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'Dilettantisch und moralisch verwerflich“

bv; 28. Oct 2015, 16:19 Uhr
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'Dilettantisch und moralisch verwerflich“

bv; 28. Oct 2015, 16:19 Uhr
Gummersbach – VfL-Manager Frank Flatten und die Leiter der Handball-Akademie weisen Anschuldigungen des Vereinsvorsitzenden des TV Strombach zurück: Aktuelle Situation werde falsch wiedergegeben.
Gestern hatte Kay Wegermann, Vorsitzender des TV Strombach auf Oberberg-Aktuell die derzeitige Notlage seiner Handballabteilung mit drastischem Trainingsausfall zum Thema gemacht und dabei auf das seines Erachtens unsolidarische Verhalten von Oberbergischem Kreis und der Profi-Abteilung des VfL Gummersbach hingewiesen (Bericht) . Einen Tag später wehren sich nun die Verantwortlichen des Bundesligisten gegen die ihrer Meinung nach unzutreffenden Vorwürfe. Man habe die Anschuldigungen mit großer Überraschung vernommen und sei irritiert über die falsch wiedergegebenen Detailinformationen, so der Manager des VfL Gummersbach, Frank Flatten.  


Bei einem Spitzengespräch im Gummersbacher Rathaus hätten alle Vereine und die Rathausspitze vor wenigen Tagen nach Lösungen für die derzeitig schwierige Hallenlage gesucht. Dabei hätten alle Teilnehmer bekundet, zusammenzuarbeiten, um Härten auszugleichen. Flatten machte deutlich, dass er unmittelbar nach der Sitzung bereits mit Herstellern von Traglufthallen Kontakt aufgenommen habe, um zu eruieren, ob dies eine vorübergehende Entlastung in Gummersbach darstellen könne. Zudem habe er mit den Verantwortlichen für die Profimannschaft und den Akademieleitern überlegt, welche Zeitbudgets eventuell freigeräumt werden könnten.


[VfL-Manager Frank Flatten ist stocksauer über das Verhalten des TV Strombach.]

„Dieser Aufgabe stellen wir uns, obwohl dies eigentlich Aufgabenstellung des Kreises bzw. der Stadt ist“, heißt es in einer Stellungnahme des VfL Gummersbach. Man versuche Hilfestellungen zu geben und weitere Möglichkeiten zu erarbeiten. Bereits in der Vergangenheit habe der Profibereich des VfL Gummersbach Trainingszeiten auch dem Breitensport zur Verfügung gestellt. Man müsse aber darauf hinweisen, dass die externe Nutzung nicht in der Entscheidungsgewalt der VfL Handball Gummersbach GmbH liege. Hier seien auch die Eigentümer zu befragen und entstehende Kosten zu berücksichtigen.

„Wir wollen uns aber nun nicht auf das Niveau von Kay Wegermann begeben und werden uns um die angetragene Problematik, unter Berücksichtigung der diversen Aspekte der privatwirtschaftlichen Nutzung der SCHWALBE arena, bemühen“, so Frank Flatten weiter.

Auch die beiden Akademieleiter des VfL Gummersbach wiesen die Aussagen Wegermanns scharf zurück. „Ich halte es für absolut unprofessionell, dilettantisch und moralisch verwerflich, den Leistungssport des VfL Gummersbach derart an den Pranger zu stellen, der in einer gemeinsamen Runde seine Bereitschaft zur internen sowie externen Kooperation mehr als deutlich gemacht hat“, so Jan Schneider, Geschäftsstellenleiter der Handballakademie VfL Gummersbach.

Auch Jörg Lützelberger, Co-Trainer der Bundesligamannschaft und Sportlicher Leiter der Handballakademie, war erbost: „Dass diese polemische Anschuldigung von einem Verein kommt, den der VfL Gummersbach im vergangenen  Jahr noch mit zwei Spielern unterstützt hat, ist für mich nach der Gesprächsrunde am vergangenen Donnerstag unbegreiflich.“ Offenkundig solle die Aussage des Vereinsvorsitzenden des TV Strombach nur dazu dienen, den schwarzen Peter dem Leistungssport des VfL Gummersbach zuzuschieben, „wo er sicherlich nicht hingehört“, heißt es in der Mitteilung.