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Tafel Oberberg Süd feiert 15. Geburtstag

nh; 28. Jun 2018, 14:00 Uhr
Bilder: Nils Hühn --- Tafel-Leiterin Theresia Mittler (2.v.l.) zeigt Morsbachs Bürgermeister Jörg Bukowski (links) und Waldbröls Fachbereichleiter Eckhard Becker das Trockenlager.
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Tafel Oberberg Süd feiert 15. Geburtstag

nh; 28. Jun 2018, 14:00 Uhr
Oberberg - Bei strahlendem Sonnenschein wurde an der Brölbahnstraße 1 gefeiert - Die Tafel Oberberg Süd nutzte das Jubiläum zur Präsentation der verschiedenen Aufgabenbereiche.
Von Nils Hühn

Wer sich unter der Arbeit der Tafeln vorstellt, dass einfach irgendwo und irgendwie Essen gesammelt wird, welches anschließend verteilt wird, ist auf dem Holzweg. Wie komplex die Arbeit in der Tat ist, versuchte die Tafel Oberberg Süd anlässlich des 15. Geburtstages deutlich zu machen. Die drei Leiter der Tafel mit dem Sitz an de Brölbahnstraße 1 in Waldbröl sind seit über zehn Jahren Theresia Mittler, Liane Althoff und Alfred Freitag. Mit Unterstützung der insgesamt 120 Tafel-Mitarbeiter wurden die Besucher durch das Gebäude geführt.


Mit zwei Kühlfahrzeugen werden auf verschiedenen Touren genießbare Lebensmittel eingesammelt, die ansonsten weggeschmissen werden. „Die Kisten, die hier ankommen, sind durcheinander und müssen erst sortiert werden“, erklärte Althoff. Bei den vier unterschiedlichen Ausgabestandorten Waldbröl, Wiehl, Morsbach und Nümbrecht können sich die Bedürftigen nach der erfolgreichen Registrierung und Bezahlung von 2,50 € bedienen lassen. „Es kann sich nicht einfach genommen werden, was man möchte“, so Althoff. Dies hängt besonders damit zusammen, dass jeder Bedürftige etwas erhalten soll.

So bekommen die Tafel-Kunden, wie sie meist genannt werden, einen Teil beim „Obst und Gemüse“ und etwas aus der „Kühltheke“. Hier gibt es vor allem Artikel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde. „Ein Joghurt ist auch noch eine Woche nach dem Überschreiten dieses Datums genießbar“, erklärt Althoff. Anders verhält es sich bei Produkten, auf denen „verwendbar bis“ steht. Diese Lebensmittel dürfen auch die Tafeln nicht weitergeben. Besonders viel Brot und Gebäck erhalten die Tafeln. Hier gilt der Leitsatz: „Erst Mensch, dann Tier, dann Tonne.“ Denn was nicht mehr an die Kunden verteilt werden kann, holen sich Landwirte ab, ehe die Waren endgültig in der Tonne landen.


[Die Tafel Oberberg Süd wurde vor 15 Jahren von Pfarrer Jochen Gran (2.v.r.) ins Leben gerufen. Geleitet wird sie seit über zehn Jahren von Alfred Freitag (v.r.n.l.), Liane Althoff und Theresia Mittler. Erfreut über das Engagement der vielen Ehrenamtler sind Susanne Maaß (v.l.n.r.), stellvertretende Bürgermeisterin Reichshof, Morsbachs Rathauschef Jörg Bukowski und Waldbröls 1. Bürger Peter Koester.]

In der Brölbahnstraße 1 befinden sich zudem ein großes Trockenlager und eine neue Tiefkühlzelle, wo die Lebensmittel perfekt gelagert werden können. „Das ist ziemlich viel Aufwand, der hier betrieben wird“, sagte ein Besucher anerkennend. Diese Arbeit wurde gestern entsprechend von verschiedenen Vertretern aus Politik und Wirtschaft gewürdigt. Gemeinsam wurde der Geburtstag mit Kuchen, Herzhaftem und warmen sowie kalten Getränken gefeiert.

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