KARNEVAL

Rauschendes Fest zum 80. Jubiläum

ad; 14.02.2026, 21:45 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Mit ihrem Sessionslied „Et jitt kei Wood…wenn ich an Waldbröl denk“ brachte Prinzessin Emily I. das Publikum zum Schunkeln und Mitsingen.
KARNEVAL

Rauschendes Fest zum 80. Jubiläum

ad; 14.02.2026, 21:45 Uhr
Waldbröl - Ihr 80-jähriges Bestehen feierte die KG Waldbröl mit einer kurzweiligen Prunksitzung und 450 Freunden in der ausverkauften Nutscheidhalle.

Von Astrid Deckers

 

Eine rauschende Prunksitzung feierte die Waldbröler Karnevalsgesellschaft in der ausverkauften Nutscheidhalle. Sitzungsleiter Henning Hergt äußerte seine Freude über die bunt kostümierten 450 Gäste bereits bei der Anmoderation und wünschte allen einen Nachmittag voller Freude, Humor und Spaß, bevor er die komplette KG auf die Bühne bat. Angeführt von den Minigarden 02 und 88, zogen die Nachwuchsgarde 77 und Prinzessin Emily I. aus dem Hause Bergen gen Bühne, bevor die Funkengarde 52 und der Vorstand und alle aktiven Mitglieder den langen Einmarsch antraten. Prinzessin Emily I. wandte sich zunächst mit emotionalen Worten an ihr Narrenvolk: „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schaue ich auf eine wunderschöne Session, die nun bald endet“, bevor sie noch einmal ihr Sessionslied zum Besten gab.

 

[Einmal „Hahn im Korb“ sein: Diesen Traum verwirklichte sich Henner mit seinem prächtigen Kostüm und wurde direkt von Lidija (li.) und Ivka umrahmt.]

 

Mit den Minigarden Rot-Weiß 02 und 88 rissen die jüngsten Gardetänzerinnen der KG die Zuschauer von den Stühlen. Egal ob es der Piratentanz der 02er oder Brings Songs der 88er waren, die Zuschauer hielt es nicht auf den Plätzen und sie sangen und feierten die Jüngsten für ihre grandiose Darbietungen, die nicht nur von Schrittfolgen, sondern auch ersten Hebefiguren geprägt waren. Die Ziffern sind im Übrigen kein Geheimcode, sondern das Gründungsjahr der jeweiligen Gardetruppe, wie Pressesprecherin Sabine Schneider-Nosbach erklärte. 

 

[Wenn aus „Liebe Verwesende, ach ne – Anwesende“ wird, dann ist Lieselotte Lotterlappen auf der Bühne und kein Auge bleibt trocken.]

 

Mit Joachim Jung, alias Lieselotte Lotterlappen, eroberte im Anschluss ein Comedian der besonderen Art die Herzen der Zuschauer. Gebannt verfolgten alle ihren innovativen und unschlagbaren Wortwitz, um ja keinen Gag zu verpassen. Angekündigt von Moderator Hergt als „Zungenschlag eines Leguans aus Limburg an der Lahn“ stellte Lotterlappen erneut unter Beweis, dass Hallen auch bei Wortbeiträgen zuhören, wenn diese den Nerv des Publikums treffen. In Anspielung auf Hergts Lappenjacke begrüßte ihn Lotterlappen mit den Worten: „Henning, Du kleiner geiler Lappenclown“ und nachdem der Musikmeister den Tusch verpasst hatte, übte sie mit diesem, wann ein Tusch erklingen müsse. Nach dem Witz „Was sagt ein Pinguin im Beutel eines Kängurus? Scheiß Schüler-Austausch“ verpasste auch der Tonmeister seine Einsätze nicht mehr und das Programm ging humorig weiter.

 

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Bei den Auftritten des Sextetts „StadtRand“, das bereits seit 2018 karnevalistisch unterwegs ist, aber zum ersten Mal in Waldbröl auftrat, und „Knallblech“, die bereits seit Jahren existieren und aus zehn Bläsern und einem DJ bestehen, explodierte die Nutscheidhalle. Mit dem Gassenhauer „Papagei“ von „StadtRand“ oder den harten, groovigen Beats von „Knallblech“ (Brassband meets DJ), alle standen, tanzten und sangen. Eine Polonäse der Gardegruppen durch den Saal unterstützte den energiegeladenen Groove bei der „Knallblech“-Version von „Axel F“ aus „Beverly Hills Cop“.

 

[Als Gelddiebe verkleidet nahmen elf Waldbröler Eltern von Gardetänzern als Gruppe an der Prunksitzung teil. Über ihre Kinder haben sie sich kennen- und mögen gelernt.]

 

Besonders begeistert zeigten sich die 13 Bewohner und ihre sieben Betreuer vom HBW-Standort „Haus am Park“ in Waldbröl. Gruppenleitung Anna-Lena Wolf berichtet, dass die Teilnahme an der Prunksitzung der KG seit drei Jahren zum festen Angebotsspektrum der Wohngruppen gehöre, nachdem eine neue Kollegin die Idee zur Teilnahme hatte. Nunmehr bilde die Veranstaltung, neben der HBW eigenen Karnevalsfeier ein „Jahres-Highlight“ für alle Bewohner, die sich darauf unglaublich freuen würden.

 

Mit „Aluis“ absolvierten vier Kölner Musiker ihren letzten Auftritt der Session in Waldbröl. Sie verbinden Elemente aus dem traditionellen Karneval und moderner Musik mit einer ausgelassenen und wilden Bühnenpräsenz. Die Bühnenoptik der Band wurde in Waldbröl von einer Abstimmung ihrer Internet-Community geprägt. Dem Abstimmungsergebnis, den letzten Sessionsauftritt in Frauenkleidern zu absolvieren, kam die Band eindrucksvoll nach und auch ihre Performance litt darunter in keiner Weise.

 

[Auch diese drei Gummibärchenbande-Mitglieder feierten „StadtRand“ und deren Song vom „Papagei“.]

 

Nach weiteren Musik-Acts und einem phänomenalen Aufritt der Nachwuchsgarde Rot-Weiß 77 war es Zeit, mit den Karnevalsfreunden Schönenbach einen befreundeten Karnevalsverein auf die Bühne zu beordern. Dieser ließ es sich nicht nehmen, den Freunden von der KG Waldbröl mit einer beeindruckenden Zahl an Mitwirkenden die Aufwartung zu machen und zu gratulieren. Neben dem Prinzenpaar Prinz Jona I. und seiner Prinzessin Lisa, waren auch der Ehrenpräsident Thomas Kardel, Vorstands- und Vereinsmitglieder, sowie knapp 40 Tänzer der Tanzgarde „Blue Girls“ vom TV Ruppichteroth angereist, um die Bühne mit knapp 100 Aktiven an ihre platztechnischen Grenzen zu bringen.

 

Moderiert von Präsident Tim Duisberg, intonierte das Prinzenpaar seine beiden Sessionslieder, bevor die zehn Tanzpaare und 20 Tänzerinnen der „Blue Girls“ die Halle zum Beben brachten. Besser und eindrucksvoller kann man wohl nicht gratulieren und Prinzenführer Jörg-Oliver Tietz zeigte sich sehr dankbar für dieses stattliche Erscheinen seiner Karnevalsfreunde aus Schönenbach. Mit den Tänzen der Funkengarde Rot-Weiß 52 endete der offizielle Teil der Prunksitzung so, wie er sich durchweg präsentiert hatte: Unterhaltsam, grandios und einem 80. Jubiläum würdig

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