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Oberbergisches „Bergfest“ bei den ADAC MX-Masters

mg; 18. Jun 2017, 19:28 Uhr
Bilder: Michael Gauger, Oliver Müller (Galerie 59-63) --- Spannender Motorsport und packende Positionskämpfe bei den MX Masters. Der MSC präsentierte eine hervorragend organisierte Veranstaltung, wie auch Bürgermeister Ulrich Stücker erklärte.
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Oberbergisches „Bergfest“ bei den ADAC MX-Masters

mg; 18. Jun 2017, 19:28 Uhr
Wiehl - Europas beliebteste Motocross-Rennserie gastierte zum vierten Mal im Uelpetal - Spannende Rennen auf dem legendären Traditionskurs - Europäische Elite kämpfte um wertvolle Punkte.
Von Michael Gauger

In 65 Jahren hat der legendäre Waldkurs nichts von seinem Reiz verloren. Zahlreiche Wettkämpfe und über 20 Weltmeisterschaftsläufe in verschiedenen Klassen des Motocrosssports wurden hier ausgetragen. Zum vierten Mal gastierte die MX-Masters-Serie des ADAC-Nordrhein am vergangenen Wochenende im Uelpetal, verstärkt durch den Youngsters Cup und zwei Läufe des Ladies Cup, bei dem etwa 35 junge Damen ans Startgatter rollten und den männlichen Konkurrenten in nichts nachstanden. Der ADAC MX Junior Cup pausierte in Bielstein.


Der MSC Drabenderhöhe-Bielstein sorgte mit über 200 freiwilligen Helfern für eine perfekte Vorbereitung und einen reibungslosen Ablauf des Wochenendes. WM-Star Max Nagl indes musste seinen angekündigten Gaststart in letzter Minute verletzungsbedingt absagen, eine Kapselverletzung in der Hand verlangte eine Zwangspause. Drei Läufe der Rennserie sind bereits absolviert, drei weitere stehen nach diesem Wochenende im Oberbergischen noch aus. Es galt also, beim „Bergfest“ der Serie wichtige Punkte und Preisgelder zu erkämpfen, was den zahlreichen Zuschauern spannende Rennen und packende Positionskämpfe auf der technisch anspruchsvollen Strecke bescherte. Im Rahmen der Veranstaltung fand zudem am Samstagabend ein gut besuchtes Rockkonzert mit vier Bands (BenjRose, Alexander Auer, Majordad, Dale Fisher) statt.



[Optimales Wochenende für Courtney Duncan, die die volle Punktzahl abräumte.]

1.655 Meter Kurs, der in vielen Teilbereichen neugestaltet und generell mit etlichen Metern Sicherheitszaun versehen wurde, nahmen die mehr als 180 Starter aus über 20 Nationen in mehreren Qualifikations- und Entscheidungsläufen unter ihre grobstolligen Reifen. Rennleiter Jürgen Schell schickte die Stars der Szene nach vorangegangener technischer Prüfung in die jeweiligen Läufe. Neben dem offenen Fahrerlager, einer Autogrammstunde mit den Topstars der Szene und Fanartikelständen gehörte eine Verzehrmeile mit vielfältigem Angebot genauso zum Programm, wie Beschäftigungsmöglichkeiten für die kleinsten Besucher. So gab es unter Aufsicht kostenloses Quadfahren und eine Hüpfburg.



Bereits zu den freien Trainings und Qualifyings hatten sich weit über 2.000 Zuschauer eingefunden, am Rennsonntag sollte sich dies noch um ein Vielfaches steigern. Für kurze Unterbrechungen sorgten am Quali-Samstag zwei Rennunfälle, bei dem auch ein Rettungshubschrauber zum Einsatz kam und einen Fahrer zur Weiterbehandlung in eine Klinik fliegen musste. Hier konnte jedoch Entwarnung gegeben werden, wie der Veranstalter heute mitteilte.



[„Lare“ Papenmeier begnügte sich mit zwei zweiten Plätzen.]
  
Die Pole Position für den Renntag sicherte sich bei den „Big Boys“ mit 1:48.394 Minuten der 21-jährige Österreicher Lukas „Luggi“ Neurauter (909, Cofain Racing Team, KTM ) vor dem Belgier Jeremy Delince (926, KMP Honda Racing Team) und dem Tschechen Filip Neugebauer (134). Der Tabellenerste Dennis Ullrich (23, KTM Sarholz Racing Team) wurde Fünfter. Bei den Youngsters fuhr der Tscheche Martin Krč (377) mit einer Top-Zeit von 1:51.325 Minuten knapp drei Sekunden schneller als sein französischer Konkurrent Adrien Malaval und sicherte sich damit die vorderste Startposition. Als Dritter durfte sich mit Jakub Terešák (124), ebenfalls Tscheche, seinen Startplatz aussuchen.

Zufrieden war auch Lokalmatador Lukas Platt (20, DW Racing Team, KTM). Der Tischlergeselle aus Mönchengladbach wohnt rund 100 Kilometer von der Strecke entfernt und ist seit vier Jahren beim MSC Drabenderhöhe-Bielstein Vereinsmitglied. „Dieses Rennwochenende ist für mich ein ganz besonderes, da meine ganze Familie zur Unterstützung hier ist. Mein Ziel ist es, unter die Top 15 zu kommen, von daher ist mein Platz 15 in der Quali schon mal ein vielversprechender Anfang“, erklärte der Führende der Deutschen Meisterschaft der 250ccm-Klasse. Beim DMV MX Ladies Cup ging die Pole mit 2,5 Sekunden Vorsprung vor der deutschen WM-Größe Larissa „Lare“ Papenmeier (423) an die Neuseeländerin Courtney Duncan (151). Dritte wurde die Niederländerin Nicky van Wordragen Hubers (964), die derzeit Sechste in der WMX - FIM Women's World Motocross Championship.



[Wichtige Meisterschaftspunkte nahm Youngster Tom Koch mit, der die Tabelle anführt.]
  
Der Rennsonntag präsentierte sich wettertechnisch so perfekt wie der Vortag. Temperaturen um 27 Grad Celsius und eine perfekt präparierte Strecke boten optimale Bedingungen, um diesen Spitzensport aus nächster Nähe mitzuerleben. Henning Siewert von den „Holy Riders MC“ fand vor den ersten Rennen in einem Gebet die passenden Worte und gedachte auch der Familie des im letzten Jahr tödlich verunglückten Zuschauers. Bei den 29 gestarteten Damen war es erneut die Neuseeländerin Duncan, die in beiden Läufen nichts anbrennen ließ und 50 Punkte mitnahm. „Lare“ Papenmeier ging auf Nummer sicher, gab sich mit zwei zweiten Plätzen zufrieden und erntete 44 Punkte. Dritte wurde jeweils die Niederländerin van Wordragen Hubers.


[Volle Punktausbeute für „Ulle“, der die Tabelle nun mit 151 Zählern anführt.]
  
Im ersten Lauf der Youngster war es Michael „Michi“ Sandner (766), der mit den von den Ladies gefahrenen Spuren am besten zurechtkam. Er verwies die beiden Deutschen Jeremy Sydow (104) und Tom Koch (26) auf die Plätze. Lauf zwei endete mit der Konstellation der KTM-Piloten Martin Krč (377) vor Koch und Richard Sikyna (102). In der Meisterschaft führt Koch aktuell mit 151 Zählern vor Thomas Sileika (126 Punkte) und Richard Sikyna (124 Punkte).


Die Königsklasse machte es richtig spannend. In einem packenden ersten Lauf, der von mehreren Positionswechseln geprägt war, ging Dennis „Ulle“ Ulrich (149) mit 34:38.635 Minuten als Sieger hervor. Zweiter wurde, nur vier Sekunden langsamer, der Belgier Jens Getteman (251) vor Angus Heidecke (156). Im zweiten und letzten Lauf der Veranstaltung ging es hinter dem Führenden Ulrich erneut dramatisch zu. Letztendlich waren es der Belgier Jeffrey Dewulf (212) und Jaromir Romancik (193) aus Tschechien, die hinter ihm die karierte Flagge sahen und mit aufs Treppchen durften.


Alle Einzelergebnisse gibt es hier.