Archiv

Häuser der Hoffnung

gre; 28. Aug 2018, 16:56 Uhr
Bilder: privat --- Innerhalb weniger Tage werden die Häuser in Osteuropa von den deutschen Teams fertiggestellt.
ARCHIV

Häuser der Hoffnung

gre; 28. Aug 2018, 16:56 Uhr
Gummersbach - Der Gummersbacher Gordon Weuste hat den gemeinnützigen Verein „Build & Grow“ gegründet – Deutsche Teams helfen uneigennützig, reisen im Team nach Osteuropa und bauen dort in wenigen Tagen eine neue Heimat für bedürftige Familien.
Von Michelle Grebe

Die kleine Sarah rennt im Konfetti-Regen zur Eignagstür und öffnet mit freudestrahlenden Augen ihr neues Zuhause. Die 6-Jährige hat bereits in jungen Jahren ihre beiden Elternteile verloren. Nachdem sie ihre neue Adoptivfamilie gefunden hat, stirbt auch ihr Adoptivvater, sodass sie noch einen weiteren Verlust verkraften muss. Nun bezieht das Mädchen zusammen mit ihrer Adoptivmutter das neue Eigenheim, das innerhalb von nur drei Tagen in Rumänien errichtet worden ist.

Der Verein „Build & Grow“ des Gummersbachers Gordon Weuste (Bild) hat es möglich gemacht. Sein Prinzip ist ganz einfach: Er ermöglicht es Firmen, als Teambuildingmaßnahme nach Osteuropa zu reisen, um dort innerhalb von drei Tagen ein Haus zu bauen und dieses anschließend einer bedürftigen Familie vor Ort zu übergeben. Im Mai war Weuste, der in Mannheim Betriebswirtschaft studierte und nun als Unternehmensberater tätig ist, mit Freunden in Rumänien und hat das erste Haus fertiggestellt. Innerhalb von drei Tagen wurde mit Schaufel, Säge und Bohrer hantiert, wurden Fenster eingebaut, gestrichen und ebenso das Dach festgestellt.


Aus Weustes Sicht ist es eine Win-Win-Situation für alle. Fernab des Arbeitsalltags agieren die Besucher aus Deutschland und sind in der Lage, das Leben einer bedürftigen Familie in Osteuropa zu verändern. Doch es wird nicht nur auf der Baustelle gearbeitet, sondern das Team lernt auch die Familie kennen, die das Haus nach Fertigstellung erhält. Man besucht ein Roma-Dorf, um dort ebenfalls kleine Reparaturarbeiten vorzunehmen und warme Mahlzeiten an die Dorfbewohner zu verteilen. „Für das Team aus Deutschland ist der Hausbau eine tolle Möglichkeit, um sich besser kennenzulernen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, für die Familie, die das Haus nach Fertigstellung erhält, verändert sich das ganze Leben“, so Weuste. Die Familie bekommt ein Haus zur Verfügung gestellt, bezahlt es in kleinen Raten zum Teil an den Verein zurück, der mit dem Geld neue  Bauprojekte umsetzt.


[Die Freude war groß bei der kleinen Sarah, als sie mit ihrer Adoptivmutter das neue Zuhause erstmals in Augenschein nehmen konnte.]

Die Idee zu der Gründung des Vereins erhielt der 27-Jährige, als er selbst in Mexiko und in der Dominikanischen Republik mit der Organisation „Homes of Hopes“ Häuser für Bedürftige gebaut hat: „Ich kann mich nicht erinnern, jemals in so kurzer Zeit einen so sichtbaren und lebensverändernden Einfluss auf Not leidende Menschen gehabt zu haben. Bei der Übergabe des Hauses an die Familie ist kein Auge trocken geblieben“, erinnert er sich an die Zeit zurück. Da es in Osteuropa ebenfalls viele bedürftige Familien gibt, wollte Weuste dieses Konzept auch hier umsetzen, gründete im vergangenem Jahr den Verein und konnte als Unterstützer den ehemaligen Fußballprofi Arne Friedrich gewinnen.

Für die Zukunft sind noch weitere Projekte geplant: Im Oktober geht es nach Moldawien, um dort das nächste Haus zu errichten. Die Familie, die das Heim erhält, hat zwei Kinder, eines davon ist seit der Geburt geistig und körperlich behindert, da es bei der Geburt auf den Kopf gefallen ist. Der Familienvater ist in Kunst und Architektur sehr begabt, kann dies jedoch aufgrund seiner Familiensituation nicht umsetzen und ist bereits im Verzug mit Mietzahlungen. Die Hausbaufirma, die die Gruppe im Oktober unterstützt, stellt den Mann nach dem Hausbau ein, sodass er vom Gehalt seine Familie versorgen und einen Teil der Kosten für den Hausbau zurückzahlen kann.


[Diese Familie in Moldawien erhält ihr Haus im Oktober.]

Der Bau im Oktober wird nicht von einem einzigen Team durchgeführt, sondern von Mitarbeitern verschiedener Firmen. Noch stehen wenige Plätze zur Verfügung. Wer vom 3. bis 7. Oktober in Chisinau in Moldawien für eine Familie ein Haus bauen will, kann sich an Gordon Weuste wenden. Für das Jahr 2019 können sich Firmen mit eigenen Teams anmelden, um erneut Häuser der Hoffnung zu errichten und mit dem Team nach Osteuropa zu reisen. Aber auch Einzelpersonen können sich melden. Damit auch in Zukunft weiter Häuser gebaut werden können, ist der Verein auf Spenden angewiesen.

Weitere Informationen:
build-grow.org, Facebook
www.instagram.com/buildgrow, Mail: g.weuste@build-grow.org

Spendenkonto:
IBAN: DE93 384 500 001 000 455 822
BIC: WELADED1GMB
Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt
WERBUNG