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Die Linke und Hagen Rether – eine unendliche Geschichte

bv; 8. Feb 2011, 20:45 Uhr
Oberberg Aktuell
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Die Linke und Hagen Rether – eine unendliche Geschichte

bv; 8. Feb 2011, 20:45 Uhr
Gummersbach – Nach der Ablehnung des politischen Kabarettisten durch die Gummersbacher Stadtratsfraktion der Linken brechen jetzt die Kreis-Linken eine Lanze für den bekannten Kabarettisten - Fraktionschef Heinen nimmt Stellung (AKTUALISIERT).
Allmählich wird die Angelegenheit unübersichtlich. Gestern noch ließ sich Reinhold Spisla, Geschäftsführer der Linken Gummersbach, über die Gefährlichkeit von Hagen Rether aus, dessen Programm „Liebe“ am morgigen Mittwoch im Bühnenhaus zu erleben ist. Rether verwende „wenig geistreiche, standardisierte Plattitüden“ und zeige eine naive, unkritische Haltung gegenüber dem Islam, hieß es von Seiten Spislas. Rether qualifiziere bekennende Demokraten „auf primitivste Art und Weise“ ab.

Anders sieht dies offenbar der oberbergische Kreisverband der Linken. Der lobt auf seiner Homepage geradezu überschwänglich das Wirken des politischen Kabarettisten und stellt sogar einen Videomitschnitt von Rethers Programm ins Netz. „Hagen Rether ist ein großartiger, begabter Kabarettist und seit 2002 Mitglied bei dem globalisierungs-kritischen Netzwerk attac. Wir lieben sein politisches Kabarett, seine Scharfzüngigkeit, seine ironischen und provokativen Attacken auf unsere Gesellschaftsmoral. Hagen Rether gehört zu den intelligenteren Querdenkern unserer Zeit und ist eine große Bereicherung für unser Land“, heißt es bei den Oberberg-Linken. Und während dort Rether den Besucher der Website unterhält, kann auf der Seite der Gummersbacher Linken der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestags-Linken, Dietmar Bartsch, seine Weltsicht per Videomitschnitt präsentieren.

Am Abend ging dann noch eine Stellungnahme des Gummersbacher Fraktionsvorsitzenden Klaus Heinen ein. Er stellte klar, dass es sich um die persönliche Meinung des Geschäftsführers handele. "Dieses Thema war in der Fraktion bisher völlig unbekannt und wurde auch nicht diskutiert bzw. wird auch künftig keinen Platz in der Diskussionrunde haben.Aussagen von Kabarettisten gehören zu den Grundsätzen der Meinungsfreiheit, die nicht anfechtbar sind, sonst  müsste beispielsweise Frau Merkel im Dauerrechtsstreit mit Urban Priol stehen. Ich habe bereits mit Reinhold Spisla ein telefonisches Gespräch geführt, wo er bestätigte, dass es sich hier um seine  persönliche  Meinung handelte. Ich werde meine Fraktionsmitglieder darauf hinweisen, das ihre persönliche Meinung nicht über einen Briefkopf der Stadtratsfraktion vertreten werden darf und gehe davon aus, das so etwas nicht mehr vorkommt", erklärte Heinen.