Archiv

Die Luft im Abstiegskampf wird dünner

pn; 10. Mar 2019, 03:05 Uhr
ARCHIV

Die Luft im Abstiegskampf wird dünner

pn; 10. Mar 2019, 03:05 Uhr
Oberberg - Nümbrecht II gewinnt souverän in Wallefeld - HCGS II siegt sensationell beim Spitzenreiter - CVJM II verliert - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley'.

TV Wallefeld – SSV Nümbrecht II 24:28 (7:14).


Mit ein wenig Entsetzen vernahm Wallefelds Coach Jörg Beger die Ergebnisse der Konkurrenz im Abstiegskampf. Denn während der oberbergische Aufsteiger im Abstiegsgipfel gegen Nümbrecht die nächste bittere Niederlage hinnehmen musste, punktete der Tabellenkeller fast ausnahmslos. Drei Punkte beträgt der Rückstand mittlerweile auf das rettende Ufer, das derzeit die Südkreisler belegen. „Wir brauchen aus den nächsten Spielen drei Siege“, hatten sich Beger und sein Team bereits nach dem Spiel auf die kommenden Aufgaben eingeschworen. Ein wenig gelassener konnte dagegen SSV-Coach Markus Laegner auf die Tabelle blicken. Sein Team machte durch den Erfolg zwar keinen Boden gut, befindet sich aber weiter auf dem richtigen Weg. „Dieser Sieg war nur ein kleiner Schritt, die restlichen müssen in den kommenden Wochen folgen“, erklärte er nach dem Abpfiff.


Das Derby selbst ist dagegen schnell erzählt. Während Wallefeld auf Regisseur Daniel Rodriguez und Abwehrchef Andreas Becker verzichten musste, hatten die Gäste erneut Kevin Schieferdecker und Daniel Funk an Bord. Die Hausherren verschliefen wie so häufig die Startphase, scheiterten mehrfach am starken Sven Achenbach und liefen über 2:9 (19.) schnell der Musik hinterher. Im Gefühl des sicheren Sieges ließ Nümbrecht die letzten Prozente nach dem Seitenwechsel schleifen und Wallefeld fand zumindest seinen Kampfgeist wieder. Besonders Lukas Dick warf sich nun in jeden Zweikampf. Über 16:22 (46.) und 23:26 (58.) geriet der SSV-Sieg aber nie in echte Gefahr.


„Ich wünschte, wir würden immer so spielen, wie in der zweiten Hälfte“, hat Beger die Hoffnung im Abstiegskampf noch nicht aufgegeben. Laegner hatte indes Mitleid mit dem Gegner: „Natürlich wünsche ich ihnen den Klassenerhalt, aber wir müssen zunächst auf uns gucken. Unser Ziel muss die Landesliga sein, um unsere jungen Talente auch in den nächsten Jahren auf die Oberliga vorbereiten zu können.“


Wallefeld: Lukas Dick (8), Thomas Wieschalla (4), Nick Dick (4/2), Tim Sauermann, Max Meinerzhagen (je 3), Andreas Granzin, David Raasch (je 1).


Nümbrecht: Markus Schwemke (8/3), Markus Bitzer (7), Kevin Schieferdecker (6), Lucas Söntgerath (3), Christoph Bitzer (2), Marcel Miebach, Robin Donath (je 1).




HSG Rösrath/Forsbach – CVJM Oberwiehl II 33:28 (19:14).


Hin und her gerissen war Manuel Seinsche nach dem Duell mit dem starken Kölner Aufsteiger aus Rösrath/Forsbach. Denn nach schwacher erster Hälfte hatte sein Team im zweiten Durchgang Moral bewiesen. „Eine Viertelstunde vor dem Ende hatten wir den Gegner dort, wo wir ihn haben wollten“, analysierte der CVJM-Coach. Doch der Ausgleich sollte nicht fallen. „Die Chancen dazu waren da, aber wir haben uns leider gegen eins der Topteams der Liga erneut nicht belohnen können“, erklärte Seinsche weiter. Einen Vorwurf wollte er seinem Team trotzdem nicht machen, schließlich habe es „Leidenschaft und einen tollen Charakter“ bewiesen.


Die Südkreisler mussten ohne die erkrankten Moritz Schramm und Yannic Wollenberg auskommen und fanden vor allem defensiv zunächst keinen Zugriff. 10:6 (15.) und 16:11 (23.) waren die Zwischenstände bis zum 19:14-Halbzeitergebnis. Einige Paraden von Elmar Wolff sorgten nach der Pause für die beste CVJM-Phase, in der die Gäste zum 24:23 (46.) verkürzten. Der Ausgleich fiel bekanntlich aber nicht, die Hausherren konterten stattdessen zum vorentscheidenden 31:25 (56.). „Natürlich trauere ich den Chancen nach, aber der Auftritt hat trotzdem Mut gemacht. Wir müssen aber auch endlich einmal Punkte gegen eins der Spitzenteams holen. Das wäre der nächste Entwicklungsschritt, den dieses junge Team benötigt“, bilanzierte Seinsche abschließend.


Oberwiehl: Jan Bluhm (10/4), Johannes Schneevogt (7/3), Phil Nückel (3), Daniel Rischikov, Alexander von Weschpfennig (je 2), Jens Barf, Frankjörn Schell, Marvin Klein, Jan-Philipp Strässer (je 1).




SG GFC Düren 1899 – HC Gelpe/Strombach II 21:22 (11:11).


Ihr Glück kaum fassen konnten die Handballer des HC Gelpe/Strombach II im Abstiegskampf. Beim freitäglichen Abschlusstraining stand das Duell beim Tabellenführer noch völlig auf der Kippe, nachdem sich ein Spieler nach dem anderen krank oder verletzt abgemeldet hatte. Lediglich sieben Feldspieler und zwei Torhüter machten sich auf die Reise ins Aachener Umland, da auch A-Jugend und Kreisligareserve parallel spielten. „Wir sind mit dem Ziel nach Düren gereist, bloß keine Klatsche zu kassieren“, erklärte Eduard Debnar. Doch es sollte völlig anders kommen. Die HC-Defensive verdichtete hervorragend, so dass die Hausherren kaum Lücken fanden. Offensiv agierten die Gäste allerdings zu fahrig, so dass der Spitzenreiter zumindest zu einfachen Gegenstoßtoren kam.


Bis zum 8:5 (19.) nahm die Partie noch den erwartbaren Verlauf, ehe Debnars taktische Maßnahmen fruchteten. Die Oberberger näherten sich fortan in nahezu jedem Angriff dem Zeitspiel, beraubten damit Düren aber auch seiner stärksten Waffe. „Wir haben geduldig auf unsere Chancen gewartet und kaum noch Gegenstöße zugelassen“, berichtete der Trainer weiter. Während die Hausherren zunehmend verzweifelten, kippte die Partie über das 11:11-Pausenremis zum 12:16 (40.). Die Gäste verteidigten den Vorsprung eisern bis zum 16:21 (55.), mussten in der Schlussphase aber auch dem Kräfteverschleiß ihren Tribut zollen. Mit etwas Glück und viel Willen rettete die HCGS-Reserve den Sieg aber über die Zeit. „Nach diesem Verlauf auch nicht unverdient. Ich kann vor den Jungs nur den Hut ziehen“, befand Debnar.


Gelpe/Strombach: Michel Töpfer (9/3), Jan Höfer (4), Marius Euteneuer (3), Fynn Schürmann, Christian Mayer (je 2), Lukas Flick (1), Marco Rubel (1/1).

Ergebnisse und Tabelle