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Ein Sieg zum Abschied

pn; 4. May 2019, 22:20 Uhr
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Ein Sieg zum Abschied

pn; 4. May 2019, 22:20 Uhr
Oberberg - Versöhnlicher Saisonabschluss für CVJM und Nümbrecht - Abschiedstränen und Torfeuerwerk in Derschlag - HCGS verliert - Die Handball-Oberliga wird präsentiert von 'Sportsbar Lutter'.

TuS Derschlag – HSG Refrath/Hand 36:36 (19:17).


Bereits vor dem Anpfiff standen einigen Spielern die Tränen in den Augen. Gleich sechs Akteure wurden am Derschlager Epelberg verabschiedet. Neben den fünf bereits bekannten Abgängen von Tim Hilger, Carsten Lange, Jannis Michel, Timo Domian und Lennart Mentges erhielt auch Vladislav Veselinov Blumen und nette Worte. Der Kreisläufer wird kurzfristig umziehen. Entsprechend emotional geriet auch die Ansprache von Trainer Ralph Weinheimer vor der Partie: „Da bricht uns wirklich etwas weg.“ Sämtliche Testspiele, Pokalbegegnungen und Ligaauftritte eingerechnet, habe das Team über 40 Spiele gemacht und ging dabei nur fünf Mal als Verlierer vom Feld. „Das ist eine Bilanz, bei der ich sehr stolz auf die Jungs bin“, meinte der TuS-Coach weiter.


Insgesamt habe man eine tolle Saison gespielt, lediglich das i-Tüpfelchen des Aufstiegs hätte letztlich gefehlt. Das Spitzenspiel gegen die HSG Refrath/Hand verkam anschließend zum launigen Sommerhandball. Beide Teams legten kaum Wert auf Defensive, glänzte dafür offensiv umso mehr. Über 12:8 (15.) und 25:23 (40.) lagen die Hausherren bis zum 34:32 (55.) eigentlich ständig in Führung. Zwar gingen die Gäste nun mit 34:35 (59.) in Front, mit dem siebten Feldspieler konnte Derschlag das Ergebnis aber nochmals drehen. Dass das 36:35 durch Timo Domian wenige Sekunden vor dem Ende trotzdem nicht den Siegtreffer bedeutete, lag an Thorben Schneider, der unerklärlicherweise den letzten Anwurf unterband und dem Gast damit noch einen letzten Siebenmeter spendierte. „Diesen Blackout konnten wir aber verschmerzen“, hatten Weinheimer und seine Mannschaft trotzdem viel Spaß auf der Abschlussfeier.


Derschlag: Tim Hilger (12/5), Carsten Lange (6/1), Thorben Schneider (4), Vladislav Veselinov, Julian Athanassoglou (je 3), Fynn Wandschneider, Lennart Mentges, Paul Borisch (je 2), Matias Cabrales, Timo Domian (je 1).





Pulheimer SC – HC Gelpe/Strombach 26:25 (14:12).


Es war ein schwieriges Spagat, das die Handballer des HC Gelpe/Strombach am letzten Spieltag zu bewältigen hatten. Auch ohne ihren gesperrten Trainer Michiel Lochtenbergh, der die Partie zunächst von der Tribüne aus verfolgte, wollten die Oberberger die Saison nicht nur mit einem Sieg ausklingen lassen, sondern auch unbedingt den Klassenerhalt der Landesligareserve fixieren. Der sportliche Kompromiss sah vor, dass der niederländische Coach mit Sean Borgard und Lukas Altjohann zur Pause nach Übach-Palenberg abreiste. Bis dahin hatten er und Co-Trainer Jan Schwenzfeier, der das Coaching übernommen hatte, allerdings einen durchwachsenen Auftritt der Spielgemeinschaft gesehen.


Die Anfangsminuten gehörten bis zum 4:7 (11.) zwar den Gästen, anschließend hatte der HCGS aber enorme Probleme mit der versetzten 5:1-Deckung gegen Julian Mayer und war auch selbst nur wenig griffig in der Defensive. „Wir haben uns verunsichern lassen und meist zu spät den Kontakt gesucht“, sah Schwenzfeier die Begegnung zum 14:11 kurz vor der Pause kippen. Erst durch den Einsatz des siebten Feldspielers fanden die Gäste wieder zu ihrem Spiel und lieferten sich über 17:17 (46.), 21:21 (52.) und 24:25 (57.) ein offenes Duell. „Am Ende haben wir dann einfach zwei, drei Chancen, die wir eigentlich solide herausgespielt hatten, zu viel liegen lassen“, meinte Schwenzfeier, „trotzdem war es alles in allem ein gutes letztes Spiel von uns.“


Gelpe/Strombach: Nico Blech (8), Julian Mayer (5/2), Lukas Bader (4), Sean Borgard (3), Luis Drux, Tom Bonfiglio (je 2), Lukas Altjohann (1).



SSV Nümbrecht – MTV Köln 1850 29:28 (14:18).


Stocksauer war Dirk Heppe zur Pause im letztem Heimspiel der Saison. „Wir sind der Musik nur hinterher gelaufen“, ließ der SSV-Coach die Wände in der Kabine wackeln. Sportlich war die Partie der Tabellennachbarn zwar das berühmte Duell um die goldene Ananas, Heppe wollte trotzdem unbedingt gewinnen, um Philipp Winkler, Marcel Baier und Mario Weissner gebührend verabschieden zu können. „Das macht mit einem Sieg und vernünftiger Atmosphäre einfach mehr Spaߓ, meinte der Trainer. Doch den ersten Durchgang dominierten die Kölner Gäste. Die Anfangsphase bis zum 5:2 (10.) gehörte zwar noch den Oberbergern, doch anschließend wurde jeder Fehler gnadenlos per Gegenstoß bestraft.


„Das Rückzugsverhalten passte mir überhaupt nicht“, sah Heppe nach der lautstarken Kabinenpredigt aber eine deutliche Steigerung. Köln musste beim 17:18 (38.) eine rote Karte gegen Konstantin Becker verkraften, blieb bis zum 24:25 (52.) aber trotzdem weiter in Führung. Nach der dritten Zeitstrafe gegen den starken Laurin Ratzka erzielte Marcel Samel den mittlerweile verdienten 25:25-Ausgleich und auch in den Schlussminuten behielten die Südkreisler die Nerven und hatten auch das Glück auf ihrer Seite. Den emotionalen Abschiedsworten auf dem Feld folgte eine ausgelassene Abschlussfeier. „Wir werden diesen letzten Sieg gebührend feiern“, erklärte Heppe abschließend.


Nümbrecht: Dominik Donath (7), Jannik Lang (5), Jens Frey, Marcel Samel (je 5/1), Dag Dissmann, Johannes Urbach, Marcel Baier (je 2), Mario Weissner (1).




CVJM Oberwiehl – Longericher SC II 33:31 (15:16).


Es war der versöhnliche Ligaabschied, den sie sich im Oberwiehler Lager erhofft hatten. Nach dem besiegelten Abstieg in die Verbandsliga gewann die Mannschaft von Nils Hühn zumindest ihr letztes Heimspiel. „Es war toll, dass wir uns noch einmal belohnen konnten“, sprach der CVJM-Coach von einem verdienten Erfolg, „außerdem zeigt es, dass wir auf dem richtigen Weg sind und auch vor der nächsten Saison keine Angst haben müssen.“ Geschenkt bekamen die Südkreisler den Sieg allerdings nicht. Die Gäste reisten mit der vollen Kapelle an und zeigten sich keineswegs gewillt, nur launischen Sommerhandball zu bieten.


Doch Oberwiehl fand immer wieder gute Lösungen gegen die 3:2:1-Defensive und hatte mit Andre Rischikov einen starken Kreisläufer in seinen Reihen. Trotzdem lagen die Oberberger zur Pause knapp hinten, nachdem man in Überzahl zu leichtfertig mit den eigenen Chancen jonglierte. Nach dem Seitenwechsel war der Tabellenletzte aber konsequenter und lag bereits 30:26 (50.) in Führung, ehe es durch Zeitstrafen noch einmal eng wurde. Artur Gartung und Bastian Schneider erlösten die Hausherren aber nach dem 31:31-Ausgleich (55.) doch noch. Vom direkten Wiederaufstieg wollte Hühn nach der Partie zwar noch nicht reden: „Aber mittelfristig wollen wir natürlich zurück in die Oberliga, auch wenn dafür noch ein wenig Arbeit auf uns wartet.“ Zweiter Absteiger neben den Südkreislern ist der HSV Bocklemünd, der sein Endspiel in Dormagen klar verlor.


Oberwiehl: Artur Gartung (11/5), Simon Schanz (6), Jonas Koebnick, Andre Rischikov (je 4), Mirco Gröbner (2), Bastian Schneider (2/1), Johannes Schneevogt, Jan Jäckel, Jan Sonka, Sebastian Deilmann (je 1).

Ergebnisse und Tabelle