JUNGE LEUTE
Bruno Goller interpretiert und kombiniert
Gummersbach - In der Alten Vogtei läuft eine Schülerausstellung – Gymnasiasten setzten sich anlässlich des 125. Geburtstags von Bruno Goller mit dessen Werk auseinander und vertonen es sogar – Finissage findet morgen um 18 Uhr statt.
Von Leif Schmittgen
Vor knapp anderthalb Jahren wurde die Idee geboren, in den vergangenen Monaten wurde auch praktisch daran gefeilt. Rund 130 Werke von Schülern der Jahrgänge 8 und 12 am Gummersbacher Lindengymnasium sind noch bis morgen in der Alten Vogtei zu bestaunen. Sie sind in detailreicher Arbeit entstanden, jedes Kunstwerk ist für sich betrachtet ein wirkliches Unikat. Die Konstellation beider Jahrgänge kam stundenplanbedingt durch die Musiklehrerin Silke Knapp-Trauzettel und ihren Kollegen vom Fach Musik, Matthias Bauer, zustande – und beide Unterrichtsinhalte spiegeln sich auch in den Exponaten wider.
„Die Jugendlichen haben Kunstwerke von Bruno Goller miteinander kombiniert oder haben eigene Arbeiten in seinem Stil erstellt“, berichtet Knapp-Trauzettel beim Rundgang. Er führt durch die „Gute Stube“, den „Raum der Stadtgeschichte“ und das „Kunstfenster“, wo die Ausstellung in den vergangenen zwei Wochen unter dem Titel „Augen auf für Bruno Goller – Junge Kunst öffnet Räume“ zu bestaunen war. Mit dabei ist auch Liara. Die 14-Jährige ist eine der Protagonistinnen und präsentiert stolz ihre Exponate, die in Gruppenarbeit entstanden sind. „Wir haben eigene Themen entwickelt und sie dann miteinander kombiniert“, sagt die Schülerin. Ihr habe die Arbeit viel Spaß bereitet. Berühmte Goller-Elemente wie die Schere, das Ohr oder die Frau finden sich auch in den Schülerwerken wieder. Auch drei Originale des 1998 verstorbenen Gollers sind als private Leihgaben Bestandteil der Ausstellung, für die eigens auch ein Portrait des Künstlers gezeichnet wurde.
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Hinter manchem Exponat ertönt Musik. Diese wurde von den Musikschülern je nach Motiv unterschiedlich interpretiert und komponiert, um die Stimmung klanglich wiederzugeben. „Die Töne haben wir in keinen Musikboxen hinter den Exponaten platziert“, berichtet Bauer, der sich lange mit den technischen Umsetzungsmöglichkeiten der Vertonung befasst hatte, ehe er auf diese für ihn optimale Lösung stieß.
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Wer sich selbst noch einmal ein Bild vor Ort machen möchte, kann dies morgen um 18 Uhr tun. Dann beginnt die Finissage in der Alten Vogtei. Die Protagonisten freuen sich auf viele Gäste. Die Kunstwerke werden anschließend aber nicht vernichtet, sondern zwischengelagert. „Vielleicht ergibt sich zum 125. Geburtstag des Künstlers am 5. November die Möglichkeit einer weiteren Präsentation“, sagt Matthias Bauer, ohne schon weitere Details zu möglichen Ausstellungsplänen verraten zu können.

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