JUNGE LEUTE

Den Kindern Normalität vermitteln

jaw; 13.08.2020, 14:20 Uhr
Foto: Jan Weber --- Sandra Karsten (1.v.li.) und Martina Gramm (2.v.li.) vom Verein "Lebensfarben" freuen sich über die Kooperation mit den Kliniken in Marienheide und Waldbröl. Dr. Bodo Unkelbach und Susanne Langenströr kümmern sich um die Vernetzung in Marienheide.
JUNGE LEUTE

Den Kindern Normalität vermitteln

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jaw; 13.08.2020, 14:20 Uhr
Oberberg - Um den Kindern psychisch- und suchtkranker Eltern in Oberberg Unterstützung und Halt im Alltag zu geben, haben der Wiehler Verein "Lebensfarben" und die Kliniken in Marienheide sowie Waldbröl einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Von Jan Weber

 

In Oberberg wird psychisch- und suchterkrankten Menschen psychiatrische Hilfe und Versorgung entgegengebracht. Jedoch vergisst man schnell, dass die Kinder der Patienten ebenfalls unter den Umständen, die solch eine Erkrankung mit sich bringt, leiden. Oftmals fehlt den Kindern und Jugendlichen ein Ruhepol, der ihre eigene Entwicklung positiv beeinflusst sowie vernünftige und alltägliche Werte vermittelt. Der Wiehler Verein "Lebensfarben" kooperiert fortan mit der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie in Marienheide sowie der Klinik für Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Waldbröl, um den Patienten und deren Kindern besser und einfacher unter die Arme greifen zu können. Ehrenamtliche Paten werden hierbei von "Lebensfarben" geschult und in Kooperation mit den Kliniken wird der Kontakt zu Hilfebedürftigen hergestellt.

 

Aktuell werden im Oberbergischen Kreis 32 Kinder und Jugendliche von einem solchen Paten unterstützt. "Man muss ein Kind nicht immer gleich aus seiner Familie herausnehmen. Wenn man ihnen einen geschützten Raum gibt, indem sie sie selbst sein können, vermittelt man ihnen schon ein gesundes Maß an Normalität", appelliert Dr. Bodo Unkelbach, Chefarzt der Klinik in Marienheide. Ab und an unternehmen die Ehrenamtler mit ihren Schützlingen Ausflüge wie beispielsweise Fahrrad fahren oder andere Freizeitaktivitäten, ein gemeinsames Beisammen sein und der Austausch über alltägliche Herausforderungen sind dabei in ihrer Wertigkeit jedoch nicht zu unterschätzen. "Die Kinder denken oft, sie müssten für ihre Eltern da sein. Es reicht schon völlig aus, wenn sie gehört werden, sich fallen lassen können und jemand für sie da ist", sagt die Geschäftsführerin von "Lebensfarben", Sandra Karsten.

 

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Seit Projektbeginn im Herbst 2017 wurden 49 Paten ausgebildet. Für kommenden Herbst steht bereits ein neuer Lehrgang für Ehrenamtler in den Startlöchern. Die Interessierten werden in vier Modulen näher erklärt was genau eine psychische Krankheit mit sich bringt, wie man eine Beziehung zu den Kindern aufbaut, wie man eine Kindeswohlgefährdung erkennt und wie man selbst reflektiert. Ein ständiger Austausch zwischen den Kindern, den Erkrankten und den Paten sowie dem Verein und den Kliniken ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit obligatorisch. "Wir versuchen die Eltern abzuholen und ihnen zu vermitteln, dass sie sich keinesfalls schämen müssen. Miteinander zu reden ist der Schlüssel", ergänzte Martina Gramm, die Koordinatorin bei "Lebensfarben".

 

Weitere Informationen unter https://www.lebensfarben-oberberg.de/  

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