KARNEVAL
Winterzauber und Narrentreiben: Ein Lindwurm im Westernfieber
Lindlar - Unter dem Motto „Wild wie im Westen“ schlängelte sich der Karnevalszug der Sünger Butzen durch die Straßen.
Von Kathrin Roloff-Jamin
Unter dem verwegenen Motto „Wild wie im Westen“ verwandelten sich die Lindlarer Ortschaften Hartegasse und Süng am Samstag in eine winterliche Arena der Lebensfreude. Während einige Schneeflocken vom Himmel tanzten, trotzten die Jecken den frostigen Temperaturen mit warmem Herzen. Punkt 15:11 Uhr – zur magischen Karnevalsstunde – setzte sich der „närrische Lindwurm“ unter dem Jubel der Menge in Bewegung.
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[Treue Jecken seit Jahren: Bärbel und Annelie aus Hartegasse.]
Schon lange vor dem Startschuss hatten sich die Straßenränder gesäumt: Ein Meer aus erwartungsvollen Gesichtern harrte der Dinge, die da kommen sollten, bewaffnet mit Tüten und Beuteln, bereit für den süßen Regen aus Kamelle und Strüßjer. An der Spitze des Zuges gab das Tambour-Korps Hartegasse traditionell den Takt an und entfachte mit schmetternden Klängen ein närrisches Feuer, das die Kälte im Nu vergessen ließ.
Mit Stolz und „Alaaf“ präsentierten sich die lokalen Größen: Der KV Rot-Weiß Fenke strahlte mit den Silberfüchsen des SSV Süng um die Wette, während die „Jecken Reiter“ und fantasievollen Fußgruppen die Zuschauer verzauberten. Ein besonderer Blickfang war der prächtige Wagen der KG Sünger Butzen, der von seiner treuen Gefolgschaft durch die Straßen begleitet wurde. Zwischen dicken Winterjacken und dampfenden Bechern mit Heißgetränken blitzten die bunten Kostüme hervor.
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[Kinder und Eltern sammelten fleißig Kamelle.]
Dass die Lust am Feiern kein Verfallsdatum kennt, bewiesen die charmanten Freundinnen Bärbel (83) und Annelie (79). Inmitten des fröhlichen Getümmels an der Anton-Esser-Straße sicherten sie sich ihren Platz in der ersten Reihe. Ihr Geheimrezept gegen den Frost? Ein herzliches Lachen und die kluge Zwiebel-Taktik: „Wir haben heute einfach alles doppelt an“, verrieten die beiden Damen mit einem augenzwinkernden Schmunzeln. Ein paar Meter weiter setzte Familie Müller aus Lindlar auf eine sportlichere Methode der Wärmegewinnung. Ihr Credo des Tages: „Tanzen, lachen und bewegen“.
[Eine „Bienen-Familie“ im Partnerlook.]
Und so wurde jeder Trommelschlag zur Erwärmung genutzt. Die Kreativität der Jecken kannte auch in diesem Jahr keine Grenzen. Ein bunter Mix aus Piraten, schillernden Schmetterlingen und zarten Feen mischte sich unter Harry Potter und eine Horde Minions. Ganz am Puls der Zeit zeigten sich einige Narren im sportlichen Dress der Olympia-Athleten, während die kleinsten Karnevalisten als kuschelige Bärchen, fleißige Bienchen oder sogar als wandelnde Weihnachtsbäumchen die Herzen eroberten.
Der närrische Zug, der seinen Ursprung am Jugendheim nahm, bahnte sich gleich zweimal seinen Weg durch die festlich gestimmten Ortschaften Süng und Hartegasse. Sein Finale fand der „närrische Lindwurm“ schließlich bei „Edith“. Doch das Ende des Zuges markierte lediglich den Beginn eines langen Abends: Bei der After-Zoch-Party wurde geschunkelt, gelacht und das Leben gefeiert. Jedes Jahr wird ein Event-Point von Thomas Lenort und der alten Tanzgruppe aufgebaut. Der Erlös kommt den Tanzgruppen der KG Sünger Butzen zugute.

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