JUNGE LEUTE

Ausbildungsbörse mit Berufsinformationen aus erster Hand

us; 07.03.2026, 14:45 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Die innovative Technik von Virtual Reality eröffnet auch im Pflegesektor neue Möglichkeiten.
JUNGE LEUTE

Ausbildungsbörse mit Berufsinformationen aus erster Hand

us; 07.03.2026, 14:45 Uhr
Bergneustadt – Die 25. Ausbildungsbörse in der Bergneustädter Burstenhalle präsentierte umfassende und praxisnahe Berufsorientierung für Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss.

Von Ute Sommer

 

Welch hohen Stellenwert das Organisationsnetzwerk „Ausbildungsbörse Bergneustadt“, bestehend aus der Stadt selbst und der Koordinierungsstelle Übergang Schule-/Beruf/Studium des Oberbergischen Kreises, in Zusammenarbeit mit der Stadt Wiehl und der Gemeinde Reichshof der fundierten Ausbildungsinformation von Absolventen der Sekundarstufe I beimisst, wurde auf der heutigen, 25. Ausbildungsbörse deutlich. Heute stellten rund 60 regionale Unternehmen, Institutionen und Organisationen rund 120 Berufsbilder und sich anschließende Karrierechancen vor. „Weitere zehn Betriebe stehen auf unserer Warteliste“, sagte Thomas Langenbach als Leiter der Koordinierungsstelle Übergang Schule-/Beruf/Studium des Oberbergischen Kreises zur großen Beliebtheit des Formats, bei dem sich künftige Fachkräfte und Vertreter von Ausbildungsbetrieben einen persönlichen Eindruck voneinander verschaffen können.

 

[Weit mehr als nur „Anstreichen“: Die Mitarbeiter des Malerfachbetriebs Bondke sind Experten für Raumdesign, Bodentechnik und Fassadengestaltung.]

 

Das Orientierungsangebot, ergänzt durch 19 Praxis-Workshops, die tiefere Einblicke in das jeweilige Berufsfeld vermittelten, richtete sich an rund 1.000 Schüler ab einem Alter von 14 Jahren, die derzeit eine von 13 oberbergischen Schulen und Berufskollegs besuchen. Der Zielgruppe außerdem aus dem Schulalltag bekannt: der Verein „OK Ausbildung“, der in Zusammenarbeit mit oberbergischen Betrieben Mini-Berufsorientierungsmessen vor Ort durchführt. „Unsere Region bietet Top-Ausbildungschancen“, warb Christoph Stenschke, stellvertretender Bürgermeister von Bergneustadt, in seiner Begrüßung bei den jungen Leuten dafür, der Region auch im Erwerbsleben die Treue zu halten.

 

WERBUNG

Als Teile des 2024 ins Leben gerufenen Pflegenetzwerkes Oberberg (P.NetO), das sich für gute Rahmenbedingungen in der Branche engagiert, repräsentierten zehn Mitglieder zum zweiten Male die „Pflegemeile“, die berufliche Perspektiven in ambulanter-, stationärer- und Tagespflege veranschaulichten. Um dem negativen Image von Care-Berufen und dem daraus resultierenden Nachwuchsmangel entgegenzuwirken, informierten Pflegedienstleiterin Lucia Koentges und das Team vom Mobilen Pflegedienst Koxholt über Inhalte, Dauer und Vergütung der Ausbildungen zur Pflegefachassistenz oder Pflegefachfrau/-mann Im Praxisworkshop lernten Interessierte Wissenswertes über die richtige Handdesinfektion, durften Kompressionswickel anlegen oder Erfahrungen über subkutane Injektionen sammeln.

 

[Sie alle stehen für das umfassende Berufsorientierungsangebot der Bergneustädter Ausbildungsbörse.]

 

Ein direkter Draht zum „Nachwuchs-Mitarbeiterpool“ ist sowohl für die Volksbank Oberberg als auch für die Sparkasse Gummersbach von enormer Wichtigkeit. „Wir benötigen nicht unbedingt die Eins in Mathe, dafür viel Freude im Umgang mit Menschen, Kommunikationsfähigkeit und Lernbereitschaft“, erklärte Volksbank-Ausbildungsleiterin Sarina Scherbaum. Mit dem Programm „Travel & Work“ kommt die Sparkasse Gummersbach dem Wunsch vieler Schulabgänger nach einem Auslandsaufenthalt entgegen, verspricht „Deine Reise beginnt jetzt – Dein Job wartet später“.

 

Am Stand des Automobilzulieferers Martinrea gab Leon Lik, Industriemechaniker im zweiten Lehrjahr, der 14-jährigen Olphie aus Nümbrecht Einblicke in seinen Arbeitsalltag und die Ausbildungsmöglichkeiten „seines“ Unternehmens. Die Option auf einen Praktikumsplatz für Olphie scheiterte allerdings ganz profan am Transportproblem von ihrem Wohnort hin zum gewünschten Arbeitsplatz. Erstmals mit dabei die Landschaftsgärtner des Unternehmens Peter Eyberg, wo sich Alex und Aymit (beide 18, aus Gummersbach) Informationen aus „erster Hand“ von Betriebswirt Sebastian Rau und Gärtnermeister Julian Tertel besorgten. „Wir machen Werbung für unsere Branche, die garantiert nie durch KI überflüssig wird“, lobten beide die proaktive Einstellung der Schüler.

 

 

„Die Firmen geben sich diesmal richtig Mühe, mit Aktionen, Cookies und tollen Give-aways die Aufmerksamkeit der Teens auf sich zu ziehen“, bemerkte Frank Herhaus, Dezernent des Amtes für Planung, Regionalentwicklung und Umwelt des Oberbergischen Kreises. Gemeinsam mit seinem Kollegen Uwe Cujai, dem Leiter der Wirtschaftsförderung, bekräftigte er, dass man das Thema Fachkräfterekrutierung mit Blick auf die Zukunftssicherung am Standort, gerade angesichts einer schwierigen konjunkturellen Lage und globaler Krisen, keinesfalls vernachlässigen dürfe.

BILDERGALERIE

WERBUNG