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Kalauer und Partygirls in den Wisserauen

vma; 27. Jan 2013, 13:02 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung --- Das Nummerngirl durfte in Morsbach nicht fehlen und Natiish Cash kam bei den Herren mit jeder Nummer gut an.
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Kalauer und Partygirls in den Wisserauen

vma; 27. Jan 2013, 13:02 Uhr
Morsbach - Im lachenden Festzelt bei Musik, Büttenreden und natürlich einem flotten Nummerngirl war die Stimmung bei der Herrensitzung am Samstagnachmittag perfekt.
Um 14:11 Uhr marschierte der Elferrat der KG Morsbach ein und Sitzungspräsident Theo Stangier gab den Startschuss zu fünf Stunden gute Laune und einem tollen Programm.Bei den Herrensitzungen ist es verkleidungsmäßig nicht ganz so kunterbunt wie bei den Damen. Doch einige hatten sich zumindest Cowboyhüte oder Baustellenhelme aufgesetzt. Aber ein paar kamen auch im Schottenoutfit, als Mönche und das Gefolge des Morsbacher Karnevalsprinzen Patrick II. trug T-Shirts mit dem Aufdruck „Pappnasen mit Prinz Patrick II“. Der begrüßte die 550 Mann starke Herrenrunde im Zelt an den Wisserauen und feierte natürlich mit. Bürgermeister Jörg Bukowski kam mit Schlange um den Hals und Tropenhelm und wurde von Stangier aufgefordert: „Heb' dich, zeig' dich, setz' dich.“


[Dat Rumpelstielzje alias Fritz Schopps lieferte eine bissig-ironischer Büttenrede.]

Ein weibliches Wesen sorgte immer wieder für viel Begeisterung: Nummerngirl Natiish Cash, die Stangier mit „das Nummerngirl Nackisch“ ankündigte, was für erwartungsvoll große Augen bei den Herren sorgte. Auch spärlich bekleidet kam sie immer wieder gut an zwischen den einzelnen Programmpunkten. „Die Kalauer“ begrüßten die Herren mit: „Na Männer – wir sind auf Sendung!“ und brachten gute Stimmung ins Zelt. Mit „Op dem maat stonn de buure“ im Joe Cocker-Stil oder „Wir schicken den Griechen unser Geld“ nach der Melodie eines Höhner-Hits verbreiteten sie gute Laune. Natürlich spielten sie ihren Hit für die Session 2013 „Wir gehen nur dahin wegen der Kellnerin“. Das kannten die Herren schon so gut, dass sie es lautstark mitsingen konnten. Und „Das ist ein schöner Lied“ fehlte natürlich ebenso nicht.


Die erste Rakete erhielt die "Fauth Dance Company“. Im knallengen schwarz-silber-pinken Kleidern mit kurzem Röcken zeigten sie ein Tanzfeuerwerk und bauten in das Tanzmedley auch den aktuellen Brings Hit ein, der wohl genau ausdrückte, was die Jecken im Zelt dachten: „Dat is geil“. Bis nochmal etwas fürs Auge kam – die Ausnahme war natürlich das Nummerngirl – dauerte es noch etwas. Das Warten auf „Die Schnitte“ lohnte sich. Mit vielen Partyhits zauberte sie Ballermannstimmung in die Wisserauen. Seit ihrer ersten Single "So wie die Nase eines Mannes" steht die Sängerin "Schnitte" für gute Laune und Party pur. Und das Morsbacher Zelt bebte bei ihrem Auftritt.


[Die heißeste „Schnitte“ von Mallorca sorgte für Ballermann-Stimmung in den Wisserauen.]

Trompeter Lutz Kniep meinte gehört zu haben, dass in Morsbach die schönsten Männer wohnen würden. Schön singen konnten sie. Zu seinen Medleys von „Drink doch ene mit“ bis „Das ist Wahnsinn“ zeigten sie sich sehr textsicher – und lautstark. Als rheinisches Rumpelstilzchen erfreute Fritz Schopps mit seiner Büttenrede voll bissiger Ironie. Im Sekundentakt schüttelte Knacki Deuser Gag auf Gag aus dem Ärmel. Seit eineinhalb Jahren ist der Waschsalon-Mann nun im Karneval unterwegs und allein von den letzten beiden Wochen könne er fünf Bücher schreiben, sagte Knacki. Bevor er zu den Morsbacher Herren kam, erlebte er 1.500 Frauen bei einer Damensitzung: „Früher haben sie gekocht wie Mama – heute saufen sie wie Papa“, stellte er schmunzelnd fest.

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Anschließend brachten acht waschechte Vollblutmusiker Samba- und Party-Feeling auf die Bühne in Morsbach: „De Botzedresse“ mit ihrem „Karneval in Kölle, Stimmung he am Rhing, alaaf kumm loss mer fiere…“. Ihre Potpourris mit Liedern, die jeder kennt, und bei denen jeder vom ersten bis zum letzten Takt mitsingen, klatschen und schunkeln kann, steigerte die Stimmung im Zelt noch mehr. Spaß am Kölner Karneval und die Freude an der Musik haben auch die „Kölsche Bengels“. Eine Formation junger Musiker mit unvergleichlichem Charme und echt kölschen Tönen, die bis zum Ende Oldies, Rock, Pop, Schlager und Kölsches Liedgut spielten bei der elften „Großen Herrensitzung“ in Morsbach, die nur alle zwei Jahre stattfindet. Nun müssen sich die jecken Herren in der Republik noch bis 2015 gedulden – aber bei so einem tollen Programm ist die Vorfreude sicherlich umso größer.