Bilder: privat --- Die Siegerteams des Innovationspreises 2013: 1. Platz: Cleantan, 3. Platz: Like Meat, 2. Platz: Plasmamedizinische Therapie von Hautkrankheiten (v.l.n.r.).
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20.000 für Innovationen
Gummersbach - Zum Auftakt der Hannover Messe verlieh die in Gummersbach beheimatete FERCHAU Engineering GmbH gestern zum vierten Mal ihren Innovationspreis.
Unter dem Motto Den Klimawandel begleiten - mit Technologien für Luft, Wasser, Ernährung, Energie" zeichnet der mit 20.000 dotierte Innovationspreis Produkte, Verfahren, Prozesse und Technologien aus, die einen positiven und nachhaltigen Beitrag zur Versorgungssicherung in diesen Bereichen leisten können. Über die eingereichten Konzepte und Lösungen befand eine namhafte Jury, unter anderem aus Mitgliedern von der Fraunhofer-Gesellschaft, der Fachhochschule Köln, VDI Nachrichten sowie des UNICUM-Verlags.Frank Ferchau, geschäftsführender Gesellschafter der FERCHAU Engineering GmbH, erläuterte: Auch 2013 haben wir uns für eine Aufgabenstellung entschieden, die die breit gefächerte Relevanz des Engineerings deutlich macht. Jurymitglied Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer an der FH Köln, ergänzte: Mit dem Innovationspreis 2013" werden herausragende Innovationen für die Öffentlichkeit sichtbar, welche einen Beitrag zur Entwicklung einer Green Economy leisten können."
Für den zweijährlich ausgeschriebenen FERCHAU-Innovationspreis können sich Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Existenzgründer, Einzelpersonen aus technischen Branchen sowie Kooperationen verschiedener Partner wie zum Beispiel aus Wirtschaft und Wissenschaft bewerben. Die eingereichten Produkte, Verfahren oder Prozesse müssen dabei überwiegend in Deutschland entwickelt worden sein, Relevanz für Umwelt und Gesellschaft aufweisen und sich in der technischen Marktreife befinden.
[Geschäftsführer Frank Ferchau (links) und die Sieger des Innovationspreises 2013: Projekt Cleantan aus Oberhausen.]
Die Preisträger
1. Platz: Projekt Cleantan® aus Oberhausen
Manfred Renner ist es zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Eckhard und Helmut Geihsler gelungen, ein revolutionäres, neues Gerbverfahren für Leder zu entwickeln. Durch die Verwendung von verdichtetem Kohlendioxid als Prozessadditiv kann nach dieser Methode der Wasserverbrauch um 95 Prozent und der Einsatz von umweltbelastenden Chromsalzen um 42 Prozent reduziert werden. Außerdem verringert sich die Dauer des Gerbprozesses von zwölf Stunden auf nur 3,5 Stunden. So wird eine wesentlich geringere Umweltbelastung erzielt als beim herkömmlichen Gerbprozess. Preisgeld: 10.000 .
2. Platz: Projekt Plasmamedizinische Therapie von Hautkrankheiten aus Göttingen
Das Team um Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Viöl hat es geschafft, die medizinischen Wirkpotenziale der Plasmatechnologie zu identifizieren und einen Therapieweg von verbreiteten Hautkrankheiten zu entwickeln. Dabei wird die gesundheitsförderliche, anti-mikrobielle und pH-modulierende Wirkung des sogenannten vierten Aggregatzustandes" genutzt, um Krankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte zu behandeln. Bisher sind keine Mikroorganismen bekannt, die eine Resistenz gegenüber der Therapie mit Plasma aufweisen. Preisgeld: 7.000 .
3. Platz: Projekt LikeMeat aus Freising
Dr. Florian Wild vom Fraunhofer IVV und sein Team haben sich in dem Projekt LikeMeat" mit der Entwicklung geschmackvoller pflanzlicher Fleischersatz-Produkte mit ausgeprägter Faserstruktur beschäftigt. Aus pflanzlichen Proteinen, Stärken, Faserstoffen, Zucker und Minorkomponenten konnte das Team ein Fleischsurrogat entwickeln, welches eine nachhaltigere Produktion gegenüber Fleisch, einen niedrigeren CO2-Fußabdruck, niedrigeren Wasserverbrauch, niedrigere Methanemission sowie einen niedrigen Flächenverbrauch ermöglicht. Preisgeld: 3.000 .
Die Jury
· Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Dr. rer. nat. Patrick Hoyer, Fraunhofer-Gesellschaft, München
· Prof. Dr. Frithjof Klasen, FH Köln, Campus GM
· Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker, FH Köln
· Rudolf Schulze, Chefredakteur VDI nachrichten
· Stephan Hammers, Chefredakteur UNICUM
· Markus Präßl, Vertriebsleiter Nord-West bei FERCHAU
· Thomas Müllenborn, Prozessmanager für den Bereich "Beruf und Gesellschaft" des VDI.
