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Tierheim Koppelweide: Ein Umbau für die Zukunft

sas; 3. Apr 2018, 16:15 Uhr
Bilder: Andrea Altemühle/Sandra Schomers (Text) --- Der Entwurf des neuen Hauptgebäudes.
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Tierheim Koppelweide: Ein Umbau für die Zukunft

sas; 3. Apr 2018, 16:15 Uhr
Wiehl – Dank einer Erbschaft konnte das Tierheim im Alpetal vor der Stilllegung gerettet werden – Schon Anfang nächsten Jahres soll ein neues, modernes Hauptgebäude stehen.
Dem Tierheim Koppelweide drohte die Stilllegung: Bei der jüngsten Brandschutzbegehung wurde das dreistöckige Empfangsgebäude als nicht mehr sanierungsfähig eingestuft. Das 100 Jahre alte Gebäude, ursprünglich eine Sägemühle, wies enorme Mängel auf und wurde den Arbeitsvorschriften nicht mehr gerecht. Trotz dieses ernüchternden Urteils kann das Tierheim zuversichtlich in die Zukunft blicken – und zwar dank der großzügigen Erbschaft eines Ehepaars, das anonym bleiben möchte.

Schon in wenigen Jahren soll die Tierunterkunft im neuen Glanz erstrahlen und nicht mehr wiederzuerkennen sein. Geplant ist ein Umbau, der die Tiervermittlung im Alpetal zukunftsfähig macht. Das erste Projekt, das noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden soll, ist der Neubau eines modernen Hauptgebäudes. Die Kosten belaufen sich hierfür auf einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich. Der Bauantrag wurde bereits Ende Februar von der Stadt Wiehl bestätigt, abzuwarten bleibt nun die endgültige Bewilligung. Ist dieser Gebäudekomplex fertiggestellt, bleibt das jetzige Hauptgebäude erst einmal weiter ungenutzt. Denn schon jetzt finden die Vermittlungen übergangsweise in einem kleinen Container statt.


[Links im Bild ist das alte Hauptgebäude zu sehen. Es wurde als nicht mehr sanierungsfähig eingestuft.]

Der Tierschutzverein Oberberg, bestehend aus 300 Mitgliedern, ist Eigentümer des Tierheims Koppelweide. Dort kümmern sich insgesamt elf feste Mitarbeiter, darunter eine eigene Tierärztin, vier Fachpfleger, drei Auszubildende, ein Bundesfreiwilligendienstler sowie zwei Aushilfen um das Wohl und die Vermittlung der heimatlosen Tiere. Etwa 30 Ehrenamtliche unterstützen das Team, indem sie beispielsweise Spaziergänge mit Hunden oder die Reinigung der Räume übernehmen. Jedes Jahr werden im Schnitt 700 bis 800 Tiere im Tierheim Koppelweide aufgenommen – der größte Teil von ihnen kann glücklicherweise vermittelt werden. „Langeinsitzer gibt es leider immer. Manche Tiere verbringen ihr ganzes Leben hier bei uns“, sagt Horst Giesen, der 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberberg, und ergänzt: „Das ist zum Glück aber sehr selten“. Im Durchschnitt bewohnen das Tierasyl dauerhaft um die 150 Tiere, davon sind zwei Drittel Katzen und Nager, ein Drittel Hunde.



Architektin Andrea Altemühle plant einen flachen Neubau auf der unbebauten Grünfläche direkt neben dem Eingang des Tierheims. Alle Räume sollen sich auf einer Ebene befinden, um die Logistik für die Mitarbeiter zu optimieren. Der Empfang, ein Büro, die Tierarztpraxis mit einem Behandlungsraum, der OP- und Aufwachraum, der Technikraum sowie eine Hundequarantäne mit drei Innenzimmern und Freiausläufen sollen hier einziehen. Auch an Notfälle hat Architektin Altemühle gedacht: Im Obergeschoss wurde eine Hausmeisterwohnung eingeplant. Da der Standort des Tierheims sehr abgelegen ist, soll dort ein Mitarbeiter einziehen, um im Ernstfall schnell zur Stelle zu sein. Anfang 2019 soll der Baukomplex dann schon bezogen werden.


[Auf dieser Fläche, direkt neben dem Eingang des Tierheims, soll das neue Gebäude errichtet werden.]

Hauptaugenmerk der Neuausrichtung liegt auf einer zeitnahen, medizinisch umfassenden Versorgung der Tiere: Die neue Arztpraxis soll den Standards der modernen Tiermedizin gerecht werden und mit der entsprechenden Ausstattung versehen werden. Somit werden zukünftig auch Operationen oder Kastrationen, die bisher extern durchgeführt werden mussten, vor Ort möglich. Giesen blickt noch weiter in die Zukunft und denkt an weitere Umbaumaßnahmen, die das Tierheim fortschrittlich weiterentwickeln: „Wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, soll als nächstes das alte Empfangsgebäude abgerissen werden, um dann die Etage der Katzen zu vergrößern."

Die Erbschaft und Unterstützung von Sponsoren sind zwar der erste Schritt in eine zukunftsweisende Richtung, reichen aber allein noch nicht aus, um den Ansprüchen der modernen Tiermedizin gerecht zu werden. Aus diesem Grund hofft das Tierheim auf zusätzliche Spenden und bietet eine Bausteinaktion an. Für eine Spende von 20 € kann man sich auf der Bausteinwand verewigen lassen. Auch Firmen können helfen: Zusätzlich sollen Namenpatenschaften für die neuen Räume verkauft werden.


[Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Hannelore Demmer und der 1. Vorsitzende Horst Giesen vor  der analogen Bausteinwand - eine Spendenaktion für das Tierheim Koppelweide.]