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Nur Oberwiehl II kann sich freischwimmen

pn; 17. Feb 2019, 14:50 Uhr
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Nur Oberwiehl II kann sich freischwimmen

pn; 17. Feb 2019, 14:50 Uhr
Oberberg – 81 Tore-Wahnsinn bei CVJM-Sieg - HCGS II verliert unglücklich in Bonn - Nümbrecht II gibt ein vermeintlich gewonnenes Spiel aus der Hand - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley'.
SC Fortuna Köln II – SSV Nümbrecht II 30:26 (14:17).


Einen herben Rückschlag im Abstiegskampf musste Nümbrechts Reserve beim bisherigen Tabellenvorletzten aus der Domstadt verkraften. Dabei hinterließen die Südkreisler einen fast schon ratlosen Trainer. „Ich kann mir nicht erklären, warum wir das Spiel 35 Minuten lang völlig dominieren und anschließend alles einstellen“, suchte Markus Laegner nach Abpfiff vergeblich nach Erklärungen. Denn trotz mehrerer Ausfälle agierten die Oberberger konzentriert, hatten mit Joscha Madel einen starken Rückhalt im Tor und kontrollierten über weite Strecken Ball und Gegner. Über 3:6 (8.) und 7:11 (18.) kam Köln zwar zum zwischenzeitlich 13:13-Ausgleich (27.), zur Pause hatten die Gäste den alten Vorsprung aber bereits wieder hergestellt. Und auch der zweite Durchgang begann bis zum 15:22 (34.) famos aus oberbergischer Sicht.


„Alles, was wir uns taktisch vorgenommen hatten, funktionierte bis zu diesem Zeitpunkt tadellos“, so Laegner, dessen Team nun aber unerklärlich nervös wurde und zahlreiche Nebenkriegsschauplätze eröffnete. „Wir haben uns plötzlich nur noch mit unseren Fehlern beschäftigt und uns dann auch noch auf ein, zwei Schiedsrichter- entscheidungen eingeschossen“, wollte Laegner die Unparteiischen aber nicht als Sündenbock nehmen: „Denn die haben wirklich gut gepfiffen.“ Köln gelang der schnelle 23:23-Ausgleich (43.) und agierte auch in den Schlussminuten gewitzter, konzentrierter und vor allem disziplinierter als die Gäste, die zwar noch bis zum 27:26 (55.) mithielten, in der Schlussphase nach der dritten Zeitstrafe gegen Markus Schwemke aber auch nichts mehr gegen entgegenzusteuern hatten. „Jetzt dürfen wir uns im Abstiegskampf natürlich keine Fehler mehr erlauben“, blickt Laegner mit Sorgenfalten auf die Tabelle.


Nümbrecht: Dominik Donath (7), Lucas Söntgerath (6), Marcel Miebach (4), Benedikt Opitz (3), Tim Lefherz (3/2), Torben Lang (2), Markus Schwemke (1).




HSG Geislar-Oberkassel – HC Gelpe/Strombach II 31:30 (14:14).


Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrte HC-Coach Eduard Debnar mit seinem Team aus der ehemaligen Bonner Hauptstadt zurück. Auf der einen Seite hatte sein arg geschröpfter Kader einen großen Kampf abgeliefert, auf der anderen Seite war dieser allerdings unbelohnt geblieben. „Unter alles andere als idealen Voraussetzungen haben wir uns teuer verkauft“, meinte der HC-Trainer. Quasi ohne gelernte Rückraumspieler mussten die Oberberger zudem den Ausfall ihres etatmäßigen Innenblocks verkraften. „Daher kann ich den Jungs auch keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben“, so Debnar weiter. In einem Duell auf überschaubaren Niveau auf beiden Seiten erwischten die Gäste den besseren Start und führten im ersten Durchgang auch knapp über weite Strecken.


Ihre beste Phase hatte die oberbergische Spielgemeinschaft aber nach dem Seitenwechsel bis zum 20:23 (42.). „Dann wollten wir aber zu viel zu schnell“, sah Debnar sein Team immer hektischer werden. Geislar-Oberkassel bestrafte die Fehler dagegen konsequent mit Gegenstößen und kippte die Partie zum 28:25 (51.). In der Schlussphase warf die HCGS-Reserve zwar noch einmal alles in die Waagschale, mehr als der 30:29-Anschlusstreffer durch Tom Bonfiglio (58.) sollte aber nicht mehr gelingen. „Diesem jungen Kader muss man Fehler verzeihen. Wichtig wird nur, aus ihnen auch zu lernen“, verpasste Debnars Equipe einen wichtigen Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt.


Gelpe/Strombach: Lukas Altjohann (9/1), Michel Töpfer (6), Tom Bonfiglio, Roman Lenz, Marco Rubel (je 3), Marco Köster, Phil Basten, Lukas Flick (je 2).




VfR Übach-Palenberg – CVJM Oberwiehl II 40:41 (22:21).


„Ich hoffe die Jungs nehmen langsam mal Rücksicht auf meine Gesundheit. Lange mache ich das nicht mehr mit“, war CVJM-Coach Manuel Seinsche nach dem Duell beim abgeschlagenen Tabellenletzten erneut um Jahre gealtert, hatte nach dem knappen Erfolg allerdings dennoch gut lachen. Wahnsinnige 81 Tore erzielten beide Teams und lieferten sich ein Wild-West-Duell mit offenem Visier. „Über Abwehrarbeit konnte man auf beiden Seiten nicht sprechen“, meinte Seinsche weiter, dessen Team sich allerdings auch viele verlorene Nerven hätte ersparen können. Denn über 7:14 (14.) und 11:17 (18.) wurden die Gäste ihrer Favoritenrolle zunächst durchaus gerecht. „Zu diesem Zeitpunkt hatten die Jungs das Spiel gedanklich wohl schon gewonnen“, haderte der Trainer mit der folgenden Schwächephase, die zum 18:18-Ausgleich (26.) führte und im Pausenrückstand gipfelte.




Während Übach-Palenberg nun plötzlich am zweiten Saisonsieg schnupperte, verfiel Oberwiehl in pure Hektik. VfR-Kreisläufer Valbon Shalla trumpfte mit elf Treffern grandios auf und zerlegte die CVJM-Defensive bis zum 35:31 (48.) in jegliche Einzelteile. Erst nachdem Seinsche offensiver agieren ließ, robbten sich die Gäste zum 35:34 (53.) wieder heran, der Turnaround gelang allerdings erst mit einer offenen Manndeckung in den Schlussminuten. Beim 38:39 (59.) kippte die Partie erneut und den glücklichen Siegtreffer erzielte schließlich Jens Barf drei Sekunden vor dem Abpfiff. „Wir glauben an uns“, bilanzierte Seinsche und hofft, dass der Erfolg weitere Kräfte im Abstiegskampf für das anstehende Derby gegen Wallefeld freisetzt.


Oberwiehl: Yannic Wollenberg (9), Daniel Rischikov (9/1), Finn Haak (7), Johannes Schneevogt (7/1), Moritz Schramm (5), Jens Barf (4).


Ergebnisse und Tabelle