KARNEVAL

"Et levve es zo koot för irgendwann": Prinzenpaar startet in die 133. Session

us; 11.01.2026, 16:50 Uhr
Fotos: Michael Gauger --- Prinz Marin I. und Prinzessin Jolina: Sie sind kein Paar oder Ehepaar, sondern nach Ansicht von Senatspräsident Reinhold Müller (li.) eine professionelle, karnevalistische Arbeitsgesellschaft.
KARNEVAL

"Et levve es zo koot för irgendwann": Prinzenpaar startet in die 133. Session

us; 11.01.2026, 16:50 Uhr
Engelskirchen – Im Rahmen einer rauschenden Sause proklamierte die KG Närrische Oberberger gestern die neuen Tollitäten des Traditionsvereins.

Von Ute Sommer

 

Mit der Prinzenproklamation wartete gestern einer der Höhepunkte der Session 2025/2026 auf die rund 400 Karnevalisten, die der Einladung der KG Närrische Oberberger in die Grundschule nach Engelskirchen gefolgt waren. Senatspräsident Reinhold Müller hieß viele Jecken aus den eigenen Reihen, Repräsentanten befreundeter Karnevalsvereine aus dem Umfeld, sowie Michael Röser und Kai Gissinger vom Bund Deutscher Karnevalisten willkommen. Als Eisbrecher brachten die Jugendtanzgruppe und die Pänz der Schlossgarde die Feierlaune im Saal mit hinreißenden Tanzdarbietungen auf Betriebstemperatur, in die sich mit der Verabschiedung des Prinzenpaares 2025 ein Hauch von Melancholie mischte.

 

[Oberbergs Neu-Landrat Klaus Grootens (li.) und Engelskirchens Neu-Bürgermeister schunkelten im Gleichtakt.]

 

Doch gelang es dem Trompeter und Entertainer Michael Kuhl anschließend, „ein Kaminfeuer für die Ohren“ zu entzünden, an dem sich das Publikum beim gemeinschaftlichen Mitsingen von „Katrin“, „In unserm Veedel“ oder „Ich han dä Millowitsch gesinn“ wärmte. Gut so, denn der jetzt folgende Einmarsch des designierten Prinzenpaares, eskortiert von Elferrat und Schmölzchen, dauerte rekordverdächtige 23 Minuten, in denen die Royals, samt Hofstaat ein ausgiebiges Vollbad in der jecken Menge nahmen, die mit jeder Menge Strüßcher, Bützjer und Umarmungen beschenkt wurde.

 

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 Ebenfalls beschenkt, nämlich mit einer eigenen Karnevalsmütze, wurde der frisch gebackene Engelskirchener Bürgermeister Lukas Miebach, den Reinhold Müller mit einem „Dreimol von Hätze Engelskirchen Alaaf un Kall Du!“ hochleben ließ. Nach dem irren Triumphzug Richtung Bühne bescheinigte der erste Bürger der Gemeinde dem designierten Prinzenpaar A priori einen „erstklassigen Job“. In seiner Gemeinde sei die fünfte Jahreszeit fest in Bürgerschaft, in Familien, Freundeskreisen und Nachbarschaften verwurzelt, die Turnhalle als Veranstaltungsort eine Heimat, in der Gemeinschaft gelebt werde, so Miebach. Deshalb sei die für 2027 geplante, bauliche Hallenerweiterung kein abgehobenes Luxusprojekt, sondern ein klares Bekenntnis zum Kulturgut Karneval, das von der KG Närrische Oberberger mit Hingabe gelebt werde.

 

 

Dann spitzte der jüngste Bürgermeister, den die Gemeinde Engelskirchen je hatte, den Spannungsbogen mit launigen Kurzcharakteristika der närrischen Oberhäupter und setzte anschließend den 23-jährigen Prinz Marin I. (aus dem Hause Balogovic) als jüngsten KG-Karnevalsprinzen und seine Prinzessin Jolina (aus dem Hause Huhle) in Amt und Würden. Sie führen die Närrischen Oberberger nun durch die 133. Session. Deren Sessionsmotto „Et levve es zo koot för irgendwann“ beinhalte eine tiefe Lebenswahrheit, weshalb der Rathauschef, unter dem frenetischen Beifall aller Gäste ein „Loss mer fiere“ hinterherschickte. 

 

Prinz Marin I. und Prinzessin Jolina revanchierten sich für die Ehre mit dem ersten Prinzenorden, mit dem sie sich anschließend noch bei Peter und Ramona Stommel, den Wirten ihrer Hofburg „Birkenbäumchen“ bedankten. Mit „Nemm et Levve nit su schwer“ gab das Herrscherpaar eine erste Gesangs-Kostprobe aus dem Sessionslieder-Repertoire, zu dem der Saal steil ging. Obwohl sie gerade zur Leichtlebigkeit aufgefordert hatten, bürdeten die Karnevalsoberhäupter augenzwinkernd dem geschäftsführenden KG-Vorstand, dem Elferrat, dem Damenelferrat, der Schlossgarde, den Tanzgruppen, sowie dem Strafadjutanten und Rathauschef Miebach mit sieben jecken „Paragrafen“ Hausaufgaben für die Session auf.

 

Im weiteren Verlauf des Abends übernahmen mit der Tanzgruppe Rot-Weiß und der Schlossgarde die Aushängeschilder der Engelskirchener Narren die Regie auf der Bühne, präsentierten die brandneue Choreo „Glockenspiel“ und setzten „Mein Schatz“, „Party alaaf“ sowie „Fiere“ tänzerisch in Szene. Einen Augenschmaus der besonderen Art servierten die 15 Damen des Mütterkaffees, die unter Leitung von Tina Baldus, Daniela Borschbach und Trainerin Marie Buschhaus mit der schillernden Aufführung von „The Greatest Showman“ die Geschichte des Zirkuspioniers P. T. Barnum in Erinnerung riefen. Nach dem Motto „Je später der Abend, desto prominenter die Gäste“ riefen die Newcomer von Auerbach musikalischen Großalarm in der Turnhalle aus, bevor die fünf Kölschrocker von Eldorado den Schlusspunkt hinter eine abwechslungsreiche und ausgelassene Veranstaltung  setzten. 

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