Bilder: Dominic und Michael Gauger -- Säuberlich in der Gummersbacher Fußgängerzone aufgereiht ging es zum Start.
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Old- und Youngtimer trotzten dem Regen
Gummersbach - Die neunte Auflage der Rebbelroth Classics wurde wegen Regen zu einer feuchten Angelegenheit - Großes Starterfeld absolviert zwei Rundkurse durch das Bergische Land.
Von Michael GaugerChristian Geberzahn, der 1. Vorsitzende des Vereins Nachbarschaft Rebbelroth, begrüßte die Starter und Zuschauer am Samstagmorgen auf dem Gummersbacher Lindenplatz in der Fußgängerzone mit den Worten: Achtmal hatten wir Glück, nun hat uns das nasse Wetter bei der neunten Rallye doch erwischt und es wird auch wohl am heutigen Tag so bleiben." Das regnerische Wetter hatte auch zu einem kleineren Starterfeld beigetragen. Die Fahrer der Cabrios ohne Verdeck verzichteten verständlicherweise auf einen Start.
[Christian Geberzahn moderierte die Classics und hatte immer den passenden Kommentar parat.]
Bürgermeister Frank Helmenstein fühlte sich beim Anblick der vielen Young- und Oldtimer in seine Jugend zurückversetzt und ließ es sich nicht nehmen, jeder Fahrzeugbesatzung auf der Startrampe gute Wünsche mit auf den Weg zu geben. Pünktlich um neun Uhr machten sich die Teilnehmer im einminütigen Abstand auf ihre Tour, die je nach gerader oder ungerader Startnummer unterschiedlich war. Beim zweiten Start am Nachmittag wurden die jeweils etwa 85 bis 90 Kilometer langen Strecken getauscht. Im Nachgang wurde die ausgearbeitete Streckenführung von allen Teams sehr gelobt. Von den etwa 110 Meldungen gingen letztendlich 94 Autos und ein Motorrad auf die Strecken über Hügel und durch die Wälder im Kreisgebiet.
Viele Starter aus dem Oberbergischen, aber auch einige Gäste aus dem Märkischen Kreis, Siegburg oder dem Kölner Raum waren dabei. Die weiteste Anreise hatte ein Fahrerteam aus der Schweiz und wurde mit einem Sonderpreis bedacht. Auch der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises startete mit dem bekannten VW Bulli Clinomobil aus dem Jahr 1967.
Auf diese Weise machte man auf die in Kürze stattfindende Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des oberbergischen Rettungsdienstes zusätzlich aufmerksam. Einige weitere Raritäten: ein Mercedes 300 SL Flügeltürer (Baujahr 1955), tatsächlich zugelassen in Namibia, wie das Kennzeichen verriet. Ein NSU Prinz (Baujahr 1966), Austin Morris minor traveller (Baujahr 1968), ein MG A Roadster (Baujahr 1960), Austin Healy MKIII (Baujahr 1967), Goggomobil TS 250 (Baujahr 1969) und viele mehr. Aber auch Youngtimer wie VW Golf, Porsche 911, Citroën Ente Kastenwagen, Audi Quattro sowie mehrere Mercedes Benz oder Alfa Romeo waren dabei.
[Bürgermeister Frank Helmenstein schwelgte in Kindheits- und Jugenderinnerungen.]
Die Organisatoren, der gemeinnützige Verein Nachbarschaft Rebbelroth, die Freiwillige Feuerwehr Rebbelroth, Ley-Krane Gummersbach und das Sachverständigenbüro
Müller und Klein, hatten mit ihren etwa 80 Helfern wieder viel Herzblut in die Planung und Durchführung der diesjährigen Veranstaltung gesteckt. Gefahren wurde nach einem "Roadbook" mit so genannten chinesischen Zeichen. Unterwegs galt es für Fahrer und Beifahrer bei Sonderprüfungen an den jeweiligen Streckenposten einige kleinere Aufgaben zu erledigen oder Fragen zu beantworten, die im Roadbook standen. Um zu gewährleisten, dass die korrekte Strecke abgefahren und nicht abgekürzt wurde, waren an diversen Stellen Kästen mit Stempeln aufgehangen worden. Dort galt es für die Beifahrer eine Beweisstempelung durchzuführen.
Pünktlich um 19 Uhr, erneut war ein kräftiger Schauer über die nach der Zieldurchfahrt versammelte Teilnehmerschar gezogen, wurde mit der Siegerehrung ab Platz 50 begonnen. Da die Starter allesamt mit viel Spaß bei der Sache waren, wurde sich über eine hintere Platzierung genauso gefreut wie bei einer unter den ersten zehn. Einige Teams hatten sich jedoch aus verschiedenen Gründen bereits auf dem Heimweg gemacht.
Mit Kommentaren wie Der kleine Mini hat's gemacht oder Das war der Wahnsinn beglückwünschte Geberzahn die Fahrzeugbesatzungen, teilweise bestehend aus Paaren, Geschwistern, Freunden oder direkt ganzen Familien. Sieger der Youngtimer-Wertung wurden Christoph Rentrop und Jens Einart (BMW 325i) vor Lutz Fritzsche und Andreas Dieckmann (Citroen 2CV). Der dritte Platz ging an Marcel Baumann und Jenni the navigator Bliersbach (Rover Mini MK2) als Beifahrerin.
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Stilecht auf einem Siegertreppchen dann die Ehrung der drei ersten Plätze der Oldtimer-Wertung. Der dritte Platz ging an Ulrich und Andreas Kappenstein (MG Roadster), der zweite an Thomas Hammer und Agnieszka Reese (Citroën DS 20 Break), die wegen der guten Platzierung am meisten überrascht waren. Sieger der diesjährigen Rebbelroth Classic wurden Stephan Schmidt, Andreas Schmitz, Raimund und Florian Stühn mit ihrem VW Typ 181 Kübel.
Bei den Classics geht es nicht um Schnelligkeit und Sieg, wie ein Teilnehmer später versicherte, sondern hauptsächlich um den Spaß dabei zu sein. So verabschiedete sich der älteste Teilnehmer der Tour, der 90-jährige Porschefahrer Werner Groppe, nach Erhalt eines kleinen Preises mit den Worten: Dann bis nächstes Jahr.
