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Eroberung mit Plan A, B und C

fk; 4. Feb 2016, 15:39 Uhr
Bilder: Friederike Klein --- Geschafft! Bis Aschermittwoch haben die Tollitäten aus Waldbröl und Schönenbach die Macht im Rathaus.
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Eroberung mit Plan A, B und C

fk; 4. Feb 2016, 15:39 Uhr
Waldbröl – Im Schneegestöber dem Hausherrn Bürgermeister Peter Koester mit pinker Farbe und Kettensäge auf die Pelle gerückt – Beharrlichkeit und Geduld zahlten sich für die Waldbröler und Schönenbacher Tollitäten aus.
Eine harte Nuss zu knacken hatten die Jecken bei der Eroberung des Waldbröler Rathauses. Denn Bürgermeister Peter Koester und seine Mannschaft gaben so schnell nicht auf. „Nein, ich rücke den Schlüssel nicht freiwillig raus“, rief er den noch friedlichen und frierenden Narren zu. Im Schneegestöber erklommen sie den Berg, um die Macht zu ergreifen. Weil aber der Zweitschlüssel der Schürmicher Karnevalsfreunde nicht passte, griffen Prinz Fibi I. und Prinzessin Paulina I. der Waldbröler KG zu Streichrollen und der Farbe Pink. „1.000 Liter haben wir parat, um zur Neugestaltung des Rathauses beizutragen“, rief Präsident Thomas Kardel zum Fenster hinauf. Doch das ließ den wehrhaften Hausherrn kalt. Auch für den mit einer Kettensäge bewaffneten Schürmicher Prinz Klaus I. hatte Koester nur ein müdes Lächeln übrig. Erst als die Karnevalisten zu Plan C griffen, mit vereinten Kräften die Mauer einrissen und in die heiligen Hallen stürmten, wechselte der Schlüssel der Macht den Besitzer.



[Der Zweitschlüssel passte nicht.]

Koester war beeindruckt, dass die Jecken mit Geduld und Beharrlichkeit auf Eroberungszug gingen. „Ich freue mich, dass ihr den Weg trotz Baustellen gefunden habt. Ihr kennt den Weg ja“, lachte er. Doch scheinbar war er mit seinen Gedanken nicht ganz bei der Sache. Denn er begrüßte „zum Ersten die Waldbröler KG und zum Dritten die Schürmicher.“ Auch die Karnevalsrufe brachte er durcheinander und schmetterte den Schönenbacher Tollitäten ein dreifaches „Waldbröl pass op“ entgegen. Offenbar beherrschte die Androhung des pinkfarbenen Anstrichs noch sein Gemüt.



Einmal kurz geschüttelt, rief er dann aus: „Waldbröl pass op, Schürmich ruck zuck und Rathaus steht Kopp!“ Sein Stellvertreter Uli Domke kreierte mit „der Chef ist joot drup“ einen Nachschlag. Im „kleinen Anbau“, der dank des Zelts des Turnvereins Hermesdorf zur Verfügung stand, schunkelten, sangen und feierten alle gemeinsam weiter.