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Ein rabenschwarzes Wochenende

pn; 11. Nov 2018, 13:27 Uhr
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Ein rabenschwarzes Wochenende

pn; 11. Nov 2018, 13:27 Uhr
Oberberg - CVJM II, Nümbrecht II und Wallefeld kehren mit empfindlichen Klatschen heim - HCGS II verkauft sich noch am teuersten - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley'. (AKTUALISIERT)

HSG Geislar-Oberkassel - SSV Nümbrecht II 35:21 (19:11).


Nach dem Höhenflug folgte die Ernüchterung. Nur eine Woche nachdem Nümbrechts Reserve Spitzenreiter Königsdorf düpiert hat, kassierte das Team von Markus Laegner und Elmar Heinrichs eine empfindliche Klatsche in Bonn. Mangelnde Willen wollte Laegner seinem Team zwar nicht vorwerfen, insgesamt ließen sich die Südkreisler aber von den Umständen zu sehr beeindrucken. „Wir haben die Tugenden vermissen lassen, die uns letzte Woche so stark gemacht haben. Ausnahmslos kein Spieler hat Normalform erreichen können“, meinte Laegner in der Analyse. Beim 10:3 (18.) hatten die körperlich präsenten Hausherren bereits ein erstes Statement gesetzt. Zwar nahm Nümbrecht den Kampf nun endlich an, die Aufholjagd zum 11:7 (21.) blieb aber ein kurzes Strohfeuer.


Gerade der erfahrene Markus Bitzer, der in den Oberliga-Kader aufgerückt war, wurde schmerzlich vermisst. „Aber auch er hätte gestern keine 14 Tore Unterschied ausgemacht“, meinte Laegner. Seine Equipe nahm sich viele verfrühte Abschlüsse, traf dabei auch zu selten das Tor und musste entsprechend viele Gegenstöße hinnehmen. Bereits beim 27:15 (44.) deutete sich die Klatsche an. „Leider fehlte die Courage, die gute Leistung der letzten Woche zu wiederholen“, will Laegner die Partie aber schnell abhaken und sich nun intensiv auf das nächste wichtige Kellerduell gegen die HSG Euskirchen vorbereiten.


Nümbrecht: Tim Lefherz (6/5), Benedikt Opitz (4), Marcel Miebach (3), Robin Donath, Torben Lang, Lucas Söntgerath (je 2), Leon Kunz, Jannes Hein (je 1).


HSG Euskirchen – CVJM Oberwiehl II 34:21 (15:10).


Auch Oberwiehls Reserve erwischte einen völlig gebrauchten Abend. „Das war leider wieder unser schlechtes Auswärtsgesicht und bereits die dritte hohe Klatsche“, wirkte Trainer Nils Hühn nach dem Abpfiff ein wenig ratlos. Beim schwach in die Saison gestarteten Verbandsligaabsteiger aus Euskirchen fehlte den Gästen vor allem die Gefahr aus der zweiten Reihe. Jeder Treffer musste sich hart erarbeitet werden, die Lücken wurden kaum gesucht, so dass gerade einmal zwei magere Tore aus der zweiten Reihe die CVJM-Statistik füllten. Die Hausherren erwischten den besseren Start zum 6:2 (12.), ehe Oberwiehl gegen den körperlichen robusten Gegner den Kampf annahm. Nach zwei Siebenmetertreffern von Jan Bluhm fiel zwar der 9:9-Ausgleich (20.), das Angriffsspiel blieb aber weiter zu statisch, die Fehlpassquote in der zweiten Welle zudem zu hoch.


In den 90 Sekunden vor der Pause kassierten die Oberberger noch einen bitteren 0:3-Run zum 10:15-Rückstand. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Hühn-Equipe lediglich bis zum 18:13 (35.) auf Augenhöhe und ergab sich bereits beim 24:15 (41.) in ihr Schicksal. „Kein Rädchen griff mehr ins andere und kein Spieler hat sich gegen das Debakel aufgebäumt“, erwartet der CVJM-Coach nicht nur im anstehenden Derby gegen den HC Gelpe/Strombach kommende Woche eine Reaktion: „Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Diese Klatschen dürfen auswärts kein Dauerzustand werden.“ Zu allem Überfluss zog sich außerdem Jens Barf einen Muskelfaserriss zu.


Oberwiehl: Daniel Rischikov (6), Jan Bluhm (6/4), Patrik Latzke (3), Marvin Klein (2), Jan Jäckel (2/2), Jens Barf, Frankjörn Schell (je 1).

  
SG GFC Düren – TV Wallefeld 33:20 (15:10).


Wallefelds Trainer Jörg Beger hatte es sich abzeichnen sehen. „Wir haben schon die letzten beide Spiele nur mit viel Glück und Willen gewonnen. Langsam merkt man, dass wir im Rückraum zu häufig improvisieren müssen“, musste er abermals auf mehrere Spieler verzichten. Kämpferisch konnte er seinem gebeutelten Team zwar keinen Vorwurf machen, gegen den starken Mitaufsteiger aus Düren reichte die dünne Personaldecke allerdings nicht. „Die Jungs haben bis zum Schluss geackert, aber es war nicht unser Tag“, meinte er. Bis zum 11:10 (23.) konnten sich die Gäste noch behaupten, ohne leichte Würfe aus der zweiten Reihe zermürbten die viele Zweikämpfe den TVW aber bereits zur Pause.


Auch defensiv konnten die Oberberger nach dem Seitenwechsel nicht mehr gegenhalten. Während Düren über 25:14 (43.) viele Gegenstöße lief, fehlte dem Beger-Team das nötige Zielwasser. Tim Sauermann und Max Meinerzhagen schonten ihre Körper zwar nicht, konnten die Klatsche aber auch nicht verhindern. Trotz der ersten kleinen Euphoriebremse sieht der Wallefelder Coach sein Team aber Voll im Soll: „Unser vor der Saison formuliertes Ziel war es, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Das erfüllen wir momentan. Trotzdem wäre es schön im Rückraum endlich mal wieder ein paar Alternativen zu haben.“


Wallefeld: Tim Sauermann (6/1), Max Meinerzhagen (4), Marcus Gilmann, Lukas Dick (je 3), Daniel Rodriguez (3/3), Jascha Hartmann (1).
  
  
HC Gelpe/Strombach II – TSV Bonn rrh. II 28:33 (12:15).


Eine nicht ganz unerwartete Niederlage kassierte die HC-Reserve im vorgezogenen Freitagabendspiel gegen den starken Aufsteiger aus der ehemaligen Hauptstadt. „Bonn war einfach reifer und spielerisch ein Stück weiter als meine Mannschaft“, hatte Trainer Eduard Debnar allerdings keinen schwachen Auftritt seiner Equipe gesehen. Im Vergleich zu den letzten Spielen sei die Partie ein echter Fortschritt gewesen. „Die Jungs haben ein ordentliches Spiel gemacht“, erklärte der Coach weiter. Gegen eins der Spitzenteams der Liga wäre allerdings jeder Fehler schnell bestraft worden. Dabei begannen beide Mannschaften zunächst nervös zur ungewohnten Anwurfzeit. Die Gäste konnten die Nervosität etwas schneller ablegen und sich beim 4:8 (13.) einen ersten Vorsprung erarbeiten.

Gelpe/Strombach ließ sich in der fairen Partie aber keineswegs abschütteln, sondern blieb über 10:12 (26.) stets in Lauerstellung. Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber bis zum 16:18 (36.) noch alles in der Hand, ehe die vereinzelt immer wieder auftretenden technischen Fehler ihnen das Genick brachen. Über 18:24 (44.) war die Niederlage gegen einen routinierten Gegner letztlich nur eine Frage der Höhe. „Ich kritisiere die Mannschaft häufig, aber heute bin ich nicht unzufrieden. Ich habe viele gute Dinge gesehen, aber gegen einen starken Gegner wie Bonn hätten wir eine konstante Leistung über 60 Minuten benötigt“, verweilt Debnar mit seinem Team nach der Niederlage weiter auf den Abstiegsrängen.


Gelpe/Strombach: Thomas Anstötz (6), Marius Euteneuer (6/1), Michel Töpfer (6/4), Fynn Schürmann (5), Jan Höfer (4), Lukas Flick (1).


Ergebnisse und Tabelle