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Auf Schusters Rappen im 'größten Fitnessstudio der Welt'

us; 6. Aug 2017, 18:45 Uhr
Bilder: Ute Sommer --- Gut gelaunt und ausgerüstet mit frischem Kartenmaterial schmiedeten die drei Teilnehmerinnen aus Wiehl wieder neue Wanderpläne.
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Auf Schusters Rappen im 'größten Fitnessstudio der Welt'

us; 6. Aug 2017, 18:45 Uhr
Bergneustadt - Mit abwechslungsreichen Streckenführungen und teilweise spektakulären Ausblicken bis hin zum Siebengebirge lockten die 31. Wandertage des TuS Belmicke am Samstag und Sonntag fast 900 Teilnehmer ins Oberbergische.
Gummersbach, Dortmund, Köln, Wuppertal, Olpe, Ennepetal, Siegen - schon die Autokennzeichen der Fahrzeuge auf den Parkflächen rund um das St. Anna Heim in Belmicke gaben Auskunft über die Herkunft der Besucher der 31. Wandertage, "aber über die NRW-Grenzen hinaus haben wir auch Wanderer aus Hessen und Rheinland-Pfalz hier zu Gast", freute sich Jörg Franzel über die "großräumige" Resonanz auf die Traditionsveranstaltung. Im Vorfeld war der Wanderwart des TuS Belmicke, zusammen mit 50 freiwilligen Helfern, fast eine Woche lang mit der Organisation und Vorbereitung des zweitägigen Freiluftvergnügens beschäftigt.



Je nach körperlicher Kondition der „per Pedes“-Sportler wurden verschiedene anspruchsvolle Wanderrouten festgelegt, Begehungseinverständnisse eingeholt, Orientierungs- und Warnschilder aufgestellt und die Streckenauszeichnungen mit einer Mischung aus Sportplatzkalk, Tapetenkleber und Wasser aufgebracht. Doch leistete der intensive Regen in der Nacht zum Sonntag ganze Arbeit, löste sämtliche Richtungsanzeigen auf, sodass die Veranstalter sonntags in aller Frühe wieder nacharbeiten mussten, denn die Strecken sollten an beiden Tagen schon ab sieben Uhr begehbar sein. 


[Wilhelmus Beekes drückt einen neuen Stempel in die Wanderbücher von Regina und Ralf Jagusch, die extra aus Wermelskirchen nach Belmicke gekommen waren.] 

So führte die Familienrundstrecke über sechs Kilometer von Belmicke über Hecke und zurück und bot, genau wie die doppelt so lange Mittelstrecke über Attenbach, Wörde, Feldmannshof, Hecke, einzigartige Ausblicke ins Bergische und ins Sauerland. Auf der 20-Kilometer-Distanz lockte als besonderes Highlight die Durchquerung des 724 Meter langen denkmalgeschützten Eisenbahntunnels bei Hützemert. An den Kontrollstellen entlang der Kurse konnten die Sportler sich mit kleinen Snacks und Getränken stärken, bevor die leeren Energiespeicher am Zielpunkt St. Anna Heim mit einem kräftigen Mittagessen oder einem ausgiebigen Kaffeetrinken wieder aufgefüllt werden konnten.

Mit dabei waren viele Gruppen, die in Wandervereinen organisiert sind, aber auch Familien, Freundeskreise und Einzelpersonen. Besonders freuten sich die Veranstalter über 20 wirkliche "Neulinge", die erstmals bei einem Wandertag am Start waren. "Es war einfach super", schwärmten Ralf und Regina Jagusch, die aus Wermelskirchen auf die Belmicke gekommen waren und als Routiniers beide im Besitz eines Wanderbuches sind, in dem bewältigte Strecken dokumentiert sind.  "Die perfekt gekennzeichneten Routen kommen einem ‚betreuten Wandern’ gleich und wir konnten, ohne ständig in die Karte sehen zu müssen, die traumhafte Umgebung und das tolle Panorama genießen".  


[Im Verpflegungszelt am St. Anna Heim luden die Wanderer nach absolvierter Strecke ihre strapazierten Energiespeicher wieder auf.] 

Helmut Ley, Mitglied im SGV Wiehl/Homburger Land, ist regelmäßig mit seinen Vereinskameraden sonntags auf Schusters Rappen unterwegs, hatte sich diesmal aber vorzeitig von seiner Wandergruppe abgesetzt, weil ihn die teilweise Asphaltierung auf der 12 Kilometer Strecke ermüdet hatte. Die Kritik am Straßenbelag ist nicht neu für Jörg Franzel, der mit seinem Helfern stets versucht, eine gute Mischung zwischen Wald-und Wiesenwegen, Schotter- und Asphaltstraßen sicherzustellen. "Bei Regen wie gestern freuten sich die Wanderer über geteerte Wege, weil die unbefestigten Strecken doch recht aufgeweicht waren".

Insgesamt jedoch bekommt er für sein ehrenamtliches Engagement mehr Lob als Tadel und die Resonanz auf die 31. Wandertage des TuS Belmicke war doch zufriedenstellend. Trotz allseits rückläufiger Mitgliederzahlen in den deutschen Wandervereinen ist ihm seine Sportart eine Herzensangelegenheit. "In welchem Gesundheitscenter tankt man so viel frische Luft und genießt solch tolle Ausblicke wie in der Natur, dem größten Fitnessstudio der Welt." Bei der Siegerehrung dann konnten sich die Wanderfreunde aus Dieringhausen mit 65 Leuten über ein erfrischendes Biergeschenk freuen. Den zweiten Platz belegten die Wanderfreunde aus Dünschede, die mit 40 Wanderern angereist waren und zu guter Letzt wurden die "Qualmenden Socken" aus Hünsborn ausgezeichnet.