KARNEVAL
Auf die Plätze, fertig, Schürmich ruck zuck
Waldbröl - Mit ihrem heutigen Karnevalsumzug, der traditionell der erste im Rheinland ist, gaben die Karnevalsfreunde Schönenbach den offiziellen Startschuss für die Open-Air-Phase der fünften Jahreszeit.
Von Ute Sommer
Venedig gehört gerade an Karneval zu den meistbesuchten Städten der Welt. Zum meistbesuchten Ort im Oberbergischen Kreis wurde heute, eben wegen Karneval, die Waldbröler Ortschaft Schönenbach. In Zweier- und Dreierreihen standen die kostümierten Zuschauer entlang der Dorfstraße aufgereiht, um beim traditionell ersten närrischen Umzug des Rheinlandes dabei zu sein, zu singen, zu schunkeln, Kamelle zu fangen und sich für die fünfte Jahreszeit warm zu feiern. 21 Fußgruppen und Mottowagen aus Nachbarorten, von befreundeten Karnevalsgesellschaften und Tanzgareden machten sich ausgehend von „Peters Stall“ auf den Weg und boten großes Kino für Auge und Ohr.
[Mit Freiluft-Akrobatik und dem Macarena Tanz ließen die Blue Girls des TV Ruppichteroth die Stimmung am Wegesrand steigen.]
Als erste Gruppe hinter dem Ankündigungswagen von Markus Birk, sorgte der Windecker „Samba Wind“ für mächtig akustischen Wirbelwind und lockeren Hüftschwung im Publikum. Dass die 15-köpfige Rhythmusgruppe teilweise unter Anleitung eines professionellen Samba-Musiklehrers übt, wurde in der mitreißenden Performance deutlich, die dem „Trillerpfeifen-Takt“ von Dirigentin Jutta Michail perfekt folgte. Aus dem Hauptort war die Waldbröler Karnevalsgesellschaft, samt ihrer jecken Hoheit Emely I. und allen Garden angereist, die, wie alle anderen 500 Gäste auf Höhe des Dorfgemeinschaftsheims von Moderator Jörg Tietz mit einem „dreifachen Schürmich ruck zuck“ willkommen geheißen wurden. Ehrensache auch die Teilnahme der befreundeten Karnevalsvereine aus Eckenhagen, Wildberg, Herchen, Morsbach und Bielstein, die „Schürmich“ mit Tanzgarden, offiziellen Repräsentanten und Regenten die Ehre gaben.
Mit ihrem „rollenden Tresor“ nahmen die 16 „Partyvögel“, ein Freundeskreis aus Morsbach und Reichshof, den Gelsenkirchener Bankraub aufs Korn. Als (schwarze) Schafe verkleidet versprachen sie augenzwinkernd „Wir bringen ihre Schäfchen ins Trockene“. In Bling-Bling-Jacketts und Schiller-Glitzer-Kopfbedeckung präsentierten sich die Blau-Weißen aus „Oesinghausen feiert bunt und fein, die Diskokugel lädt zum Tanzen ein-zu Schlagermusik da geht es rund, Karneval macht Herzen bunt“.
Mit Mega-Zugmaschine und im Rhythmus wippenden Party-Anhänger waren „25 Bobs, die Baumeister“ aus Obersaurenbach erstmals am Start, nachdem sie sich als Gäste des letztjährigen Treckertreffens mit dem Karnevalsvirus infiziert hatten. Die Schönenbacher Määädchen blickten als Motive ihres „Fotoalbums“ auf 20 Jahre Mädchenfreundschaft zurück.
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[Die Ideen zu den tollen Kopfbedeckungen aus Folly-Foam stammen aus Holland, basteln muss jeder „Samba-Wind“ selbst.]
Als krönender Abschluss des Umzuges huldigten Prinz Jona I., aus dem Hause Eschmann und Prinzessin Lisa I., aus dem Hause Wirths vom Prinzenwagen aus, den närrischen Untergebenen aus ihrem Heimatort Schönenbach. Flankiert wurden sie dabei vom Hofstaat, Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und Ehrenpräsident Thomas Kardel, die sich als würdige Karnevals-Botschafter erwiesen. Nach dem zweiten Defilee durch den Ort fand der Umzug seine Fortsetzung bei der After-Zoch-Party im Schönenbacher Dorfgemeinschaftshaus.

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