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EGBL steigt in Strom-Direktvermarktung ein

ch; 14. Apr 2013, 16:07 Uhr
Bilder: Christian Herse --- Stolz zeigen die Verantwortlichen der Energiegenossenschaft sowie aus der Politik auf die neue, fast unsichtbare Anlage auf dem Betriebshof.
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EGBL steigt in Strom-Direktvermarktung ein

ch; 14. Apr 2013, 16:07 Uhr
Lindlar – Auf den Dächern des Betriebshofes Engelskirchen-Lindlar werkelt mit einer erzeugten Strommenge von 190.000 Kilowattstunden pro Jahr die größte Fotovoltaikanlage der Energiegenossenschaft Bergisches Land (EGBL).
Nur mühsam kämpft sich die Sonne durch die dicke Wolkendecke, die über dem Industriepark Klause steht. „Das letzte Jahr war furchtbar“, muss sich Thomas Willmer eingestehen. Denn für ihn bedeutet jeder Sonnenstrahl bares Geld. Gemeinsam mit der Energiegenossenschaft Bergisches Land hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Energiewende aktiv zu begleiten und die Dächer Lindlars auf regenerative Stromerzeugung umzurüsten.

[Wolken und Schnee sind die größten Feinde der Anlage.]

Seit 2010 läuft die bislang größte Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Hauptschule Lindlar. Nun hat man auf dem Technischen Betriebshof Engelskirchen-Lindlar nachgelegt. Für rund 300.000 € wurden in den vergangenen Tagen 911 Module auf allen Seiten der Dächer verlegt, die bis zu 190.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen können. Mit 227,5 Kilowatt-Peak verdoppelt die EGBL damit auf einen Schlag ihre Kapazitäten und steigt zugleich erstmals in die Direktvermarktung ein, in dem sie den Strom an den TeBEL weiterverkauft. Und das zu einem günstigeren Preis, als auf dem Markt üblich. „Man muss den Menschen klarmachen, dass, wenn sie sich solch eine Anlage leisten, mit jeder verbrauchten Stromeinheit Geld sparen“, betont Rainer Deppe. Der Landtagsabgeordnete aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis war Mitglied Nummer 249 in der EGBL und wurde genauso vom Vorstand geehrt, wie das Presbyterium der evangelischen Kirche Lindlar als 250. Mitglied und eine Morsbacher Siedlungsgemeinschaft als Nummer 251.


Dass die Energiegenossenschaft mittlerweile weit über die Lindlarer Gemeindegrenzen bekannt ist, zeigt auch die Reichweite an Mitgliedern. „Vom Westerwald bis zum Städtedreieck, der A4 bis zur A45, wir sind mittlerweile überall vertreten“, freut sich Willmer, der beim Richtfest auch die Bürgermeister aus Engelskirchen und Morsbach sowie den Beigeordneten aus Wiehl begrüßen durfte. Und der nächste Schritt steht schon fest. „Wir haben nicht nur Sonne zu bieten, sondern auch Wind“, lächelt Deppe frohen Mutes.