KARNEVAL

Tradition bleibt auch dank frischen Blutes erhalten

ls; 04.02.2026, 11:50 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Die „Showmen“ begeisterten in ihren Kostümen die jecken Frauen restlos.
KARNEVAL

Tradition bleibt auch dank frischen Blutes erhalten

ls; 04.02.2026, 11:50 Uhr
Engelskirchen – An zwei Tagen wurde mit der KfD der Mütterkaffee gefeiert - Junge und erfahrene Frauen stehen gemeinsam auf der Bühne.

Von Leif Schmittgen

 

Es ist eine lange Tradition in Engelskirchen, alljährlich den Mütterkaffee bei der KfD zu feiern. Seit Ende der 1940er Jahre gibt es die Veranstaltung. Dabei hat sich im Laufe der Jahre einiges geändert: „Wir müssen mit der Zeit gehen“, verriet Wolfgang Oberbüscher vom Bühnen-Aufbauteam. Die Sketche kommen moderner rüber, zum Beispiel beim Hauptstück „Camping“. „Leg doch mal dein Handy zur Seite, sonst wird das nie was“, sagt die entnervte Mutter zur Tochter, die sich offensichtlich brennend für Social Media interessiert. 

 

[Auch dieses Mal wurde um Spenden gebeten: 4.444,44 Euro kamen zusammen.]

 

Die Camper-Novizen versuchen vergeblich ein Minizelt aufzubauen und sehen sich dabei zu allem Überfluss dem Spott des erfahrenen Biwakers „Bernd Brutzel“, am Grill stehend, ausgesetzt. Die stetig wachsende Bürokratie wird von der Platzchefin aufs Korn genommen, die jeden noch so kleinen Handgriff der Protagonisten korrigiert und am laufenden Band Verbote ausspricht. Nicht nur der Zeitgeist, auch die Protagonistinnen haben sich verändert. Denn von Anfang 20 bis Mitte 60 rekrutiert sich das Feld der 15 aktiven Frauen alterstechnisch auf der Bühne. Das „frische“ Blut ergänzt sich augenscheinlich hervorragend miteinander. Und allesamt hatten sichtlichen Spaß, besonders dann, als ihr Einsatz mit teils stehenden Ovationen lautstark belohnt wird.

 

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„Bereits im August verraten uns die Frauen, was sie vorhaben. Wir bauen dann das Bühnenbild entsprechend der Wünsche“, so Oberbüscher. An den beiden Veranstaltungstagen gibt es für das sechsköpfige Aufbauteam  eine Art Drehbuch, in dem jede Requisite mit einem zeitlichen Aufbauplan versehen ist, damit auch ja nichts vergessen ist. Von den Tätigkeiten im Hintergrund bekommen die rund 850 Gäste, die an den beiden Tagen in die Aula der Engelslirchener Grundschule gekommen sind, rein gar nichts mit. Obwohl sich „Hausfrauen aus Spaß an der Freud`“ (Oberbüscher) mit Schauspiel und Tanz engagieren, wirken die Auftritte durchweg hochprofessionell. Als „Katzen“ verkleidet wird allen Helfern im Hintergrund während des Eröffnungssketches gedankt, ehe dem Engelskirchener Prinzenpaar samt Schmölzchen ein tosender Empfang bereitet wird.

 

 

Einen Banküberfall (Foto oben) der besonderen Art erlebt das Publikum im nächsen Stück. Die vermeintlichen Räuber merken schnell, dass der Bankmitarbeiter selbst in höchster Finanznot ist. Das bringt die Räuber schließlich dazu, ihm das erbeutete Geld zu überlassen. Als der Kassierer schließlich für den zehnten Geldsegen in Folge geehrt wird, sind die Lacher in der Aula besonders laut. Im Laufe des bunten Nachmittags folgen aber auch reale Auszeichnungen. Für 40 Jahre KfD-Mitgliedschaft wurde Anette Lüdenbach geehrt und seit 30 Jahren ist Elke Sassenhausen mit dabei.

 

 

Humoristisch geht es dann bei „Zucki Zucki“ in Anlehnung an eine 1990er-Jahre-Quizshow weiter. Spätestens jetzt stehen die ersten jecken Frauen applaudierend auf ihren Stühlen. Büttenreden und die musikalische Untermalung des Mütterkaffees durch Berthold Heuser und Thomas Beerfeld sorgen für kurzweilige Nachmittage. Bei den Tänzen zum Eingangssketch oder im späteren Verlauf auch bei „Showmen“ und „Aladdin“ kommen wieder einmal liebevoll gestaltete Kostüme und aufwändig erarbeitete Choreografien zum Einsatz. Nicht fehlen darf auch dieses Mal der wandernde Spendenhut. Dieses Mal wurde für die Johanniter-Jugendhilfeeinrichtung in Kaltenbach und das Tierheim Wipperfürth gesammelt.  Der Erlös über 4.444,44 Euro geht je zur Hälfte an die begünstigten Einrichtungen.

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