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Saubere Sache

jh; 17. Sep 2013, 14:50 Uhr
Bilder: Nils Hühn --- Chefarzt Dr. Ferdinand Schulte macht es vor: Erst desinfizieren (links) und anschließend gut verteilen (rechts oben). Fingerspitzen und Daumen werden bei der Reinigung oft vernachlässigt. Den Test (unten rechts), ob Dr. Schulte auch gründlich war, bestand der Chefarzt mit Bravour.
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Saubere Sache

jh; 17. Sep 2013, 14:50 Uhr
Engelskirchen - Jeder kennt es, aber kaum einer macht es richtig - Am „Tag der Hände“ im St. Josef-Krankenhaus erklärte Chefarzt Dr. Ferdinand Schulte, wie die Hände-Desinfektion richtig funktioniert und warum sie so wichtig ist.
Das St. Josef-Krankenhaus in Engelskirchen spricht am „Tag der Hände“ ein ganz besonders wichtiges Thema in Krankenhäusern allgemein an: Die Hände-Desinfektion. Die Aufsteller mit dem Hände-Desinfektionsmittel gibt es mittlerweile in fast allen Krankenhäusern und in vielen Eingangshallen öffentlicher Gebäude. Doch die Nutzung alleine schützt nicht vor Bakterien und Viren, man muss es auch richtig machen.

„Da gibt es bestimmte Stellen am Daumen und an den Fingerkuppen, wo trotz Desinfektion keine vernünftige Keimabtötung stattfindet“, berichtete Dr. Ferdinand Schulte, Chefarzt der Inneren Medizin und Ärztlicher Direktor. „Man muss ausreichend Flüssigkeit benutzen und dann die Hände über 30 Sekunden einreiben und dabei alle Hautpartien, insbesondere den Bereich des Daumens, die Fingerzwischenräume, die Fingerkuppen und den Unterarm erfassen“.


Hände-Desinfektionsmittel gilt danach als Schutz vor Bakterien und Viren im Allgemeinen. Für alle, die das Gefühl nach der Anwendung des Mittels nicht mögen, hat Sandra Jaster, Hygienefachkraft des St. Josef-Krankenhauses einen Tipp: „Man muss die Flüssigkeit solange einreiben, bis keine Feuchtigkeit zurückbleibt. Nur dann wirkt das Desinfektionsmittel wirklich und hinterlässt gleichzeitig ein eingecremtes Gefühl“.

Doch nicht nur Ärzte und andere Mitarbeiter müssen sich die Hände desinfizieren, auch Patienten und Besucher müssen den Keimen vorbeugen. „Mit dem Hände-Desinfektionsmittel sollen alle Seiten geschützt bleiben: Die Patienten, Mitarbeiter und Besucher sollen keine Keime vom Krankenhaus nach draußen tragen und genauso wenig sollen natürlich Keime von draußen mitgebracht werden“, berichtete Jaster. Sie ist eine von zwei Hygienefachkräften des St. Josef-Krankenhauses. Speziell für diese Aufgabe hat sie eine zweijährige Weiterbildung absolviert und ist nun für die Hygiene im Hospital zuständig. Sie schult unter anderem ein Mal im Jahr die anderen Mitarbeiter und klärt sie über neueste Hygienevorschriften auf.

Um Bakterien und Viren vorzubeugen, steht in jedem der Patientenzimmer ein Spender, der auch vom Krankenhaus-Personal und von Besuchern genutzt werden kann und soll. Im letzten Jahr wurden alleine aus diesen Spendern auf den Zimmern 1.500 Liter Desinfektionsmittel entnommen, was für viele saubere Hände gesorgt haben wird. Bei Kontakt mit Patienten wird dem Personal sogar empfohlen, sich bis zu fünf Mal vor, während und nach dem Kontakt, die Hände zu säubern. Auch die Besucher sollen natürlich ausreichend über Hygiene aufgeklärt werden, vor Keimen geschützt werden und möglichst keine zusätzlichen Bakterien mit in das Krankenhaus bringen. So steht im Foyer ein fest installierter Spender.

„Die Tendenz im Verbrauch ist auch dort auf jeden Fall steigend und es gibt viel mehr Rückfragen zur Hygiene von den Besuchern“, bestätigte Wilhelm Schmitz, der Verwaltungsdirektor. Dr. Ferdinand Schulte stimmte ihm zu: „Ich erinnere mich noch an die schockierten Gesichter, als wir den Spender vor drei Jahren im Eingangsbereich aufgestellt haben. Mittlerweile ist es normal und die meisten Menschen, die daran vorbei gehen, nutzen die Möglichkeit, ihre Hände zu desinfizieren.“

Bis vor drei Jahren arbeitete man nur zeitweise mit den Spendern, wenn es aus akuten Anlässen notwendig war. Mittlerweile kommt das Desinfektionsmittel flächendeckend im ganzen Spital zum Einsatz. „Bald fängt wieder die Saison des Norovirus an“, warnt Hygienefachkraft Jaster. „Dann wird es wieder besonders wichtig, auf die Hygiene der Hände zu achten.“ Noroviren sind für die Hälfte aller viralen Magen-Darm-Infektionen verantwortlich, der Erreger ist hoch infektiös. Doch wer sich regelmäßig die Hände vernünftig wäscht und desinfiziert, kann dem Virus vielleicht entgehen.
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