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Schüler bringen eigenes Buch in den Handel

fj; 6. May 2019, 10:05 Uhr
Bilder: Sabrina Schultheis --- Zwei der stolzen Nachwuchs-Autoren: Nino (li.) und Bent.
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Schüler bringen eigenes Buch in den Handel

fj; 6. May 2019, 10:05 Uhr
Wiehl – Schüler der Helen-Keller-Schule haben im Kunstunterricht ein eigenes Buch geschrieben und bebildert – „Benni und Lena sind verliebt“ ist eine Geschichte von Kindern für Kinder und ab sofort im Handel erhältlich.
Mit dem Kinderbuch „Benni und Lena sind verliebt“ ist im Buchhandel ab sofort eine bebilderte Geschichte erhältlich, die im Rahmen des Kunstunterrichts an der Helen-Keller-Schule in Wiehl, der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung., entstanden ist. „Ich habe meine Klasse zu Beginn des Schuljahres gefragt, was sie im Kunstunterricht gerne machen würden und die Antwort lautete: ‚Ein Buch schreiben“, erzählt Lehrerin Sabrina Schultheis. Mit dieser Idee rannten die zehn bis 15 Jahre alten Schüler bei ihrer Kunstlehrerin offene Türen ein. „Ich freue mich, wenn die Schüler eigene Wünsche einbringen. Schließlich lernt man am besten, wenn man sich selbst für das interessiert, womit man sich im Unterricht beschäftigt“, findet sie.

Und so wurden aus neun Schülern mit Behinderung Autoren, Grafiker und schließlich sogar Verleger. Die Handlung der Geschichte entwickelten die Schülerinnen Alice (14) und Lara (12). „Für die eine war klar, dass es eine Liebesgeschichte werden sollte, die andere wollte unbedingt ein Pferdebuch“, so Schultheis, die aus den Ideen der Mädchen einen Text machte. So entstand eine Mischung aus beidem: Eine Geschichte über die erste Liebe, die ihre Spannung auch dadurch erhält, dass das Pferd von Lena aus dem Stall auf dem Bauernhof von Bennis Eltern verschwindet. „ Eine große Suche beginnt - nach dem Pferd und auch nach der Liebe“, heißt es dazu in der Inhaltsangabe.



Zu jedem fertigen Kapitel zeichneten die Schüler im Kunstunterricht dann gleich mehrere Bilder. So entstand ein Buch mit 116 Seiten, elf Kapiteln und über 20 Bildern, das sich durch eine farbige Silbenmarkierung besonders für Leseanfänger eignet. Veröffentlicht wurde das Buch im Selbstverlag (ISBN: 978-3-748538-05-9). Da stand natürlich die Frage an, was mit den Einnahmen geschehen soll. In einem Stuhlkreis wurde das Thema diskutiert und eine Antwort war schnell gefunden: Das erste verdiente Geld wird für ein Eis für die Autoren und Zeichner ausgegeben, mit allen weiteren Einnahmen wollen die jungen Leute ein Patenkind in Afrika unterstützen. „Häufig sind Menschen mit Behinderung diejenigen, die Hilfe annehmen, diese Schüler aber haben selbst etwas geschaffen und wollen damit einem anderen helfen“, ist Schultheis nicht nur auf die Kreativität ihrer Schüler, sondern auch auf deren Mitgefühl und Großherzigkeit stolz.


[Auch das Buchcover gestalteten die Kinder selber.]