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Nach der Pause aus dem Tiefschlaf erwacht

pn; 10. Feb 2019, 19:08 Uhr
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Nach der Pause aus dem Tiefschlaf erwacht

pn; 10. Feb 2019, 19:08 Uhr
Oberberg - CVJM II dreht nach dem Seitenwechsel auf - Nümbrechter Reserve bietet dem Spitzenreiter 40 Minuten die Stirn - TVW chancenlos - HCGS II-Coup - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley' (AKTUALISIERT).
CVJM Oberwiehl II – SC Fortuna Köln II 29:26 (10:13).


Wie viele graue Haare Oberwiehls Trainer Manuel Seinsche an den vergangenen beiden Wochenenden jeweils in der ersten Hälfte gewachsen sind, ist nicht überliefert. Die dürftigen Vorstellungen seines Teams bis zum Seitenwechsel sollten hierfür allerdings genügend Bodennahrung geliefert haben. „Wir hatten wieder keinen Zugriff auf das Spiel, haben nur sehr schleppend agiert und viel zu viele Chancen liegen lassen“, musste Seinsche wie schon in Nümbrecht in der Kabine taktisch vieles umwerfen. Oberwiehl wirkte bis zu diesem Zeitpunkt ideenlos und lag gegen einen schwachen Gegner völlig verdient hinten.


Mit Wiederanpfiff wurden die beiden Shooter der Fortuna mit einer Sonderbewachung bedacht und offensiv rissen Luca Schrabe und Yannic Wollenberg das Ruder an sich. Zwar gelang der schnelle 13:14-Anschlusstreffer (34.), bis zum Ausgleich sollte es aber noch bis zum 21:21 (45.) dauern. Der 23:22-Treffer durch Johannes Schneevogt drehte die Partie endgültig und spätestens mit dem 26:23 (56.) fuhr die CVJM-Kogge in ruhigere Gewässer. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, atmete Seinsche zunächst einmal tief durch, wohl wissend wie wichtig der Erfolg gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf war: „Dieses Jahr zählt jeder Punkt.“


Oberwiehl: Luca Schrabe (9), Johannes Schneevogt (7/3), Yannic Wollenberg (5), Daniel Rischikov (4), Lennart Frielingsdorf (2), Alexander von Weschpfennig, Jens Barf (je 1).




SSV Nümbrecht II – SG GFC Düren 1899 27:33 (14:15).


Manch ein Zuschauer dürfte sich nach einer Viertelstunde verwundert die Augen gerieben haben. Dominik Donath netzte gerade zum 9:6 (17.) für die Nümbrechter gegen den Tabellenführer ein. Jenen Spitzenreiter, dem die Südkreisler bereits in der Hinrunde die Punkte abgeluchst hatten. „Wir haben uns nicht nur gewehrt, sondern waren sogar die bessere Mannschaft“, sah SSV-Coach Markus Laegner eine „echt gute“ Deckung sowie einen starken Lukas Kirchner im Tor. Dabei profitierten die Hausherren auch von ihrem guten Umschaltspiel. Doch nach dem 12:8 (21.) begann der SSV-Motor massiv zu stottern, oder wie es Laegner ausdrückte: „Wir sind unseren Chancen hinterhergelaufen und haben Düren geradezu eingeladen.“


Doch selbst vom unnötigen Pausenrückstand ließen sich die Oberberger nicht aus dem Konzept bringen. Bis zum 20:19 (37.) machte Nümbrecht weiter vieles richtig, verlor dann aber doch wieder die spielerische Linie. Der frühe verletzungsbedingte Ausfall von Torben Lang sowie das Fehlen der Gebrüder Bitzer machte sich bemerkbar, zumal man Düren Topshooter Kiril Risteski überhaupt nicht mehr in den Griff bekam. „Ich weiß nicht, ob wir Angst hatten, zu gewinnen. Wir haben es jedenfalls nicht mehr geschafft, dran zu bleiben“, vermisste Laegner in der Schlussphase den Mut bei seinem Team. Düren agierte dagegen abgeklärt und nutzte über 22:26 (48.) routiniert die offene Manndeckung des SSV gnadenlos aus. „Trotzdem war ich zufrieden mit meinen Jungs. In den drei kommenden richtungsweisenden Spielen müssen wir diese Leistung über 60 Minuten abrufen“, meinte Laegner abschließend.

Nümbrecht: Dominik Donath (10), Marcel Miebach (6), Markus Schwemke (6/1), Benedikt Opitz (2), Tim Lefherz, Torben Lang, Lucas Koch (je 1).




TuS Niederpleis – TV Wallefeld 29:18 (15:9).


Ratlos wirkte Wallefelds Trainer Jörg Beger nach der neuerlichen klaren Niederlage im Abstiegskampf. „Derzeit läuft bei uns einfach nichts zusammen“, meinte er nach dem Abpfiff. Die Oberberger waren zwar ambitioniert an die Sieg gereist, zeigten sich kämpferisch auch durchaus bissig, waren allerdings viel zu fahrig in ihren Aktionen. Den schnellen 0:3-Rückstand (5.) konterten die Gäste zwar noch mit dem 4:4-Ausgleich (12.), insgesamt war der Aufsteiger aber erneut viel zu fehlerbehaftet in seinem Spiel. „Niederpleis hat vor allem von unseren Fehlern gelebt“, sah Beger die Hausherren über 9:5 (18.) und 12:6 (23.) zur Pause davonziehen.


Nach dem Seitenwechsel wuchs der Rückstand sogar auf 18:10 (34.) an, die Gäste gaben sich aber nicht auf und witterten bis zum 20:16 (44.) noch Morgenluft. Die Oberberger gingen allerdings zu früh volles Risiko, öffneten ihre Defensive und luden den Gegner zu einem 8:0-Run zum 28:16 (54.) ein. „Wir wollten den Gegner totlaufen, aber dafür müssen wir auch das Tor treffen“, haderte der TVW-Coach mit den Würfen seiner Spieler. Für die Beger-Equipe geht es bereits am Dienstagabend weiter, wenn um 20 Uhr die TSV Bonn rrh. II in der Walbachhalle zu einem vorgezogenen Spiel des 17. Spieltages gastiert.


Wallefeld: Daniel Rodriguez (5/4), Thomas Wieschalla (4), Tim Sauermann, Jascha Hartmann (je 2), Andreas Becker, Max Meinerzhagen, Marcel Grüning, Lukas Dick, Nick Dick (je 1).

HC Gelpe/Strombach II – TuS Königsdorf 26:23 (14:12).


Einen echten Überraschungscoup landete die Reserve des HC Gelpe/Strombach gegen den Aufstiegsaspiranten aus Königsdorf. „Ich denke, wir haben sie mit unserem Kader überrascht. Michiel und Tom waren unbekannte Faktoren für sie“, analysierte HC-Trainer Eduard Debnar das Duell mit dem bisherigen Tabellenzweiten. Angetan zeigte sich der Coach aber auch vom restlichen Kader, schließlich habe sein Team die Ansätze aus dem Rösrath-Auftritt weiterverfolgt. „Mit dem Unterschied, dass wir uns dieses Mal auch belohnt haben“, so Debnar. Die Gäste erwischten zunächst den besseren Start zum 6:7 (15.), die HC-Defensive um Torhüter Marvin Röttel legte nun aber den Grundstein für einen beeindruckenden 6:0-Run zum 12:7 (23.).


Nach dem Seitenwechsel waren es aber erneut die Königsdorfer, die zunächst die Kommandos auf dem Feld gaben. Beim 15:17 (38.) reagierte Debnar, nahm eine Auszeit und bewies zudem mit der Einwechslung von Alexander Orth ins HC-Gehäuse ein goldenes Händchen. „Bis zu diesem Zeitpunkt wirkten wir verunsichert, haben danach aber wieder vieles besser gemacht“, sah der Coach die Partie zum 21:19 (49.) kippen und auch in der Schlussphase brannte über 24:21 (56.) nichts mehr an. „Ich würde mir wünschen, dass wir jetzt auch auswärts endlich einmal gewinnen. Diese beiden Punkte können uns am Saisonende aber wirklich helfen“, hat Debnars Equipe die Abstiegsränge wieder verlassen.


Gelpe/Strombach: Michiel Lochtenbergh (6), Lukas Altjohann (5), Jan Höfer, Phil Basten(je 4), Michel Töpfer, Tom Bonfiglio (je 3), Roman Lenz (1).
  
Ergebnisse und Tabelle