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Bei Nachtwanderung um Aggertalsperre abgestürzt

nh; 26. Oct 2017, 16:45 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung --- Rund 50 Einsatzkräfte von DLRG, Malteser Hilfsdienst und THW nahmen an der DLRG-Herbstübung teil.
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Bei Nachtwanderung um Aggertalsperre abgestürzt

nh; 26. Oct 2017, 16:45 Uhr
Oberberg - Die DLRG Oberberg führte am Mittwochabend zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst und dem THW eine Übung durch - Drei Jugendliche waren Klippe herabgestürzt - Einsatzleitung rundum zufrieden.
Von Nils Hühn

Am Mittwochabend sind bei einer Nachtwanderung einer Jugendgruppe drei Jugendliche vom Weg abgekommen und eine Klippe hinabgestürzt. Dabei verletzten sich die Heranwachsenden schwer. Zu allem Übel konnte der herbeigerufene Rettungsdienst die Verunglückten nicht über Land erreichen, sodass die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit ihren Booten zur Unterstützung gerufen wurde. Dieses Szenario ereignete sich gestern Abend glücklicherweise nicht, sondern wurde von Statisten und Helfern simuliert, damit DLRG, Malteser und THW gemeinsam ihre Herbstübung absolvieren konnten.

[Sinan Kahl koordinierte und leitete die Übung.]

Während der Malteser Hilfsdienst mit einem Rettungswagen, zwei Kranken-Transportwagen, einem Mannschaftstransporter und einem Notarzt vor Ort war und die Arbeit des Rettungsdienstes simulierte, war der DLRG Bezirk Oberberg mit fünf Boot- und zwei Tauchtrupps sowie der Einsatzführung und Sonarortung vor Ort. Das THW Gummersbach leuchtete aufgrund der einbrechenden Dunkelheit das Gelände aus. Insgesamt waren 50 Einsatzkräfte sowie 15 Statisten und Helfer an der Übung beteiligt. „Das war für uns eine gute Möglichkeit zum Üben. Gleichzeitig konnten wir die Verständigung unter den verschiedenen Organisationen verbessern“, erklärte Übungsleiter Sinan Kahl von der DLRG.

Die aufwendige Vorbereitung der Übung hatte sich gelohnt und es konnte alles wie geplant abgearbeitet werden. Mit Booten wurden die Rettungssanitäter zu den verunglückten Jugendlichen gebracht, wobei sich herausstellte, dass eine Person vermisst wurde. Nun durften auch die Taucher ran. „Binnen kürzester Zeit wurde die Tauchpuppe gefunden“, war Kahl begeistert von dem Ergebnis. Insgesamt wurde ein positives Fazit gezogen. Direkt nach der sehr realitätsnahen Übung wurde der Ablauf analysiert. Gegen 22:30 Uhr, also viereinhalb Stunden nach der Alarmierung, war der Einsatz beendet.



[Ein Ziel der Übung war, die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen im Umgang mit Verletzten unter möglichst realen Bedingungen zu üben.]

Wer denkt, dass die DLRG Oberberg beschäftigungslos oder gar überflüssig sei, der täuscht sich. Denn mit seinen zahlreichen Gewässern ist der Oberbergische Kreis eine der Talsperren reichsten Regionen in Deutschland. Die Einsatzzahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass es gerade hier immer wieder zu Wassernotfällen kommt. „Im vergangenen Jahr hatten wir sieben Einsätze mit Badeunfällen“, berichtete Kahl. Da es bei keiner oberbergischen Feuerwehr einen Taucher gibt, müsste man im Ernstfall auf Kölner Kräfte zurückgreifen. „Zum Glück sind wir mit unseren Ortsverbänden im Oberbergischen Kreis gut aufgestellt“, so Kahl. Dass diese Kräfte jederzeit einsatzbereit sind, wurde gestern Abend eindrucksvoll unter Beweis gestellt.