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Abstiegskampf bleibt ein Ritt auf der Rasierklinge

pn; 31. Mar 2019, 14:20 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung ---- Oberliga-Leihgabe Dominik Donath machte mit zehn Toren den Unterschied.
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Abstiegskampf bleibt ein Ritt auf der Rasierklinge

pn; 31. Mar 2019, 14:20 Uhr
Oberberg - Während Nümbrecht II wichtige Punkte sammelt, hat Oberwiehl II ein Kopf-Problem - Wallefeld fast schon abgestiegen - HCGS II verliert - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley'.
SSV Nümbrecht II – HSG Geislar-Oberkassel 26:25 (15:13).


[Benedikt Opitz und der SSV Nümbrecht II haben den Klassenerheit in der eigenen Hand.]

Überlebenswichtige Punkte holte die Nümbrechter Reserve im Abstiegsendspiel gegen die HSG Geislar-Oberkassel. Dabei machte es das Team von Elmar Heinrichs und Markus Laegner allerdings unnötig spannend. „Am Ende hatten wir plötzlich Angst zu gewinnen und haben nicht mehr cool agiert“, sah Laegner sein Team lange Zeit überlegen. Bereits die Anfangsminuten gehörten den Südkreislern. Bis zum 8:3 (11.) zündete der starke Dominik Donath bereits vier Kracher im gegnerischen Gehäuse. Zwar führte Daniel Funk auch in der Folge klug Regie, allerdings konnte auch der Routinier die vielen kleinen Fehler nicht verhindern, durch die der Abstiegskonkurrent bis zur Pause stets in Schlagdistanz blieb.


Aber auch nach dem Seitenwechsel gaben die Oberberger weiter den Ton an und hatten die Partie beim 24:19 (54.), auch dank eines starken Lukas Kirchner im Tor, eigentlich bereits gewonnen. Die Schlussphase geriet trotzdem zur Zitterpartie, nachdem der SSV nun vermehrt krasse Fehler beging und sich zudem am alleine pfeifenden Unparteiischen abarbeitete. „Wir waren mit zwei, drei Entscheidungen nicht glücklich, insgesamt hat er das Spiel aber wirklich gut geleitet“, wollte Laegner dem kurzfristig eingesprungenen Drittliga-Schiedsrichter aber keinen Vorwurf machen. Letztlich zitterte Nümbrecht den Sieg aber über die Zeit. „Am Ende vielleicht ein wenig glücklich, aber insgesamt verdient, denn wir waren 50 Minuten lang die dominante Mannschaft“, so Laegner abschließend.


SSV Nümbrecht: Dominik Donath (10), Christoph Bitzer, Marcel Miebach (je 3), Tim Lefherz (3/2), Julian Klein (2), Benedikt Opitz, Torben Lang, Robin Donath, Daniel Funk (je 1), Markus Schwemke (1/1).




TSV Bonn rrh. II – HC Gelpe/Strombach II 29:24 (16:13).


Trotz der Niederlage war Eduard Debnar mit dem Auftritt seiner Mannschaft am Rhein zufrieden. „Die Jungs haben Biss gezeigt“, musste der HC-Coach abermals mit einem ganz kleinen Kader in die Fremde reisen. Doch die Oberberger zeigten Moral, leisteten sich allerdings auch zwei Schwächephasen, in denen die Hausherren ihre individuelle Klasse ausspielen konnten. „Kampf und Einsatz waren wirklich gut bis sehr gut“, meinte Debnar weiter, dessen Team dem Aufstiegsaspiranten bis zum 10:9 (21.) mit offenem Visier begegnete. Nun schlichen sich allerdings Unkonzentriertheiten ein, die Bonn zur knappen Pausenführung nutzte.


[Julian Klein  steuerte zwei Tore zum Sieg bei.]

Nach dem Seitenwechsel blieb es zunächst beim knappen Rückstand, eher Gelpe/Strombach erneut leichte Fehler im Aufbauspiel beging und die Gastgeber sich entscheidend zum 23:17 (44.) absetzen konnten. Zwar startete die Spielgemeinschaft noch eine Aufholjagd zum 25:22 (53.), diese kostete aber zu viel Kraft. „Mit nur einem Wechselspieler war einfach nicht mehr möglich“, erklärte Debnar. Im Abstiegskampf benötige sein Team einen langen Atem. Das Derby gegen Oberwiehl kommende Woche habe bereits vorentscheidenden Charakter, der HC-Coach rechnet trotzdem mit Spannung bis zur letzten Minute: „Nach meinem Rechenspiel benötigen wir noch mindestens vier Punkte.“


Gelpe/Strombach: Jan Höfer (8), Marius Euteneuer (7/4), Fynn Schürmann (5), Thomas Anstötz, Yannic Thüs (je 2).




CVJM Oberwiehl II – HSG Euskirchen 26:33 (11:14).


Auch einen Tag nach der Niederlage im Abstiegsgipfel mit der HSG Euskirchen stand CVJM-Coach Manuel Seinsche die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Noch vor vier Wochen schienen die Südkreisler mit sechs Punkten Vorsprung fast schon gerettet, nun steht das Team sogar auf einem Abstiegsplatz. Dabei gingen die Hausherren eigentlich gut vorbereitet in die Partie. Bis zum 8:5 (17.) funktionierte der CVJM-Matchplan prächtig, danach stellten die Oberberger allerdings das Torewerfen ein. „Es war unglaublich, was wir alles haben liegen lassen. Da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn man zur Pause plötzlich hinten liegt“, analysierte Seinsche. Zum Oberwiehler Alptraum wurde vor allem Euskirchens Torhüter Andre Jonas, der neben zwei Siebenmetern auch reihenweise beste Chancen vereitelte.


[Lukas Kirchner war ein starker Rückhalt.]

In der Kabine erinnerte Seinsche sein Team noch einmal an den Matchplan und war bis zum 16:17 (40.) auch durchaus optimistisch gestimmt. Ein trügerisches Gefühl, wie das Schlussdrittel beweisen sollte. Die Gastgeber, die auf die kranken Yannic Wollenberg und Philipp Gläser verzichten mussten, probierten es nur noch mit der Brechstange, verfielen reihenweise in Einzelaktionen und verloren über 18:23 (47.) völlig den Faden. „Wir haben ein klares Kopfproblem“, erklärte Seinsche, der im Abstiegskampf keine Ausreden mehr hören will: „Jetzt hilft kein Reden mehr. Jetzt müssen Taten folgen. Ab sofort ist jedes Spiel ein Endspiel und wir müssen versuchen, das Ruder herumzureißen. Das wird allerdings eine ganz schwere Aufgabe.“


Oberwiehl: Johannes Schneevogt (7/3), Daniel Rischikov (5), Moritz Schramm, Luca Schrabe (je 4), Alexander von Weschpfennig (2), Phil Nückel, Frankjörn Schell, Finn Dresler


[Marcel Miebach im freien Anflug auf Christoph Schlecht.]

TV Wallefeld – SG GFC Düren 1899 27:37 (13:16).


Die Sensation gegen den Spitzenreiter ist ausgeblieben. Nach der Niederlage des TV Wallefeld gegen die SG GFC Düren muss sich das Team von Jörg Beger allmählich mit dem Abstieg in die Kreisliga anfreunden. Mit dem Auftritt seines Teams konnte der TVW-Coach dennoch gut leben. „Das Ergebnis täuscht über den Spielverlauf hinweg und wenn wir diese Leistung immer in der Rückrunde abgerufen hätten, würden wir nicht dort unten stehen“, meinte Beger. Die Gastgeber lagen zwar schnell mit 4:8 (12.) im Hintertreffen, ließen sich aber auch von dem zwischenzeitlichen 7:13 (23.) nicht aus der Bahn werfen. „Die Jungs haben gezeigt, dass noch Leben im Team ist“, sah Beger seine Equpie zur Pause bereits verkürzen.


[Der oberbergische Kreisschiedsrichterwart musste kurzfristig einspringen und die Partei alleine leiten.]

Die Gäste blieben zwar auch nach dem Seitenwechsel spielbestimmend, Wallefeld gab sich aber keineswegs auf. Über 18:24 (40.) konnte der Wallefelder Trainer mit dem 27:32 (57.) gut leben: „Gegen ein Topteam der Liga war das ein richtig gutes Ergebnis.“ Doch in den Schlussminuten leisteten sich die Oberberger vier haarsträubende Fehler, die Düren gnadenlos zu Gegenstößen ummünzte. Der Rückstand des Aufsteigers auf das rettende Ufer beträgt weiterhin vier Punkte sowie den Nachteil des mit Abstand schlechtesten Torverhältnisses. Die Flinte will Beger trotzdem noch nicht ins Korn werfen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt und wir wollen weiter so aggressiv auftreten.“ Die Planungen für die kommende Saison sind derweil in vollem Gange. Bis auf zwei Ausnahmen hat der aktuelle Kader unabhängig der Ligazugehörigkeit bereits zugesagt, zu bleiben.


Wallefeld: Lukas Dick, Nick Dick (je 5), Max Meinerzhagen (4), Ben Sommer, Jascha Hartmann (je 3), Daniel Rodriguez (3/3), Stefan Hildebrandt (2), Marcel Grüning, Christian Herold (je 1).


Ergebnisse und Tabelle