JUNGE LEUTE

Grundschüler schreiben an Gummersbachs Bürgermeister: „Die Straße ist gefährlich“

pn; 26.06.2026, 13:45 Uhr
Fotos: Peter Notbohm ---- Auf Einladung der Viertklässer war Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit zu Gast an der Gemeinschaftsgrundschule Becke.
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Grundschüler schreiben an Gummersbachs Bürgermeister: „Die Straße ist gefährlich“

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pn; 26.06.2026, 13:45 Uhr
Gummersbach – Raoul Halding-Hoppenheit besuchte am Freitag die Gemeinschaftsgrundschule Becke – Viertklässler hatten ihm mehrere Briefe geschrieben und viele gute Ideen gesammelt.

Von Peter Notbohm

 

Vielen cleveren Fragen und Anregungen musste sich Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (CDU) am Freitag stellen. Die Viertklässler der Gemeinschaftsgrundschule Becke hatten dem Stadtoberhaupt vier Briefe mit unterschiedlichsten Anliegen geschrieben. Statt diese nur schriftlich zu beantworten, nahm sich Halding-Hoppenheit mehr als eine Stunde für die Grundschüler Zeit, um mit ihnen über ihre Anregungen zu sprechen, im Dialog aber auch viele persönliche Fragen zu beantworten.

 

Vorrangig ging es den Kindern um die Sicherheit rund um die Grundschule. Eins der Themen: Der Zustand der Straße „Am Sonnenberg“, in der die Schüler mit ihren Fahrrädern fast schon Slalom fahren müssen, um den Schlaglöchern auszuweichen. Ein weiterer Wunsch: mehr Geschwindigkeitskontrollen. Die Schüler bemängelten, dass viele Autofahrer sich nicht an Tempo 30 in dem Wohngebiet halten würden und auch der Schulweg aus Frömmersbach über die Straße „Vor der Höhe“ alles andere als sicher sei.

 

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Halding-Hoppenheit sagte schnelle Unterstützung zu. Die Straße „Am Sonnenberg“ sei in „einem ganz schlechten Zustand“, erklärte er und versprach, dass der Bauhof die gröbsten Löcher kurzfristig flicken wird. Langfristig soll die Straße auch saniert werden. Auch dem Thema Geschwindigkeitsüberschreitungen will er sich annehmen. Die Stadt werde Verkehrszählungen und -messungen durchführen. Sollten hierbei Auffälligkeiten auftreten, werde er sich bei der Polizei für offizielle Geschwindigkeitsmessungen einsetzen. Dass die Viertklässler das Thema sehr genau durchdacht hatten, sah man an ihren Vorschlägen. Neben Smiley-Ampeln kam auch der Wunsch nach Fahrbahnschwellen.

 

Auch für ein weiteres Anliegen der Schüler hatte der Bürgermeister viel Verständnis. Vor allem die männlichen Schüler wünschten sich einen Bolzplatz zum Fußballspielen in einem der Dörfer. Den erhofften Kunstrasen wollte Halding-Hoppenheit zwar nicht versprechen, bekundete aber, dass die Stadt bereits seit einiger Zeit nach einem geeigneten Grundstück in Lieberhausen für einen Bolzplatz suche, da dort „ein echter Bedarf“ bestehe. Bislang sei man aber nicht fündig geworden. Von den Schülern gab es den ein oder anderen Standortvorschlag, den der Bürgermeister zur Prüfung mitnahm.

 

Aber auch einem Anliegen der weiblichen Schüler konnte das Stadtoberhaupt viel abgewinnen. Sie wollen sich für den Schutz von Meereslebewesen einsetzen und stellten, angeregt durch das Wal-Drama um Buckelwal Timmy in ihrem Brief die besondere Bedeutung der Meere für das Ökosystem in den Vordergrund. Ein Mädchen berichtete dem Bürgermeister, dass Teile der Schülerschaft planen, Spenden im ansässigen Supermarkt sammeln zu wollen. Der war von der Idee begeistert und sagte spontan seine Teilnahme zu, um die Idee zu unterstützen.

 

[Im Anschluss an die Fragerunde musste Halding-Hoppenheit auch einige Autogrammwünsche erfüllen. Schulleiterin Jessica Schudt (l.) lobte das Engagement ihrer Schüler.]

 

Die Idee, Briefe an den Bürgermeister zu schreiben, war laut Schulleiterin Jessica Schudt im Deutschunterricht entstanden. „Die beiden Klassenlehrerinnen Jana Setzer und Esther Fehrenbach haben den Unterricht neu gedacht“, erklärte sie. Thematisch sei es um formelle Briefe gegangen. Um diese möglichst authentisch zu gestalten, habe man diese schließlich an das Rathaus adressiert. Sie bedankte sich bei Halding-Hoppenheit für den Besuch: „Für die Kinder war das ein richtiges Erlebnis, dass sie uns so viele Einblicke gegeben haben.“

 

Auch der Bürgermeister unterstrich die Bedeutung der Beteiligung junger Menschen: „Es ist mir wichtig, dass schon Schülerinnen und Schüler vermittelt bekommen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden. Da beginnt in einer frühen Lebensphase bereits die Demokratiebildung. Das Verständnis, sich beteiligen zu dürfen. Auf der anderen Seite aber auch die gewisse Verpflichtung dazu. Wenn man als junger Menschen erlebt, dass Ideen wahrgenommen werden, ist das wertvoll. Dann behält man das auch bei, wenn man erwachsen wird.“

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