Bilder: Michael Kleinjung --- Die 2. Mannschaft des VfL Gummersbach geht in die nächste Drittliga-Saison.
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Der Trainer ist der Star
Gummersbach Die Handballsaison 2013/14 steht in den Startlöchern und Oberberg-Aktuell beleuchtet Chancen, Neuverpflichtungen und Abgänge der oberbergischen Vertreter in den einzelnen Handball-Ligen Heute: VfL Gummersbach II - 'RPP Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' präsentiert die Berichterstattung über den VfL Gummersbach'.
Von Bernd VorländerAus der Not eine Tugend zu machen, darin ist man beim VfL Gummersbach II geübt. Die finanziellen Beschränkungen der VfL Handball GmbH gelten natürlich auch für die Zweitvertretung, die bei Neuverpflichtungen keine großen Sprünge machen konnte. Dafür hat man sich allerdings einen echten Hochkaräter als Trainer geleistet. Georgi Sviridenko bestritt 136 Länderspiele für die sowjetische und weißrussische Nationalmannschaft und gehörte zum Kader, der 1988 den Olympiasieg holte. Zuletzt trainierte er den Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV. Der Diplomsportlehrer hat in Gummersbach einen klaren Auftrag: Die Talente der Handball-Akademie an die Bundesliga heranzuführen und die Distanz zum harten Bundesliga-Alltag zu verringern. Seit Jahren bildet man in Gummersbach junge Handballer aus und kann dann nur unzureichend die Früchte dieser Arbeit ernten. So standen die Wochen der Vorbereitung unter der Maßgabe, die mannschaftliche Geschlossenheit zu steigern und das Spiel im 1:1 zu verbessern. Die Lücke zum körperbetonten Spiel in der 3. Liga zu schließen wird einer der Schlüssel zum Erfolg in der neuen Saison sein.
Kommen und Gehen
Zahlreiche, zum Teil erfahrene Spieler hat der VfL II abgeben müssen. Im Prinzip hat es Sviridenko mit einer komplett neuen Mannschaft zu tun. Torhüter Marvin Blech zog es zum Nachbarn TuS Derschlag in die Oberliga. Marc Multhauf nahm ein Angebot aus Plauen an, David Wiencek ging in die zweite Mannschaft des TBV Lemgo, Nemanja Mladenovic gehört jetzt fest zum Kader der 1. Mannschaft, Julian Mayer sucht sein Glück bei Ligakonkurrent SG Schalksmühle-Halver und Sebastian Raymund folgte Ex-Trainer Maik Thiele zum TV Strombach. Dirk Schumacher wechselte schließlich zum Leichlinger TV. Verstärkung für das Drittligateam des VfL gibt es vor allem aus dem Jugendbereich. Mit Nicholas Plessers, Lukas Bader, Finn Altjohann, Srdjan Prdragovic, Timo Flossbach und Alexander Arnold wurde der Altersdurchschnitt nochmals gedrückt. Hinzu kommen noch Philipp Jaeger, der gerade bei der U19-Weltmeisterschaft die Bronzemedaille holte, Tobias Schröter und Andreas Heyme, die wohl die komplette Saison zwischen dem Bunddesliga- und dem Reserveteam pendeln werden. Rückraumspieler Robin John kam von der HG Köthen zum VfL, Frederic Seifert von der II. Mannschaft des Bergischen HC.
[Georgi Sviridenko ist der neue Mann an der Seitenlinie.]
Stärken und Schwächen
Der Jugend eine Chance - diese Maxime hat der VfL Gummersbach verwirklicht. Das ist nicht ohne Risiko. Mit Robin Teppich und Philipp Wilhelm sind die erfahrensten Akteure in einer blutjungen Mannschaft. Die wird sich gegen die erfahrenen Teams, in den oft bundesligaerfahrene Akteure mitmischen erst noch beweisen müssen. Andererseits brennt die VfL-Meute darauf, mit ihrem schnellen Tempospiel die Gegner unter Druck zu setzen. Ich muss da schon etwas bremsen, denn es kommt eben auch darauf an, das Tempo zu dosieren und geschickt zu erhöhen oder aber auch zu verlangsamen, so Trainer Sviridenko. Ein Nachteil ist auf jeden Fall, dass der Coach ohne einen Linkshänder im rechten Rückraum auskommen muss.
Sviridenko wird auch damit leben müssen, dass ihm nicht dauerhaft Linksaußen Philipp Jaeger, Kreisläufer Andreas Heyme und Rechtsaußen Tobias Schröter zur Verfügung stehen, die allesamt zum Kader der Bundesligamannschaft gehören. Damit setzt sich die Problematik der vergangenen Jahre fort, als es vor allem mangelnde Kontinuität aufgrund ständiger Spielerfluktuation war, die für einige Niederlagen verantwortlich waren. Verletzungsausfälle kann sich der VfL II auch in dieser Saison nicht leisten. Was Trainer Sviridenko in dieser Saison leisten will, ist die Einführung des konzeptionellen Handballs, um gegen unterschiedlich aufgestellte Gegner gewappnet zu sein. Und der erfahrene Coach wird auch Wert legen auf professionelleres Denken seiner Spieler. Zum einen benötigten seine jungen Akteure mehr Geduld und die Bereitschaft, die 3. Liga als Sprungbrett zu betrachten. Zum anderen gelte es, sich langsam an die Bundesliga-Härte und ein verschärftes Trainingspensum zu gewöhnen. Derzeit sind es sieben Trainingseinheiten pro Woche, die absolviert werden.
Fazit
Die Saison 2013/14 ist für den VfL Gummersbach II eine Gratwanderung. Die kann funktionieren, wenn es Trainer Sviridenko gelingt, das Team sportlich, aber auch von der Einstellung her in Richtung von Bundesligaansprüchen zu entwickeln. Dann sollte zumindest ein gesicherter Mittelfeldplatz herausspringen. Andererseits wird die junge Mannschaft auch noch Lehrgeld bezahlen müssen und braucht Zeit, um zusammenzuwachsen. Wenn es jedoch Verletzungen gibt und man häufiger Spieler an die 1. Mannschaft abgeben muss, dürfte es in der 3. Liga eng werden.
Tests und Tore
VfL II - HC Eynatten 34:21
VfL II - Eintracht Hagen 27:30
VfL II - Leichlinger TV 25:32
VfL II Eintracht Hagen 17:21
VfL II TuS Volmetal 23:16
VfL II HSC Gevelsberg 23:16
VfL - ESG Gensungen 16:25
SVH Kassel VfL II 17: 23
VfL - TSV Vellmar 19:18
SSV Nümbrecht - VfL II 23:39
[Der Trainer mit seinen Neuzugängen.]
Abgänge
Marvin Blech (TuS Derschlag)
Marc Multhauf (HC Plauen)
David Wiencek (TBV Lemgo II)
Julian Mayer (SG Schalksmühle/Halver)
Sebastian Raymund (TV Strombach)
Nemanja Mladenovic (1. Mannschaft)
Dirk Schumacher (Leichlinger TV)
Christoph Mürtz (Handballpause)
Maik Thiele (Trainer TV Strombach)
Zugänge
Robin Teppich (VfL I)
Nicholas Plessers
Lukas Bader
Finn Altjohann
Srdjan Prdragovic
Timo Flossbach
Alexander Arnold
Philipp Jaeger (alle VfL A-Jugend)
Robin John (HG Köthen)
Frederic Seifert (Bergischer HC II)
Spielerkader
Tor:
Lucas Puhl
Nicholas Plessers
Feld:
Tobias Schröter
Andreas Heyme
Philipp Jaeger
Marc Strohl
Marc Erlinghagen
Philipp Wilhelm
Lukas Bader
Finn Altjohann
Srdjan Prdragovic
Timo Flossbach
Alexander Arnold
Robin John
Frederic Seifert
Trainer
Georgi Swiridenko
