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Waldbröler Narrenschiff in steifer Partybrise

us; 11. Feb 2018, 09:10 Uhr
Bilder: Dominic Gauger --- Die Nutscheidhalle war bis zum Bersten gefüllt.
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Waldbröler Narrenschiff in steifer Partybrise

us; 11. Feb 2018, 09:10 Uhr
Waldbröl - Unter dem Sessionsmotto 'Segel auf und Leinen los, jetzt geht die Party richtig los' setzten Kommandobrücke und Passagiere der Waldbröler Karnevalsgesellschaft (WKG) frühzeitig Kurs Richtung Superschwof und die Punksitzung in der Nutscheidhalle nahm schnell an Fahrt auf.
Von Ute Sommer

"Vill Spaß, vill Freud und lasst et krachen", gab Sitzungspräsident und WKG-Vorstandsmitglied Henning Hergt den fast 400 Gästen in der "hochdekorierten Schweinehalle" noch mit auf den Weg in einen Partyabend, an dem ein Auftritt professioneller Vollblutmusiker schon den nächsten musikalischen Höhepunkt jagte. Zuvor waren, flankiert von den vier rot-weiß funkelnden Tanzgarden und ihrem persönlichen Tollitätengefolge, Prinz Ingo I. und seine Prinzessin Silke I. aus dem Hause Solbach zur Bühne geschritten, wo ihnen von den jecken Untertanen ein begeisterter Empfang bereitet wurde. "Wir steuern das Waldbröler Narrenschiff und haben jede Menge Spaß dabei", bekannte Prinz Ingo im Rückblick auf zurückliegende zahlreiche Besuche in Schulen, Kindergärten, Altenheimen, im Krankenhaus und bei befreundeten Karnevalsvereinen.


[Die Cöllner zeigten Herz.]

Die mitreißende Präsentation der royalen Sessionslieder quittierte der Saal mit einem ersten und dreifachen "Waldbröl pass op“. Nach dem akustischen Ohrenbonbon folgte mit dem Auftritt der Mini-Garde 02 und der Garde 88 eine optische Augenweide, bevor die Rabaue das Publikum mal so richtig auf Trab brachten. Der Aufforderung von Frontmann - „alle mal aufstehen, in die Hände klatschen, die Arme nach oben und schunkeln" - aktivierte die vielen Bienchen, Matrosen, Magier, Freibeuter, Piratenbräute, Harlekins, Mexikaner und alle anderen Paradiesvögel solchermaßen, dass das Narrenschiff schon auf lebhafter Partydünung die Balance halten musste.


Mit großem Enthusiasmus dabei auch zwölf Bewohner des Waldbröler "Hauses am Park" und damit glatt die Hälfte der Hausgemeinschaft, die sich aus Menschen mit Behinderung zusammensetzt. "Wir sind jedes Jahr hier und fester Bestandteil des Karnevalszuges durch die Stadt", berichtete Betreuerin Anette Rau. Ein Zwiegespräch mit serienmäßigen Schenkelklopfern lieferten die beiden Rentner Willi und Ernst, (Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum). Willi: "Weißt du wie man einen Vollidioten 24 Stunden lang auf die Folter spannt?“ Ernst: "Nä, keine Ahnung.“  Willi: "Macht nix, erklär ich dir morgen.“


[Waldbröls Bürgermeister Peter Koester feierte als Freibeuter mit.]

Als Kölsches Urgestein annoncierte Sitzungsmoderator Hergt die Kölsch Fraktion, die seit sage und schreibe 40 Jahren schon im Namen des Frohsinns auf der Piste ist. Mit den fünf Funky Marys, den Wanderern, den Cöllnern, den Swinging Fanfares, den Blömchern und Solotrompeter Lutz Kniep kamen die feierfreudigen Waldbröler Jecken in den Genuss hochkarätiger Karnevals-Musiker, während derer Auftritte sich die Stimmungswogen der Prunksitzung langsam aber sicher zu einer echt steifen Partybrise aufschaukelten. Gardetänze der vereinseigenen Garde 77 und Garde 52 sowie die Showeinlage der Tanzgruppe Eitorf genossen die "Narrenschiffs-Reisenden" als seltene, windstille Momente zum Verschnaufen.