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Viebahn: Titel möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich

mg; 24. Sep 2014, 16:04 Uhr
Bilder: Michael Gauger; Chris Schotanus (Galerie 14-16) -- Renn-Action in der GT4-Serie war am vergangenen Wochenende auf dem Grandprix-Kurs in der Eifel garantiert. Im Bild ging es für den PROsport-Porsche Rad an Rad über die Zielgerade.
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Viebahn: Titel möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich

mg; 24. Sep 2014, 16:04 Uhr
Engelskirchen - Auf dem Grandprix-Kurs in der Eifel lieferte sich Jörg Viebahn und Kollege Bertus Sanders zwei spannende Rennen mit der Konkurrenz – Eine Chance auf den Titel besteht, wird aber schwierig umzusetzen sein.
Von Michael Gauger

Bereits vor den beiden Rennen, die im Rahmen des 1.000-Kilometer-Rennens der Blancpain-Endurance-Serie ausgetragen wurden, war Jörg Viebahn klar, dass es eine sehr knappe Angelegenheit werden wird. Im Endkampf um die Krone in der GT4-Europameisterschaft liegen mehrere Piloten im Ranking eng beieinander. Doch gerade der Grandprix-Kurs des Nürburgrings, quasi die Heimstrecke für den amtierenden Europameister Viebahn und das aus dem benachbarten Herschbroich stammende PROSport Performance Team, lag auch den anderen Top-Piloten und sollte deshalb vermutlich keine sehr großen Vorteile für den Porsche 997 bringen.


[Dank sehr gutem Start im ersten Rennen lag Viebahn im Porsche direkt vorne.]

Dies zeigte sich schnell in den Qualifyings. Viebahn und Sanders stellten ihr Arbeitsgerät auf die vierte und sechste Position in der jeweiligen Startaufstellung. Die Vorgabe des Duos für diesen Tag lautete: „Wir müssen in beiden Rennen vor dem BMW-Team ankommen“. Nur so konnten wertvolle Punkte für das Gesamtklassement gutgemacht werden. Viebahn erwischte als Startfahrer beim ersten Lauf einen Traumstart. Bereits auf der Start- und Zielgeraden hatte er Boden gut gemacht  und manövrierte sich geschickt durch zwei Kontrahenten, um als Erster aus der Yokohama-Kurve in die Mercedes-Arena einzubiegen. Schnell konnte er sich etliche Meter absetzen. Bedingt durch einen Unfall kam jedoch sehr früh das Safety Car auf die Strecke und die Arbeit der ersten Runden war dahin. Über zehn Minuten dauerte dieser Zustand und Viebahn kam kurz nach Öffnung des Boxenfensters in Führung liegend zum Pflichtstopp mit Fahrerwechsel an die Box.   



Teamkollege Sanders konnte sich lange gegen die stärker werdende Konkurrenz wehren, wurde aber zum Ende der vorletzten Runde vom späteren Siegerteam Duncan Huisman/Luc Braams (Niederlande) auf einem Chevrolet Camaro und den in der Meisterschaft führenden Ricardo van der Ende/Bernhard von Oranje (Niederlande) mit einem BMW M3 GT4 überholt. Am Ende reichte es noch für Rang zwei, da van der Ende/von Oranje eine Zeitstrafe für eine Kollision kassierten. Alles andere als nach Plan verlief auch das zweite Rennen am Nachmittag. Sanders startete gut, belegte schnell Platz drei und hielt sich in der Spitzengruppe bis sein Porsche von einem Camaro angestoßen und um 180 Grad gedreht wurde. Hilflos musste der Holländer mitansehen, wie das Feld an ihm vorbeizog.
  

[In Führung liegend übergab Viebahn den Boliden beim Pflichtstopp.]

Fast eine Minute Rückstand holte das Team schließlich mit einer rasanten Aufholjagd im Rennverlauf noch auf, aber mehr als der dritte Platz war an diesem Tag nicht mehr möglich. Viebahn später leicht enttäuscht: „Das war heute nicht unser Tag. Wir hätten beide Rennen gewinnen können und dann eine gute Ausgangssituation für die Titelverteidigung gehabt. Aber heute ist nichts glatt gelaufen.“ Den zweiten Lauf gewannen van der Ende/van Oranje, die damit ihren Vorsprung in der Meisterschaft weiter ausbauen konnten. Etwas niedergeschlagen zur aktuellen  Situation vor den Finalrennen am 25. und 26. Oktober in Monza meinte der Engelskirchener nur: „Wir müssen in Italien beide Rennen gewinnen und unsere Konkurrenten dürfen zweimal nicht ins Ziel kommen. Das ist zwar theoretisch möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Wir hatten in dieser Saison einfach zu viel Pech.