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Fußball als Völkerverständigung

db; 14. Jun 2015, 15:26 Uhr
Bilder: Michael Gauger.
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Fußball als Völkerverständigung

db; 14. Jun 2015, 15:26 Uhr
Lindlar – Eine bunte Flüchtlingsauswahl trat in einem Benefizspiel gegen eine Mannschaft um Bürgermeister Dr. Georg Ludwig an, um Geld für das Kunstrasenprojekt des SSV Süng zu sammeln.
Bei so einer Weltauswahl würde sogar manch ein Fußball-Bundesligist blass vor Neid: Syrien, Mali, Afghanistan, Eritrea, Georgien, Kosovo, Beirut und so weiter. Aus sage und schreibe 21 verschiedenen Nationen kamen die Spieler des Teams der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Lindlar“, die  „WinLi-Weltauswahl“, die gestern auf dem Rasenplatz in Lindlar zu einem Benefizspiel gegen ein All-Star-Team rund um Bürgermeister Dr. Georg Ludwig antrat. Der Erlös des Spiels soll in den Bau des Kunstrasenplatzes des SSV Süng fließen.




[Bürgermeister Ludwig ist nach eigener Aussage eher Läufer und Radfahrer, mit dem Fußball klappte es aber auch ganz gut.]

Mit dem Freundschaftskick wollten die Flüchtlinge „Danke“ sagen für die freundliche Aufnahme insbesondere in Hartegasse und Süng. Bei Süngs Vereinswirt Toni Tix hatte eine größere Gruppe fußballbegeisterter Flüchtlinge Anfang des Jahres im Rahmen eines Public Viewing den Afrika-Cup verfolgt. „Sie wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass sie auch gerne geben und nicht nur nehmen, was ja ein häufiger Vorwurf an die Flüchtlinge ist“, sagte WinLi-Vorsitzender Siegfried Charlier.

Allerdings musste sich die Weltauswahl kurzfristig zu großen Teilen neu zusammensetzen. Einige Flüchtlinge waren in der Zwischenzeit auch schon wieder abgeschoben worden. Dieses Schicksal droht auch dem 21-jährigen Moussa Daffe aus Mali, der erst seit einigen Monaten in Lindlar lebt, sich hier aber bereits unter anderem als Spieler für den TuS Lindlar und Trainer der Flüchtlingself um das Gemeindeleben verdient gemacht hat.


Die Auswahl um Bürgermeister Dr. Georg Ludwig hatte einige Vertreter aus Rat, Verwaltung und Vereinswesen in ihren Reihen, etwa Harald Friese und Michael Scherer sowie Süngs Vorsitzenden Ralf Theunissen und weitere Fußballakteure wie Patrick Beien und Idris Coban. Spontan wechselte die Mannschaft dann auch eigentlich nicht vorgesehene Spieler ein. Ohnehin nahm man es mit den Regeln nicht so genau und spielte nur zwei Mal 30 Minuten über drei Viertel des Platzes. Die Weltauswahl siegte am Ende dennoch verdient und deutlich mit 5:1 bei bestem Fußballwetter. Das Rahmenprogramm bot Livemusik und in der Halbzeitpause zeigte Trickfußballer Julian Hollands sein Können am Ball.


[Heike Bartsch und Siegfried Charlie von WinLi im Interview.]