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Viele Blickfänge und großer Andrang

uh; 19. Feb 2017, 20:14 Uhr
Bilder: Martin Hütt.
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Viele Blickfänge und großer Andrang

uh; 19. Feb 2017, 20:14 Uhr
Waldbröl - Der Karnevalszug in der Südkreis-Metropole war bunt und abwechslungsreich - und der Wettergott erwies sich als Sympathisant des närrischen Volks.
Von Ursula Hütt

Pünktlich um 14:11 Uhr. als sich der Zug in Bewegung setzte war der Himmel fast klar und es regnete nicht. Tausende Gäste säumten in bester karnevalistischer Stimmung die Straßen, als der bunte Lindwurm durch die Stadt zog. Petrus war auf der Seite der Besucher, die zwar in der Kälte, aber doch fast ohne Regen nach Kamelle riefen. Zugleiter Thomas Nosbach hatte einen herrlichen Zug zusammengestellt. Bunt geschmückte Wagen, Musikcombos und viele Fußgruppen bahnten sich den Weg durch die Scharen von wartenden Jecken. Die Waldbröler Karnevalsgesellschaft führte den Zug an mit dem Schild für alle lesbar: „D‘r Zoch kütt“. Dahinter folgte der Musikzug Lichtenberg in prächtigen lila-schwarz gemusterten Verkleidungen. Originell waren auch die Kostüme der Käthe-Strobel-Kita. Als gelbe UHU-Tuben gekleidet, hatten sie auf dem Rücken den Schriftzug „Wir halten zusammen.“

Ein passendes Motto hatte sich auch das Seniorenzentrum Am Königsbornpark ausgedacht: „Ich bin kein Scheich und dennoch reich (an Jahren)“. Das Kinderprinzenpaar der Karnevalsgesellschaft Dattenfeld brachte mit vollen Händen Kamelle unter das Volk. Die knallblauen Krümelmonster von der Ida-Wolf-Kindertagesstätte und die Zwerge vom Waldorf-Kindergarten waren ebenfalls echte Hingucker. Eine Seifenblasenmaschine, die sehr effektiv funktionierte, hatten die Karnevalsfreunde Wilkenroth im Gepäck. Südamerikanisches Flair brachte die Musikgruppe „SambaWind" nach Waldbröl. Etwas Besonderes hatte sich die Gemeinschaftsgrundschule Wiedenhof einfallen lassen. Sie hatte ein Raumschiff gebaut, offensichtlich kurz vor dem Start. Allerdings könnte es auch ein Getriebeschaden am Space Shuttle gewesen sein, bei dieser enormen Rauchentwicklung.



Die Karnevalsgesellschaft Morsbach gastierte mit ihren Tanzgarden in der Nachbarschaft. Ein Iglu hatten die „Pappnasen“ auf ihrem Wagen - „Eskimos gibt’s nicht überall, hoch lebe der Karneval“. Die Volksbank Oberberg hatte die Seite gewechselt: Als „Raiba Panzerknacker“ mit dem Schriftzug „Her mit eurer Kohle, nur zu eurem Wohle.“ Vom Wagen der Erzquell Brauerei regnete es keine Kamelle. Stattdessen gab’s frisch gezapftes Kölsch, das trotz der Kälte reißenden Absatz fand. Für die KG Wildberg war die Teilnahme natürlich Ehrensache. Mit Dreigestirn und Tanzgarde jubelten sie den Feierwilligen am Straßenrand zu.



„Am Ballermann verpasst man was, denn im Schürmich geben wir jetzt Gas. Die Insel ist bald leergefegt, weil nur hier die Party geht“ – das Dreigestirn aus der südlich von Waldbröl gelegenen Karnevalsenklave durften selbstverständlich nicht fehlen. Doch dann kam lange nichts. „Das war’s“, dachten die Besucher am Straßenrand und strömten auseinander. Als kaum noch jemand damit gerechnet hatte, bogen der Wagen der WKG und als letztes Fahrzeug der Prinzenwagen um die Ecke. Da sich in diesem Jahr kein Prinzenpaar gefunden hatte, blieb die Empore leer. Bürgermeister Peter Koester und eine Abordnung der WKG sorgten dennoch für einen amtlichen Kamelleregen.

Im Anschluss wurden in der Markthalle die drei schönsten Wagen beziehungsweise Gruppen prämiert. Auf dem ersten Platz landete die Gemeinschaftsgrundschule Wiedenhof vor den „Pappnasen“ und dem Wagen aus Schönenbach. Thomas Noss sagte erleichtert: „Der Wettergott ist seit sieben Jahren auf unserer Seite.“ Er selbst war vor sieben Jahren Prinz in Waldbröl. Zurzeit ist in der Markthalle die Zugparty noch in vollem Gange.