Bilder: Michael Kleinjung.
ARCHIV
Neuanfang unter erschwerten Bedingungen
Gummersbach - Die Handballsaison 2016/17 steht in den Startlöchern und Oberberg-Aktuell beleuchtet Neuverpflichtungen, Abgänge und Chancen der oberbergischen Vertreter in den einzelnen Ligen Heute Oberligist TuS Derschlag.
Von Peter NotbohmNicht einmal zwei Jahre ist her, da stellte der TuS Derschlag mit dem Longericher SC die Crème de la Crème der mittelrheinischen Oberliga dar. Doch nach einem Jahr Kooperation mit dem VfL Gummersbach und dem Versuch sich in der dritten Liga zu etablieren, ist vom damaligen Erfolgskader kaum noch etwas übrig. Während die Drittligakooperation bereits zur Winterpause von den Kreisstädtern wieder federführend übernommen wurde, war das Oberligateam zu keinem Zeitpunkt der Saison wirklich konkurrenzfähig und meist nur dank der Unterstützung der Gummersbacher A-Jugend überhaupt spielfähig. Dem neuen Trainer Ralph Weinheimer obliegt die Aufgabe aus dem Scherbenhaufen wieder einen gestandenen Oberligisten zu formen. Das letzte Jahr verlief nicht optimal. Wir werden zunächst kleine Brötchen backen müssen, will er sich zunächst konsolidieren und anschließend wieder etablieren.
Kommen und Gehen
Dafür steht ihm ein rundum erneuerter Kader zur Verfügung. Von den letztjährigen Leistungsträgern ist nur noch Torhüter Dominik Schmidt übrig geblieben. Goalgetter Davidson Idahosa, einer der wenigen Lichtblicke der abgelaufenen Saison, weckte zahlreiche Begehrlichkeiten und geht künftig in der Regionalliga beim TV Jahn Wahn auf Torejagd. Marvin Straub und Christoph Haselbach zog es zum Ligakonkurrenten TV Strombach und Mathis Pötzsch wird künftig in Dormagen die Außenbahn beackern. Marc Erlinghagen steht noch ohne neuen Verein da, während Maik Pallach sich künftig ganz auf die Leitung der VfL-Akademie konzentrieren wird. Ihm folgen zudem alle VfL-Leihgaben des letzten Jahres.
[Ralph Weinheimer muss ein komplett neues Team formen.]
Auf der Habenseite profitierte der Verein hingegen vom Rückzug des TV Bergneustadt und konnte neben Trainer Weinheimer auch Christian Wolf, Marcel Neese, Timo Bay, Nils Welke und Norman Krause vom Nachbarn auf den Epelberg lotsen. Kreisläufer Vladislav Vesselinov ist der einzige Spieler, der aus dem Drittligakader wieder nach Derschlag zurückkehrt. Dazu kommen mit Olivér Szomor (Pécs) und Sven Suton (Duderstadt) zwei kurz vor Saisonbeginn verpflichtete Spieler, die für die nötige Gefahr aus dem Rückraum sorgen sollen. Komplettiert wird der Kader durch Spieler der letztjährigen Landesligareserve.
Stärken und Schwächen
Dass dieses neu zusammengewürfelte Team noch nicht perfekt eingespielt ist und zunächst sicherlich gewissen Leistungsschwankungen unterworfen sein wird, versteht sich fast von selbst. Der BSP-Cup lieferte von beiden TuS-Gesichtern bereits eine erste Kostprobe. Dementsprechend baut Weinheimer auch zunächst auf eine sichere Defensive. Mit Vladislav Vesselinov und Nils Welke kann Derschlag auf einen starken Innenblock bauen und auch Torhüter Dominik Schmidt gehört zu den besseren Keepern der Liga. Sorgen bereitet dagegen das Offensivspiel. Vor allem die Angriffseffektivität bereitet dem Coach erhebliche Kopfschmerzen. Natürlich ist das eine sehr junge und unerfahrene Mannschaft, aber die Zeit des Lernens ist in der Oberliga vorbei. Das ist ein Ergebnissport, da müssen Punkte her und dafür müssen wir unsere klaren Chancen auch nutzen, resümiert er die Schwachstellen.
Viel Verantwortung wird auf Vladislav Vesselinov, Timo Bay, Sven Suton und Olivér Szomor lasten, egal ob als Leader oder als Leistungsträger. Auch von größeren Verletzungssorgen muss der TuS verschont bleiben. Insgesamt ist das eine sehr schwere, aber auch sehr reizvolle Aufgabe, beschreibt Weinheimer seine Ziele. Denn neben einem angestrebtem Mittelfeldplatz soll vor das Derschlager Publikum wieder gewonnen werden. Wir wollen mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben und mit gutem Handball die Zuschauer wieder in die Halle locken. Dabei müssen wir aber geduldig bleiben und nicht zu schnell zu viel erwarten. Diese Mannschaft muss erst einmal zusammenwachsen, fällt dem Übungsleiter der Startschuss in die Saison zwei Wochen zu früh aus.
Fazit
Der TuS Derschlag steht vor einem völligen Neuanfang und Trainer Ralph Weinheimer tut gut daran, die Erwartungen niedrig zu halten. Die Mannschaft muss sich noch finden, mehrere Spieler sich zudem an das Niveau der Oberliga gewöhnen. Landet die TuS-Kogge letztlich im gesicherten Mittelfeld darf man bereits von einer erfolgreichen Saison sprechen.
Test und Tore
TuS TV Olpe 25:26
TuS HSG Schwanewede (Oberliga Nordsee) 23:28
TuS TuS Ferndorf II 23:31
TuS HSG Oberbantenberg/Niederseßmar 29:20
TuS HSG Marienheide/Müllenbach 17:9 (BSP Cup)
TuS CVJM Oberwiehl II 15:9 (BSP Cup)
TuS SSV Nümbrecht 15:24 (BSP Cup)
TuS TV Strombach 24:27 (BSP Cup)
TuS CVJM Oberwiehl 19:28 (BSP Cup)
Abgänge
Davidson Idahosa (TV Jahn Köln-Wahn)
Christoph Haselbach (TV Strombach)
Marc Erlinghagen (Ziel unbekannt)
Mathis Pötzsch (TSV Bayer Dormagen)
Maik Pallach (Akademieleitung VfL)
Marvin Straub (TV Strombach)
Zugänge
Olivér Szomor (Uniqa Pécs)
Vladislav Vesselinov (VfL Gummersbach II)
Sven Suton (TV Jahn Duderstadt )
Christian Wolf
Marcel Neese
Timo Bay
Nils Welke
Norman Krause (alle TV Bergneustadt)
Spielerkader
Tor
Dominik Schmidt
Christian Wolf
Feld
Timo Bay
Nils Welke
Norman Krause
Marcel Neese
Marco Rubel
Timo Domian
Sven Suton
Leon Muche
Pascal Seinsche
Olivér Szomor
Tobias Mlynczak
Vladislav Vesselinov
Trainer
Ralph Weinheimer
Co-Trainer
Norman Scholz
Betreuer:
Ulli Mann
