KARNEVAL
Enttäuschung bei der Großen KG Rot-Weiß Lindlar
Lindlar – Die KG wollte den Naturrasenplatz künftig für eigene Veranstaltungen nutzen – Der Gemeinderat hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Seit einigen Monaten wird immer häufiger über die Zukunft des Naturrasenplatzes in Lindlar gesprochen, der am Johannesweg oberhalb des Kunstrasenplatzes des TuS Lindlar liegt. Fußball wurde dort schon viele Jahre nicht mehr gespielt; stattdessen grasen Schafe auf der Wiese. Anfang Mai hat der Rat der Gemeinde Lindlar in nichtöffentlicher Sitzung entschieden, dass der Platz auch künftig als Sportstätte genutzt werden soll (OA berichtete). Damit hat der Rat den Plänen der Großen KG Rot-Weiß Lindlar einen Strich durch die Rechnung gemacht. Offiziell bekannt war ein Interesse der KG an dem Rasenplatz bislang noch nicht. Heute hat sich Präsident Philip Caucal mit einem Statement der KG an OA gewandt.
„Da der Name unserer Gesellschaft in der aktuellen Berichterstattung rund um den Naturrasenplatz in Lindlar genannt wurde und zudem über mögliche Planungen einer Eventhalle berichtet worden ist, möchten wir hierzu gerne Stellung beziehen“, erklärt die KG. In den vergangenen Monaten habe sich der Vorstand der Karnevalsgesellschaft intensiv mit der Suche nach einer geeigneten Fläche für einen eigenen Veranstaltungsort in Lindlar beschäftigt. Derzeit finden die Veranstaltungen der KG oberhalb der Feuerwehr und des Raiffeisen-Markts am Bolzenbacher Kreuz statt – und das unter beengten Bedingungen, wie Philip Caucal auf Nachfrage von OA erklärt.
„Ziel war es insbesondere, den seit vielen Jahren ungenutzten Naturrasenplatz als mögliche neue Heimat für unsere Aktivitäten zu entwickeln. Dabei war uns eine ortsnahe Lösung besonders wichtig – auch mit Blick auf die Einbindung und Stärkung der örtlichen Gastronomie“, heißt es in der Mitteilung. Mittlerweile sei die KG von der Gemeinde Lindlar darüber informiert worden, dass der Gemeinderat sich dafür entschieden hat, dass die Fläche auch künftig dem Sport zur Verfügung stehen solle. „Selbstverständlich respektieren wir diese Entscheidung“, so die KG. „Gleichzeitig bedauern wir sie sehr, da wir große Hoffnung auf einen anderen Ausgang gesetzt hatten.“
Bei der KG wünscht man sich eine geeignete eigene Fläche, so wie sie vielen anderen Vereinen ebenfalls zur Verfügung gestellt worden sei. „Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert gewesen, unser Konzept auch direkt dem Gemeinderat vorstellen zu dürfen.“ Stattdessen habe die KG lediglich die Möglichkeit gehabt, eine Präsentation im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur zu halten. Unter anderem habe die Idee bestanden, in einem weiteren Schritt und zu einem späteren Zeitpunkt eine Kultur- und Veranstaltungshalle zu errichten. Das Ziel: langfristig eine verlässliche Infrastruktur für die Vereinsarbeit zu schaffen. „Eine solche Halle hätte darüber hinaus vielseitig genutzt werden können – beispielsweise für Märkte, sportliche Aktivitäten, Konzerte, Kinderveranstaltungen oder weitere kulturelle Angebote.“
Bei der KG ist man davon überzeugt, dass ein solches Projekt „einen echten Mehrwert“ für die Gemeinde Lindlar sowie positive Impulse für Gastronomie und Tourismus hätte schaffen können. „Aber auch unabhängig von einer möglichen Halle hätte die Fläche selbst vielfältig genutzt werden können – etwa für mobile Sportstätten, Veranstaltungen und weitere gemeinschaftliche Angebote.“ Unabhängig von der aktuellen Entscheidung begrüßt man bei der KG die Bereitschaft der Gemeinde, den Verein weiterhin bei der Suche nach alternativen Flächen zu unterstützen. „Gleichzeitig müssen wir jedoch realistisch feststellen, dass eine vergleichbare Lösung in unmittelbarer Ortsnähe zunehmend schwierig erscheint“, so der Vorstand.
Wie Anfang Mai berichtet, gab es im Rat für die Umsetzung anderer Ideen auf der Fläche des bisherigen Naturrasenplatzes – Engelmann nannte hier beispielhaft die Errichtung einer Eventhalle –, keine Mehrheit. „Hier überragten vor allem baurechtliche Bedenken“, so der Bürgermeister. Neben der Eintracht Hohkeppel soll auch der TuS Lindlar Interesse an der Fläche haben. Bei der KG möchte man sich weiterhin darum bemühen, „tragfähige und nachhaltige Lösungen für die Zukunft“ der Gesellschaft zu finden. Über weitere Entwicklungen möchte die KG transparent informieren.