JUNGE LEUTE
KrisKK243: „Auf Oberberg-Aktuell möchte ich eines Tages landen“
Gummersbach – Mit seinen Onlineauftritten erreicht der Influencer KrisKK243 eine enorme Reichweite mit lokalen Themen – Oberberg-Aktuell hat ihm getroffen.
Von Leif Schmittgen
Das Auto des Oberberg-Aktuell-Redakteurs hat es Kristenvie Kisala-Kissoko vor gut zwei Jahren so angetan, dass er den mit Werbung beklebten und auf einem Supermarktparkplatz abgestellten Wagen fotografierte und das Foto sogleich online stellte. „Auf Oberberg-Aktuell möchte ich eines Tages landen“, sagte er zu seinem Bruder, als er sich damals in Selfie-Pose brachte. Er nahm das Motiv als Motivationsschub, um mit seinen Posts im Internet populär zu werden. Dass ein Wunsch nun zwei Jahre später in Erfüllung geht, freut den Gummersbacher besonders, obwohl sich die Verhältnisse für ihn inzwischen geändert haben.
[Foto: KrisKK243 --- Dieses Foto postete Kris vor zwei Jahren mit einem speziellen Wunsch.]
Unter dem Namen „KrisKK243“ ist er seit Anfang 2025 auf Instagram und TikTok längst zu einer lokalen Größe herangewachsen und zählt rund 40.000 Follower auf seinen Kanälen, wo er drei- bis viermal pro Woche neue Videos publiziert. Unter dem Titel „ GUMMERSBACHHH! - Wir müssen reden“ hat der quirlige 22-Jährige eine inzwischen so große Gemeinde aufgebaut, dass er sogar viermal jährlich Fantreffen in seinem Lieblingslokal „147 Family Bistro“ im Herzen der Stadt veranstaltet. „Bis zu 150 Leute kommen aus dem gesamten Oberbergischen Kreis, aber auch aus Köln oder dem Sauerland“, ist Kris selbst verwundert, dass sein Content – auch über die Kreisgrenzen hinaus – derart hohe Wellen schlägt. Gerne nimmt er sich bei den Treffen Zeit, um gemeinsame Handyfotos zu schießen und auch, um Autogrammwünsche zu erfüllen.
Während des Gesprächs mit OA betreten zwei junge Mädchen das Bistro: „Schau mal, das ist doch der Kris“, flüstert die Jugendliche verschmitzt ihrer Freundin ins Ohr. Und auch beim anschließenden Gang durch die Innenstadt schafft es der Influencer keine 30 Meter weit, ohne einen freundlichen Gruß oder ein begeistertes Winken von Passanten zu erwidern. Stets gut gelaunt genießt er diese täglichen Begegnungen sehr: „Vom Kind bis zur Oma spricht mich jeder an“, berichtet Kris. Und das ist genau das, was er mit seinem Content erreichen möchte. „Ich bin für alle Themen offen und möchte wissen, wo der Schuh drückt“, sagt er völlig unvoreingenommen.
„Ich habe gedacht, Gummersbach ist doch langweilig, und ich wollte einmal wissen, was so los ist“, erzählt Kris von seinem ersten Treffen mit dem damaligen Gummersbacher Bürgermeister Frank Helmenstein. „Ich bin ohne jegliches Skript ins Rathaus gegangen und habe einfach gefragt“, verrät er sein niederschwelliges Erfolgsrezept, das er bis heute beibehalten hat. Mit dem aktuellen Stadtoberhaupt Raoul Halding-Hoppenheit steht er in regelmäßigem Austausch: „Schön, dass der Bürgermeister so offen ist“, lobt er. Aber auch in der Gastronomie hat er sich bei einigen Läden als Tester bereits einen Namen gemacht. „Auch wenn es einmal nicht so lecker war, bleibe ich immer fair in meiner Bewertung. Oft ist es ja auch Geschmackssache." Seine locker-freundliche Art hat ihm weitere Türen, zum Beispiel in Firmen oder Sportvereinen, geöffnet.
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[Andreas-Meya Ndiema (li.) und Kilian Patelschick unterstützen den Influencer als Manager.]
Gemeinsam mit dem SSV Homburg-Nümbrecht beispielsweise organisierte der Fußballfan des FC Bayern München das Public Viewing während der Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer. Selbst gekickt hat der 22-Jährige in seiner Kindheit beim FC Windhagen. In jenem Gummersbacher Ortsteil ist er auch aufgewachsen und lebt dort bis heute. Kristenvie Kisala-Kissoko ist hauptberuflich in der Jugendarbeit tätig, sein Social-Media-Job füllt ihn inzwischen so aus, dass er ein Team von Management und Produktion aus seinem Freundeskreis akquiriert hat. „Mehrere Stunden dauert die Nachbearbeitung eines Videos und die Terminanfragen steigen“, begründet Kriss den „Personalaufwand“. Ihm zur Seite stehen die Manager Andreas-Meya Ndiema und Kilian Patelschick sowie die Kameraleute und Cutter Jonas König und Gustav Nienaber.
Sein Online-Kürzel „KrisKK243“ setzt sich aus seinen Namensinitialen und – wie er exklusiv verrät – der Ländervorwahl des Kongo zusammen, der Heimat seiner Eltern. Seine Wurzeln machen es Kris nicht immer leicht: „Oft höre ich Leute hinter unserem Rücken tuscheln, wenn wir unterwegs sind“, nennt der Gummersbacher nicht nur positive Dinge, die ihm täglich wiederfahren. Oft haben diese nämlich rassistische Inhalte. „Das berührt mich inzwischen nicht mehr“, sagt er. Offensiv Flagge gegen Rassismus und Zivilcourage zeigt er aber auch deswegen bei verschiedenen Schulprojekten, wie jüngst an der Grundschule in Gummersbach-Niederseßmar (OA berichtete). Weitere sind an den Gesamtschulen in Gummersbach und Marienheide geplant.
Und seinem Herzenswunsch, bei Oberberg-Aktuell Erwähnung zu finden, dankt der Influencer nach dem Reportergespräch sogleich mit einem Reel, das auf seinen Kanälen abrufbar ist.
Hier geht es zu den Kanälen von KrisKK243:
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