KARNEVAL
Jecke Stunden in der VOSS-Arena
Wipperfürth - Mit einem hochkarätigen Programm, einem besonderen Dreigestirn und ausgelassener Stimmung feierte die Narrenzunft Neye ihre große Kostümsitzung in der VOSS-Arena.
Die große Kostümsitzung der Narrenzunft Neye hat gestern die Wipperfürther VOSS-Arena in eine bunte Hochburg des rheinischen Karnevals verwandelt. Schon beim Einlass am frühen Nachmittag war die Vorfreude bei den Gästen deutlich zu spüren, ehe Präsident René Löhr die jecken Stunden eröffnete.
[Bürgermeisterin Anne Loth und Präsident René Löhr bei der Begrüßung der närrischen Gäste.]
„Ich freue mich, jetzt gleich loslegen zu können bei der großen Kostümsitzung der Narrenzunft Neye hier in der Wipperfürther VOSS-Arena. „Ich wünsche allen Gästen einen wunderschönen Nachmittag und einen schönen Abend mit viel, viel Spaß“, begrüßte Löhr das Publikum und ergänzte mit Blick auf das weitere Programm, dass im Anschluss an den offiziellen Teil noch die große Anschlussparty mit DJ Ulli Becker stattfindet. „Also, Leute: Feiert Karneval, vergesst ein bisschen die Sorgen im Alltag.“
Kurz darauf folgte der stimmungsvolle Einzug mit dem Tanzcorps der Blau-Weiß Neye, dem Elferrat und dem Dreigestirn. Musikalisch vom DJ untermalt zog Prinz Lucca I. gemeinsam mit Bauer Benjamin und Prinzessin Johanna unter großem Applaus in die Arena ein. Präsident Löhr machte dabei deutlich, dass es sich um ein ganz besonderes Dreigestirn handelt. „Letztes Jahr hatte ich die Ehre, das jüngste Prinzenpaar in unserer nun 70-jährigen Vereinsgeschichte vorstellen zu dürfen. Jetzt wird es das jüngste Dreigestirn in unserer Vereinsgeschichte sein – mit einer Besonderheit. Wir haben eine Prinzessin anstatt einer Jungfrau“, erklärte er und bat das Publikum: „Erhebt euch von den Plätzen und empfangt nun unser Dreigestirn.“
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[Die Tanzgruppen der Tanzcorps Blau-Weiß Neye sind die Stars der "Narrenzunft Neye".]
Bei der Vorstellung der Tollitäten zeigte sich Löhr gewohnt humorvoll. „Prinz Lucca I., ein schmucker Prinz im Karneval. Zu seiner Linken der stolze Bauer Benjamin – und bei der Jungfrau, meistens ein Mann, sagt man ja oft, das sei das Schönste, was man gefunden hat.“ Das müsse man sich dann erst einmal „schöntrinken“. Das bräuchte man dieses Jahr nicht, „denn wir haben das Schönste gefunden: unsere Prinzessin Johanna“, und erntete großen Applaus.
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Sichtlich bewegt zeigte sich anschließend Prinz Lucca I. selbst. „Vielen, vielen Dank für diesen grandiosen Einmarsch. Wir haben hinten im Gang gestanden und waren alle sehr nervös. Aber wie ihr uns hier empfangen habt, das ist der absolute Wahnsinn“, sagte der Prinz und richtete einen besonderen Dank an Familie, Freunde und den Verein. Prinzessin Johanna sprach offen über ihre persönlichen Gefühle. Das sei ein klitzekleiner Kindheitstraum, auf dieser Bühne zu stehen, sagte sie und schlug den Bogen zum diesjährigen Sessionsmotto: „Op die Fründschaft, op die joode Zick, op dä Aurebleck, kumm mer lääve hück.“ „Das steht dafür, dass ich hier mit meinen zwei besten Freunden auf der Bühne stehen darf – und für die Freundschaften, die wir durch den Karneval neu schließen.“ Mit Blick auf den Abend machte sie deutlich: „Ich habe richtig Bock auf einen guten Abend heute. Lasst uns die Momente nicht auf morgen verschieben, sondern heute alles zusammen genießen.“
Auch Bürgermeisterin Anne Loth fand in ihrer gereimten Ansprache klare und zugleich herzliche Worte. „Heute hat der Ernst des Lebens Ruh“, begann sie und betonte, wie wichtig der Karneval für Zusammenhalt und Frohsinn sei. „Man schaut nach draußen und denkt sich leis: Die Welt ist laut, doch keiner weiß, wer noch erklärt und wer nur streitet – gut, dass hier Karneval uns leitet!“ In Wipperfürth halte man mit Lachen, Musik und jeckem Schwung – von Alt bis Jung – zusammen“.
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[Die Funky Marys aus Köln brachten mit ihren Hits und viel Energie beste Stimmung in die VOSS-Arena.]
Nach dem Einmarsch und den ersten Tänzen des Tanzcorps Blau-Weiß Neye nahm das Programm ordentlich Fahrt auf. Mit den Funky Marys aus Köln folgte ein erster musikalischer Höhepunkt, der die VOSS-Arena endgültig auf Betriebstemperatur brachte. Mit ihren bekannten Hits, viel Energie und direktem Draht zum Publikum verwandelten sie den Saal in eine einzige Mitsing- und Tanzfläche.
Auch „Cologne Unplugged“ sorgte später mit handgemachter kölscher Musik für beste Stimmung und bewies, dass Karneval auch akustisch bestens funktioniert. Einer der Höhepunkte des Abends dürfte der Auftritt der Räuber gewesen sein. Spätestens bei ihrem Klassiker „Oben Unten“ hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen: Der Saal sang lautstark mit, Arme gingen nach oben und unten, nach rechts und links und die Stimmung kochte – echtes kölsches Karnevalsgefühl pur.
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[Tanja, Yvonne, Riccarda, Jasmin und Lucie aus Wipperfürth erwarteten jede Menge Party und viel Spaß.]
Mit weiteren Programmpunkten wie der Burggarde Denklingen, Björn Heuser, Fiasko, Heddemer Twix, der Werstener Music Company und DJ Ull blieb die Stimmung bis in den späten Abend hinein auf hohem Niveau.
Am Rande der Veranstaltung zeigte sich auch das Publikum begeistert. Eine Gruppe junger Frauen aus Wipperfürth brachte es lachend auf den Punkt: „Wir sind eine wild gemischte Mädchen-Gruppe – und wir erwarten heute einfach ganz viel Spaß. Eine Karnevalsparty, weil wir das halt können!“ Ein Fazit, das die große Kostümsitzung der Narrenzunft Neye treffend zusammenfasst.

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