Werbeästhetik spielen. In ihren Künstlerinnenportraits aus Linoldruck möchte sie mit ihrer Serie „The world is a breast“ Hoffnung wecken mit der Betonung. „Vielleicht ist jetzt die Zeit der Frauen in der Kunst gekommen.“
Eine sehr facettenreiche und spannende Ausstellung mit Protagonisten aus Engelskirchen, Hückeswagen, Lindlar und Wiehl. „Tempus fugit – Alles hat seine Zeit“ ist bis zur Finissage am Sonntag, 23. August (14 bis 16 Uhr), sonntags von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr sowie samstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

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