KARNEVAL

Viermal „Lenkeln Alaaf“ für die Damen

vma; 31.01.2026, 12:10 Uhr
Fotos: Vera Marzinski --- Bei den Lindlarer Damensitzung wollen die jecken Weiber vor allem Party machen bei guter Karnevalsmusik.
KARNEVAL

Viermal „Lenkeln Alaaf“ für die Damen

vma; 31.01.2026, 12:10 Uhr
Lindlar - Superstimmung herrschte bei den vier Damensitzungen der KG Rot-Weiß Lindlar – Jedes Mal mit abwechslungsreichem Programm und bunt kostümierten jecken Gästen.

Von Vera Marzinski

 

Mit dem Damendreigestirn bringt das Komitee des Lenkelner Karneval ein Highlight und eine frische, neue Perspektive in ihr geliebtes Brauchtum. Die KG Rot-Weiß Lindlar veranstaltet sowieso seit Jahren immer vier Damensitzungen – und eine Herrensitzung. Allerdings gibt es seit der letzten Session auch noch das „Klüngeljetümmel“, die gemischte Sitzung. Man merkt hier besonders die Nähe zu Köln.

 

Beste Laune, bunte Kostüme und Selbstversorgung sind bei den jecken Damen auf den Sitzungen fest eingeplant. Da ist vor lauter Krapfen, Flammkuchen, Blätterteigschnecken, Muffins - und leckeren Getränken - kaum mehr Platz auf den Tischen. Aber ein Fässchen „Bergischer Sprizz“ passte bei einigen noch hin. Ausgelassen feierten die zahlreichen verkleideten Frauen bei der Damensitzung in Lindlar. Viele waren in Gruppenkostümen gekommen. Wie Beate aus Wiehl und Ilka aus Reichshof, die mit noch rund einem Dutzend jecken Frauen vorab an ihren Verkleidungen gebastelt hatten und mit ihrer Frosch-Truppe bei der dritten Sitzung einen ganzen Tisch belegten. Vergangenes Jahr waren sie als Nixen hier und die Karten für nächstes Jahr sind bereits geordert.

 

[Natürlich war auch das Lindlarer Dreigestirn dabei: Jungfrau Gabi (v.li.), Prinz Sandra I. und Bauer Manu.]

 

Wie sie dann kostümiert sein werden, ist noch offen, aber es gab ausreichend Inspiration durch die anderen Gruppen in der Sitzung. Hier tummelten sich Karnevalsmäuse in den verschiedensten Variationen – ob mit schwarzem T-Shirt und grauen Öhrchen oder silberne Paillettenkleider mit großen schwarzen Micky Mouse-Ohren. Oder „Candy-Girls“ mit rosa hochtoupierten Perücken und Lollis am Rock. Es schillerte überall in den verschiedensten Farben. Und nicht nur bunt konnten sie, sondern auch laut.

 

Denn „Steh auf, mach laut“ ließen sich die Damen nicht zwei Mal sagen und dann riefen alle noch die „Gisela“ mit den „Höhnern“. Die sind seit 50 Jahren auf den Karnevalsbühnen unterwegs. Ihr Fünfjähriges haben „Auerbach“ schon erreicht. Die wussten: „Bütze kannste nit allein“ - und begeisterten die Nixen, Papageien, Rehe, Schneefrauen, Karnevalsmäuse und Pierrots. Besonders viele Kirschblüten waren unter den Kostümierten, und Aperol Spritz war nicht nur als Getränk der Knaller.

 

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Viel Musik und jede Menge Lacher gab es, wie mit Ingrid Kühne und weiteren Rednern. Ein besonders „Wow“: die Tanzgruppen. Denn nicht nur die Steinenbrücker Schiffermädchen hatten beeindruckende Tänze mit Hebe- und Wurffiguren sowie synchrone Tanzeinlagen dabei, auch die „Dancing Daddys“. Die tanzenden Herren gibt es schon seit 22 Jahren - aktuell sind es 19 Männer, die unter anderem das „Verlieb dich nie hinter das Mädchen hinter der Theke“ vertanzten.

 

Die „Paveier“ waren „Immer immer wieder im Karnevalsfieber“ und die „Brings“ schwärmten von „Nä, wat wor dat dann fröher en superjeile Zick“ und hatten natürlich das neue „Lääv di lääve“ dabei. Und die jecken Weiber waren immer sehr textsicher – natürlich auch bei „Cat Ballou“, die sich freuten: „Oh wie schön dich wieder lache zu sehen“. „Et jitt kei wood“ und das aktuelle „Eau de Cologne“ hatten sie dabei sowie „Lass uns nicht geh‘n“ – aber es ging für die Jungs dann doch noch weiter zum nächsten Gastspiel.

 

[Die „Dancing Daddys“ boten wieder eine karnevalistische Tanzshow voller Spaß und Überraschungen.]

 

Unzählige Auftritte stehen für das erste weibliche Trifolium in der Gemeinde Lindlar an. „Das sind sicher noch 70 bis 80 Stück“, so Bauer Manu(ela) Exel, die seit 2019 Vizepräsidentin der KG Rot-Weiß Lindlar ist. Die Damensitzungen seien noch „zum Warmlaufen“. Das Dreigestirn zu bilden, sei mit Emotionen, tollem Feedback – „Endlich mal Frauen“ – und Spaß verbunden. Ein Zeichen für die Gleichberechtigung, das die Lebensfreude und das Gemeinschaftsgefühl im Karneval nur noch stärker macht.

 

Bauer Manu, Prinz Sandra I. (Panjak) und Jungfrau Gabi (Emler) präsentieren gerne ihr eigenes Lied „Lenkelner Mädchen jeck un doll, fiere met üch zum eetzte Mol“. Das steht auch auf ihrem Orden, der in Form einer Handtasche, mit roten High Heels und funkelnden Steinen, etwas ganz Besonderes ist. Passend zu den grandiosen Damensitzungen, bei denen immer fast 2.000 jecke Wiever feiern und die Karten so begehrt sind, dass sie schon ein Jahr vorher lange dafür anstehen.

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