Archiv

Zu Gast in einer Welt aus 1.000 und einer Nacht

uk; 3. Feb 2015, 15:55 Uhr
Bilder: privat --- Natürlich wurde auch der Fanschal des VfL Gummersbach den Einheimischen von Hans Balthes (li.) und Michael Strombach (re.) nicht vorenthalten.
ARCHIV

Zu Gast in einer Welt aus 1.000 und einer Nacht

uk; 3. Feb 2015, 15:55 Uhr
Oberberg – Handballfans aus der Region flogen kurz entschlossen zur Weltmeisterschaft und erlebten weit mehr als die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft.
Von Uli Klein

"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen", behauptet der Volksmund. Mathias Drux hat eine Reise getan und erzählen kann er jede Menge. Der 48jährige Ex-Handballer aus Marienheide flog in der vergangenen Woche zu den Final- bzw. Platzierungsspielen bei der Handball-Weltmeisterschaft in Katar, um dort die Auftritte seines Sohnes Paul live verfolgen zu können. Der 19-Jährige gilt unter Experten als "der Newcomer im deutschen Handball" schlechthin.  Toptalent Drux junior steht zwar seit ein paar Jahren im Profikader der Berliner Füchse, aber der Nachwuchsstar  "mit großer Perspektive" (so National-/ und Gummersbachs Torwart Carsten Lichtlein) hat natürlich immer noch enge Verbindungen zur Familie im heimischen Marienheide. Klar, dass Papa Mathias sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und beobachten wollte, wie sich der Filius auf der größtmöglichen Handballbühne der Welt schlagen würde.


[Mathias Drux hatte den Trip nach Katar organisiert - auch um seinen Sohn live bei der WM spielen sehen zu können.]

Drux senior trommelte flugs ein paar enge Freunde zusammen und tatsächlich konnte er Hans Balthes aus Gaderoth sowie den Gummersbacher Michael Strombach als Reisebegleiter für den Spontantrip in das ferne Land gewinnen.  Und die Visite ins Emirat auf der arabischen Halbinsel entpuppte sich als Erfahrung, die die oberbergischen "Wüstensöhne" nach eigener Einschätzung so schnell nicht vergessen werden.


[Klar, dass Erinnerungsfotos mit Nationalspieler Paul Drux nicht fehlen durften.]

Klar - dass Paul und seine deutschen Mitstreiter die Weltmeisterschaft mit einem 30:27-Sieg über Slowenien beendeten, damit Platz sieben und auch  die Teilnahme am Qualifikationsturnier für Olympia 2016 in Rio de Janeiro  sicherstellten, registrierten die oberbergischen Fans hochzufrieden. Ebenso konnte man sich später für die Halbfinals und das Endspiel zwischen den Franzosen und der zusammengetrommelten Weltauswahl, die als Katar antrat, begeistern. Doch schon weit vorher,  gleich nach der Ankunft in Doha, war klar, dass bei dieser WM nicht nur Handball im Vordergrund stand, sondern es sich beim Besuch in der Welt von 1000 und einer Nacht um ein einmaliges Erlebnis für die Oberberger handeln sollte.


Der grandiose Anblick der Skyline Dohas mit dem spektakulären Farben- und Lichterspiel sorgte jedenfalls schon beim Verlassen des Flughafengebäudes für erste offene Münder bei den Emissären aus Gummersbach und Umgebung. Doch das war nur der Anfang. An den folgenden Tagen tauchte das Trio tief in eine bislang unbekannte Welt ein. Ob Moscheebesuch, Kamelrennen oder das Flanieren durch die verwinkelten Basare mit ihren Feuerwerken für die Sinne  -  "geheimnisvoll und einfach nur großartig", begeisterte sich Michael Strombach, während sich Mitstreiter Balthes besonders für den Souk, in dem vermutlich der halbe Weltvorrat an Gold feilgeboten wird, erwärmen konnte und glänzende Präsente erwarb.


[Eine traumhafte Skyline, Luft wie Samt und Seide und ein Flair, das man so schnell nicht vergisst.]

All diese Impressionen aus der Vergangenheit kontrastierten freilich mit dem modernen Katar, dessen nur rund 300 000 einheimische Bewohner sich von rund 1,7 Millionen Zuwanderern „bedienen“ lassen. "Fast schon unanständig", kommentierte die Reisegruppe den Luxus, der sich dem Besucher darbot. Prunk und Protz auf den Straßen und in den Hotels. "Wer hier nur Maserati fährt, muss wohl was falsch gemacht haben", befand Drux senior, dessen regelmäßige Abstecher zu Sohn Paul ins Teamhotel an den eigentlichen Zweck der Reise erinnerten.

Montagnacht ging es für das Trio zurück nach Oberberg, wo es genauso schnell von der Wirklichkeit eingeholt wurde. Während man tags zuvor noch im Emirat bei 31 Grad durch die Bucht von Doha geschippert war, regierte auf den Autobahnen in Oberberg das Schneechaos. „Alles in diesem Land war irgendwie berauschend, hatte aber etwas Unwirkliches“, so Mathias Drux.

  
WERBUNG